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Fibromyalgie: Schmerzen von Kopf bis Fuß

Wenn Sie überall am Körper Schmerzen verspüren, wenn Sie schlafen und doch wie gerädert aufwachen, wenn Sie sich morgens kaum bewegen können und sich immer kraftlos und erschöpft fühlen, dann leiden Sie möglicherweise an Fibromyalgie -Schmerzen von Muskeln und Sehnen.

Die Fibromyalgie ist ein Schmerzsyndrom, das sich über den ganzen Körper ausbreitet. In der Regel fehlen objektive Befunde im Blut oder auf Röntgenbildern.

Das erschwert es der Medizin, den Gründen und Umständen, wie es zu den Schmerzen kommt, auf die Spur zu kommen. Vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen, die dann einen negativen Einfluss auf Durchblutung, Schlaf, muskuläre Aktivität und Schmerzwahrnehmung im Gehirn ausüben.

Am Anfang können Stürze, Veränderungen im Hormonhaushalt, aber auch Operationen (z. B. Gebärmutterentfernung) oder Entbindungen stehen.

Oft tritt die Fibromyalgie jedoch ohne erkennbaren Auslöser auf. Dieses chronische Leiden kann sehr belastend sein, und die Behandlung erfordert viel Geduld. Die Mitarbeit der Erkrankten ist für eine Besserung unabdingbar.

Es erkranken überwiegend Frauen im vierten und fünften Lebensjahrzehnt, und zwar achtmal häufiger als Männer.

Oft findet sich eine familiäre Häufung. 68 Prozent der Betroffenen haben mindestens eine(n) Verwandte(n), die oder der ebenfalls an Fibromyalgie leidet.

Die Häufigkeit dieses Syndroms wird in Deutschland mit rund 3 Prozent der Bevölkerung angegeben, das sind also etwa 2,5 Millionen Menschen, und davon sind 2 Millionen Frauen!

Das sind die Kennzeichen

Hauptmerkmale der Fibromyalgie sind Schmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen und morgendliche Steifigkeit; es können aber noch viele andere Symptome hinzu kommen.

Die betroffenen Frauen haben Schmerzen am ganzen Körper, die sie aber oft nicht genau lokalisieren können: „Es tut überall weh.“ Vor allem Nacken, Schultern, Rücken, Ellenbogen, Hüften und Knie sind von den ziehenden, brennenden oder stechenden Schmerzen befallen.

Sie können auch wandern, so dass an einem Tag mehr die Rippen weh tun, am anderen eher Hüften oder Rücken.

Nach körperlicher Anstrengung treten sie oft an den Stellen auf, wo die Sehnen an den Knochen ansetzen, vor allem am Muskel-Sehnen-Übergang.

Ein weiteres Kennzeichen der Fibromyalgie ist die Erschöpfung, die jegliche Aktivität in Schwäche und Frustration enden lässt. Bei manchen Frauen herrscht nahezu ständig ein gewisser Grad an Erschöpfung, bei anderen tritt sie eher schubweise auf.

Sie suchen dann absolute Ruhe, um den Zustand besser zu ertragen.

Die morgendliche Steifigkeit ist bedingt durch das längere ruhige Verharren im Schlaf. Es bereitet vielen Fibromyalgikerinnen große Schmerzen, diese Steife zu überwinden, vor allem, wenn sie sehr ausgeprägt ist.

Auch bei längerem Sitzen kann sie sich einstellen, was eine Bürotätigkeit natürlich erschwert (und sogar zur Berufsunfähigkeit führen kann). Kino- und Theaterbesuche kann sie gründlich vergällen.

Trotz der Erschöpfung im Alltag schenkt der Schlaf vielen Fibromyalgikerinnen keine Erholung.

Das Stadium des oberflächlichen Schlafs (die Alphaphase) unterbricht den erholsamen Tiefschlaf (Deltaphase) viel häufiger als bei Gesunden. Auf diese Weise kann sich der Körper nicht richtig regenerieren.

Die Frauen wachen mit Schmerzen auf, fühlen sich wie gerädert und sind noch müder als vor dem Zu-Bett-Gehen.

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