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Fibromyalgie: Chinin als Hoffnungsträger

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Fibromyalgie

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Aus der Chinarinde wurde schon vor 400 Jahren das erste Malaria-Mittel gewonnen: das Chinin. Heute steht dem Wirkstoff eine echte Renaissance bevor, denn eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass es auch die schmerzenden Muskeln bei Fibromyalgie entspannt – einer Krankheit, gegen die bisher selbst die Schulmedizin so gut wie machtlos war.


Anders als die meisten vermuten, stammt die Chinarinde nicht aus Asien, sondern aus Südamerika. Hinter dem Namen verbirgt sich die altperuanische Bezeichnung für Rinde: Kina. Gewonnen wird die Chinarinde vom so genannten Chinabaum.

Die Chinarinde enthält den Wirkstoff Chinin, dessen leicht bitteren Geschmack Sie wahrscheinlich kennen, denn es wird Erfrischungsgetränken wie Tonic Water oder Bitter Lemon zugesetzt. Ein Liter dieser Getränke enthält etwa 40 bis 80 mg Chinin. Zum Vergleich: Für medizinische Zwecke werden 200 mg oder mehr verabreicht.

Chinarinde macht Schluss mit Verdauungsbeschwerden

Die Inhaltsstoffe der Chinarinde können Sie heute – je nach vorhandenen Beschwerden – auf zweierlei Weise nutzen: Es gibt Präparate, die lediglich aus reinem Chinin bestehen (heute meistens synthetisch hergestellt), und solche, die noch sämtliche Komponenten der Rinde enthalten.

Gesamtextrakte der Chinarinde können Sie anwenden bei:

  •  Verdauungsbeschwerden
  •  Gallenwegserkrankungen
  •  Appetitmangel
  •  grippalen Infekten

In der Apotheke erhalten Sie auch getrocknete Chinarinde. Für einen Tee übergießen Sie einen halben TL davon mit 200 ml kochendem Wasser und lassen ihn 10 Minuten ziehen. Zur Appetitanregung trinken Sie den Tee eine halbe Stunde vor dem Essen, wenn Sie damit Verdauungsbeschwerden lindern möchten, direkt nach den Mahlzeiten.

Fibromyalgie: Chinin könnte die Rettung sein

Das reine Chinin ist das älteste Malariamittel der Welt. Für die Selbstanwendung hat es sich aber auf einem ganz anderen Sektor bestens bewährt: Es hemmt die Übertragung von Nervenreizen auf die Muskelzellen und kann daher nächtliche Wadenkrämpfe lindern. Nehmen Sie dazu 200 mg Chinin nach dem Abendessen zu sich.

Reines Chinin können Sie anwenden bei:

  •  Malaria
  •  nächtlichen Wadenkrämpfen
  •  Fibromyalgie
  •  Muskelverspannungen

Aufgrund seiner muskelentspannenden Wirkung kann Chinin auch beim so genannten Fibromyalgie-Syndrom helfen. Die Patienten leiden dabei unter ständigen Schmerzen, vor allem an Muskeln und Sehnen, dazu sind sie häufig müde, erschöpft und bekommen leicht Muskelkrämpfe.

In einer Studie haben Wissenschaftler der Universität Essen im Jahr 2002 die Wirksamkeit von Chinin bei Fibromyalgie nachgewiesen. Behandelt wurden 98 Patienten im Alter von 17 bis 70 Jahren. Die Probanden bekamen entweder täglich 400 mg des chininhaltigen Präparates Limptar®oder ein Placebo (Scheinpräparat). Nach zwei Wochen hatten sich die Häufigkeit der nächtlichen Wadenkrämpfe sowie die Intensität der Schmerzen bei 80 % in der Limptar-Gruppe um die Hälfte reduziert. In der Placebogruppe lag diese Rate nur bei 53 %. Nebenwirkungen waren nicht aufgetreten. Diese Studie sollte Patienten ermutigen, das Mittel unbedingt auszuprobieren. Denn viele ziehen mit ihrer Erkrankung von einem Therapeuten zum nächsten, ohne dass es bisher einen echten Erfolg gab.

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