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Hier gibt’s die wichtigsten Infos zum Thema Hexenschuss

Der Fluch der Hexe: Eine falsche Bewegung und scheinbar aus heiterem Himmel fährt ein teuflischer Schmerz in den Rücken. Man glaubt, sich nie wieder aufrichten zu können. Mit dem richtigen homöopathischen Mittel und ein paar einfachen Anwendungen ist der Spuk jedoch meistens rasch wieder vorbei.

Bauarbeiter greift sich schmerzverzerrt an den Rücken© Cello Armstrong – Fotolia

Hexenschuss: Die typischen Symptome

Der Volksmund bezeichnet plötzliche Schmerzen in der Lendenwirbelregion als Hexenschuss. Mediziner nennen das Krankheitsbild Lumbago, akute Lumbalgie oder Ischias-Syndrom. Er tritt meistens im unteren Rücken zwischen dem vierten Lenden- und dem ersten Kreuzbeinwirbel auf. Dabei führen geringfügige Verschiebungen in den Wirbelgelenken dazu, dass sich die umgebenden kleinen Muskeln heftig verkrampfen. Die verhärtete Muskulatur drückt nun auf die aus dem Rückenmarkskanal austretenden feinen Nerven, was den extrem starken, stechenden Schmerz auslöst. Diese Schmerzen können bis in die Beine abstrahlen und zu massiven Bewegungseinschränkungen führen. Da durch den Lendenwirbelbereich viele schmerzleitenden Nervenfasern verlaufen, können bereits geringfügige Störungen zu starken Schmerzen führen.

Ein Hexenschuss bedeutet keine dauerhafte Gefahr für die Gesundheit. Er entwickelt sich nicht chronisch und die Beschwerden lassen oft von selbst nach. Einfache Maßnahmen können die Heilung zusätzlich unterstützen. Treten zusätzlich Taubheitsgefühle, Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang auf oder kommt es zu Lähmungserscheinungen, dann raten Experten dringend zum Arztbesuch.

Ursache für den Hexenfluch

Der Name Hexenschuss leitet sich von einem mittelalterlichen Aberglauben ab. Die Menschen machten übernatürliche Kräfte für die Schmerzen verantwortlich, die wie aus dem Nichts auftreten. Bildliche Darstellungen zeigen Hexen, die mit Pfeilen auf ahnungslose Opfer zielen. Zu den typischen Symptomen eines Hexenschusses gehören starke Schmerzen, die beim Aufrichten aus einer gebeugten Haltung auftreten. Aber auch andere Ursachen führen zu den heftigen Schmerzen: Dazu gehören ein möglicher Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich oder altersbedingte Verschleißerscheinungen eines Wirbels. Außerdem können die Blockade eines Wirbels oder des Kreuz-Darmbein-Gelenks zum Hexenschuss führen. Auch wenn ein Hexenschuss scheinbar aus dem Nichts auftritt, gibt es dennoch Faktoren, auf deren „Nährboden“ er entsteht. Mediziner kennen einige Ursachen, die einen Hexenschuss hervorrufen:

  • Kälte oder Zugluft am Rücken
  • ruckartige Bewegungen
  • Über- oder Fehlbelastung
  • langes Sitzen
  • Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule
  • falsches Heben von Lasten mit rundem Rücken
  • Schwäche der Rückenmuskulatur
  • Unfall

Die natürliche Reaktion des Körpers auf den Schmerz sind starke Verspannungen der Rückenmuskulatur, welche die Beweglichkeit empfindlich stören: Oft haben Patienten das Gefühl einer Sperre im Kreuz. Übrigens: Ein Hexenschuss tritt nicht in jedem Alter auf. Kinder bleiben davon meist verschont. Ab 60 Jahren ist die Wirbelsäule so steif, dass sie sich nur schwer verschieben oder blockieren lässt und der Hexenschuss bleibt aus. Gefährdet sind alle, die nicht vorbeugen und zwischen 30 und 50 Jahre alt sind.

Möglichkeiten der Behandlung

Was tun bei Hexenschuss? Da ein Hexenschuss zahlreiche Ursachen haben kann, gibt es auch viele Therapiemöglichkeiten. Ein unkomplizierter Hexenschuss eignet sich durchaus zur Selbstbehandlung. Ein Arzt würde Ihnen zunächst auch nur ein entzündungshemmendes Schmerzmittel und Wärme verordnen.

Achtung: Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Sie Taubheitsgefühle in den Beinen oder Probleme beim Wasserlassen haben. Es könnte sich um einen Bandscheibenvorfall oder eine eingequetschte Nervenwurzel handeln.

Erste Hilfe beim Hexenschuss

Erste Hilfe bietet die Stufenlagerung, welche das Kreuz entlastet. Dafür legt der Betroffene sich auf den Rücken und winkelt die Beine an. Hals und Kreuz werden durch ein zusammengerolltes Handtuch gestützt, Knie und Unterschenkel liegen auf einem festen Polster. Wer will, kann die Stufenlagerung mehrmals am Tag einnehmen.

Individuell entscheidet sich, wem Wärme oder Kälte bei den Schmerzen gut tut. Viele Betroffene schwören auf Wärmebehandlungen. Diese erhöhen die Durchblutung und entspannen die verkrampfte Muskulatur. Hier kann ein Heizkissen, eine Wärmflasche oder ein Wärmepflaster helfen. Fango-Packungen, in der Mikrowelle oder im Backofen aufgewärmt, lindern den Schmerz. Wärme weitet die Blutgefäße und lindert Verkrampfungen. Wer sich für eine Kältebehandlung entscheidet, legt sich eine Eispackung in den Lendenwirbelbereich. Passen Sie auf, sich nicht zu verkühlen. Ungefährlicher sind in dem Fall kühlende Gels.

Medikamente dämpfen den Schmerz

Zum Einsatz kommen Substanzen wie Diclofenac oder Ibuprofen, Kortison zum Abschwellen, muskelentspannende Mittel, bei starken Schmerzen Antidepressiva oder Opiate in Form eines Schmerzpflasters. Diese Mittel sind wichtig, um den Teufelskreis zwischen Schmerz, Verspannung und Vermeidungshaltung zu lösen und Sie wieder in Bewegung zu bringen.

Selbst wenn Sie nicht gerne Medikamente einnehmen, sollten Sie sich in diesem Fall kurzfristig zu Schmerzmitteln durchringen. Auch das hilft: Legen Sie Ihre Hände auf den Bauch und atmen Sie tief und ruhig in den Bauch hinein. Atmen Sie „gegen“ Ihre Hände. Das löst den Schmerz.

Mit dem richtigen homöopathischen Mittel vertreiben Sie den Spuk

Halten die Schmerzen mehr als drei Tage an, muss man einen Arzt zur Rate ziehen. Je nach Verdacht wird er dementsprechende Untersuchungen anordnen, um die Ursache der Schmerzen festzustellen. Die Möglichkeiten reichen von Röntgenaufnahmen, über eine Magnetresonanztomografie, bis hin zur Untersuchung des Blutes. Ein Hilfsmittel aus der Homöopathie ist: Rhus toxicodendron, dessen Ausgangssubstanz die jungen frischen Triebe und Blätter der Giftsumach sind.

Wichtigstes Ziel der Hexenschuss-Behandlung ist es, dass Sie schnell wieder beweglich werden. Je mehr Sie jedoch jede Bewegung scheuen und eine Schonhaltung einnehmen, umso mehr verkrampfen sich Ihre Muskeln und der Schmerz verstärkt sich. Bewegen Sie sich daher so normal wie möglich. Das passende homöopathische Mittel wird Ihnen die schlimmsten Schmerzen dabei nehmen.

Apothekerwaage, Mörser, Kräuter© Maren Wischnewski – Fotolia

Bewährte homöopathische Helfer

Wählen Sie aus den folgenden Mitteln das am besten zu Ihren Beschwerden passende aus. Machen Sie sich mit fünf Globuli der Potenz C30 eine Wasserauflösung und trinken Sie in viertelstündigen Abständen bis zur Besserung jeweils einen Schluck davon.

  • Dulcamara, wenn der Hexenschuss durch Kälte oder Nässe ausgelöst worden ist
  • Bryonia gegen reißende Rückenschmerzen, die sich bei der kleinsten Bewegung verstärken
  • Aconitum hilft als Erstmittel, wenn der Schmerz urplötzlich auftritt und mit Angst verbunden ist
  • Rhus toxicodendron ist angezeigt, wenn sich die Schmerzen bei Beginn einer Bewegung verschlimmern und bei fortgesetzter Bewegung nachlassen

Lockern Sie die verkrampfte Muskulatur mit Arnika-Öl

Arnika-Öl löst zuverlässig die Verspannungen in den kleinen Rückenmuskeln. Massieren Sie den Lendenwirbelbereich dazu dreimal täglich mit einer kleinen Menge, die Sie vorher im Wasserbad angewärmt haben.

Präparate mit Arnika-Öl:

  • Dolo-cyl®, 50 ml ab 8 €
  • Kneipp® Gelenke & Muskel Wohl Arnika-Öl, 100 ml ab 7 €
  • Taoasis Arnika Bio Öl, 50 ml ab 7,50 €

Hexenschuss-Therapie durch den Arzt

Je nach Ursachen wird der Arzt Therapiemaßnahmen empfehlen. In vielen Fällen hilft eine Physiotherapie oder Krankengymnastik. Durch Übungen für Rücken und Bauch wird die Muskulatur gestärkt und ein Hexenschuss vermieden. In extremen Fällen kann allerdings auch eine Operation an der Wirbelsäule notwendig werden.

Rückentraining in der Gruppe© Robert Kneschke – Fotolia

Nach den Schmerzen kommt die Bewegung

Wie lange Sie nach einem Hexenschuss auf Bewegung verzichten sollten, kommt vor allem darauf an, wie stark die Schmerzen sind. Leiden Sie unter akuten Schmerzen, sollten Sie nur nach Absprache mit dem Arzt Krankengymnastik durchführen. Wenn die Schmerzen abklingen, können Sie sich vom Krankengymnasten Übungen zeigen lassen, die Ihre Wirbelsäule stabilisieren. Möglich sind übrigens auch Massagen, die Verspannungen im Rücken auflösen. Auch diese helfen, dürfen aber auch nicht bei akuten Schmerzen durchgeführt werden.

Auch möglich und empfehlenswert sind Übungen, bei denen Muskel-Ungleichgewichte abgebaut werden. Die Wirbelsäule soll sanft wieder mobilisiert werden, um die Rückenmuskulatur zu kräftigen. Dies ist auch die wichtigste Maßnahme gegen einen Rückfall. Helfen kann dabei alles, was entspannt, aber die Muskeln gezielt aufbaut und gleichzeitig ein neues Körpergefühl weckt.

Dazu gehören:

Vorbeugen: Effektiver als man denkt

Wer gesund lebt, kann einem Hexenschuss vorbeugen. Regelmäßige Entspannungspausen im Alltag und auf der Arbeit sind wichtig. Dies gilt vor allem bei einem Beruf, in dem man oft sitzt. Gesunde Ernährung und ein normales Gewicht verhindern eine Überlastung des Lendenwirbelbereiches.

Um das Übel an der Wurzel zu packen, hilft rückenstärkender Sport. Das können spezielle Rückenübungen sein oder auch Sportarten wie Schwimmen oder Yoga. Ständiges Sitzen stellt eine hohe Belastung für den Rücken da. Gehen Sie lieber regelmäßig spazieren.

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