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Geschwollene Beine: Ein Hilferuf Ihrer Venen und Gefäße

Geschwollene, schmerzende, „schwere“ Beine können ein erstes Anzeichen dafür sein, dass Ihre Beinvenen ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen und sich das Blut in Ihren Venen staut.

Die andauernde Überlastung strapaziert die regulierende Tätigkeit der Venenklappen. Die Venenwände geben nach, das Klappensystem wird außer Kraft gesetzt und das Blut kann nicht mehr ausreichend zum Herzen transportiert werden.

Besonders dramatisch wird es bei erhöhten Temperaturen wie in der warmen Jahreszeit oder wenn Sie sich lange in Räumen mit einer Fußbodenheizung aufhalten beziehungsweise bei langem Sitzen oder Stehen.

Es bildet sich ein Blutstau. Die Waden fühlen sich schmerzhaft gespannt an und die Knöchel sind geschwollen. Schuhe, Strümpfe und Socken hinterlassen deutliche Abdrücke.

Aufgaben der Muskelpumpen und Venenklappen

Ihre Beine werden von einem ausgedehnten Venennetz durchzogen. In diesem wird das verbrauchte sauerstoffarme Blut transportiert. Dabei leisten Ihre Venen Schwerstarbeit.

Etwa 7.000 Liter Blut müssen sie täglich gegen die Schwerkraft nach oben zum Herzen und zur Lunge pumpen, wo das Blut mit frischem Sauerstoff „betankt“ wird. Am beschwerlichsten ist dies für die Venen in der warmen Jahreszeit, bei schwachem Bindegewebe oder wenn bereits Schädigungen vorliegen.

Bei warmen Temperaturen dehnen sich die Venenwände aus und es wird noch schwieriger, das Blut nach oben zu pumpen.

Die Hauptarbeit übernehmen dabei die Muskelpumpen. Diese aktivieren Sie automatisch, sobald Sie sich bewegen.

Dann ziehen sich die Muskeln zusammen, werden fest und prall, drücken dadurch auf die Venen und helfen, das Blut in Richtung Herz zu schieben.

Jede Muskelbewegung der Beine unterstützt das Fließen des Blutes. Die erste Muskelpumpe sitzt im Bereich der Zehen und der Fußsohle, die nächste am Sprunggelenk. Ihre wichtigste Muskelpumpe ist der Wadenmuskel.

Wird er bewegt, versetzt er dem Blut einen regelrechten Stoß, damit es durch die Venenklappen zum Herzen geleitet wird.

Die Venenklappen kontrollieren den Rückfluss des Blutes zum Herzen und tragen ebenfalls dazu bei, der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen.

So lange das Blut herzwärts strömt, sind die Klappen geöffnet. Steigt der Druck in den Venen, schließen sich die Klappen und verhindern, dass das Blut wieder in die Füße sackt. Sie übernehmen so wichtige Steuerungsfunktionen.

Anzeichen dafür, dass mit Ihren Venen etwas nicht stimmt

  • schwere, müde oder geschwollene Beine
  • ziehende Schmerzen in den Beinen
  • nächtliche Wadenkrämpfe
  • Schwellungen
  • ruhelose Beine
  • Juckreiz
  • Hitze- und Spannungsgefühl in den Beinen
  • Kribbeln und Krämpfe
  • ziehender oder stechender Wadenschmerz
  • Schwellung in der Knöchelregion
  • Abdrücke von Strümpfen, Socken oder Schuhen

Als erste ernsthafte Auswirkung zeigen sich meist Besenreiser. Sie sind winzige Krampfadern, die in der Medizin Mikrovarizen genannt werden.

Wenn Besenreiser gehäuft auftreten, sind sie als Krankheit zu bewerten, denn sie deuten dann immer auf eine dauerhafte Venenschwäche sowie tiefer liegende Krampfadern hin. Nehmen Sie diese Anzeichen ernst.

10 Tipps gegen Ihre Venen-Probleme

Haben Sie häufig schwere, müde oder geschwollene Beine, Hitze- und Spannungsgefühl in den Beinen, Kribbeln und Krämpfe, ziehenden oder stechenden Wadenschmerz sowie Schwellungen in der Knöchelregion?

Das spricht für eine Venenschwäche. Steuern Sie mit diesen 10 Maßnahmen gegen:

  • Wassertreten, Wechselbäder und kalte Güße trainieren die Venenwände, sie ziehen sich bei Kälte zusammen und verstärken so ihre Spannkraft.
  • Legen Sie die Beine so oft es geht hoch.
  • Falls Sie normal überwiegend sitzen müssen, stehen Sie immer mal wieder auf und gehen Sie umher. Das gilt ganz besonders für Flüge und Bahnfahrten.
  • Schlagen Sie möglichst nicht die Beine übereinander, das behindert den Blutfluss.
  • Machen Sie im Sitzen Fußgymnastik, das braucht keinen Platz und hilft Ihnen unter dem Bürotisch oder im Flugzeug: Heben und senken Sie beispielsweise die Füße oder lassen Sie die Füße im Gelenk kreisen.
  • Tragen Sie Schuhe mit flachen Absätzen. Sind die Schuhe mehr als vier Zentimeter hoch, klappt es mit dem Blutrückfluss nicht mehr richtig.
  • Trinken Sie viel, am besten Mineralwasser und davon zwei bis drei Liter täglich.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, das ist das Nonplusultra. Geeignet sind Schwimmen, Wandern, Joggen und Spazierengehen. Ungünstig sind alle Kraftsportarten.
  • Saunabesuche sind bei leichten Venenproblemen erlaubt. Legen Sie sich dabei hin anstatt zu sitzen. Das verringert den Druck auf die Venenwände.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen, verzichten Sie auf Zigaretten und gehen Sie mäßig mit Alkohol um: Alkohol erweitert die Adern, Nikotin schadet den Gefäßen. Kontrollieren Sie Ihr Gewicht.
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