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Auch diese Erkrankungen können Schwindel auslösen

Eine plötzliche, kurze Schwindelattacke ist das Hauptkennzeichen einer Form von Vertigo, die als benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) bezeichnet wird. Andere Erkrankungen des Innenohrs können länger anhaltenden oder intensiveren Schwindel verursachen.

Dazu gehören folgende Beispiele:

Entzündung im Innenohr oder Neuritis vestibularis

Auch bekannt als Labyrinthitis. Vermutlich ist eine Virusinfektion die Ursache. Zu ihren Symptomen gehören plötzlicher, intensiver Schwindel, der mehrere Tage anhalten kann, sowie Übelkeit und Erbrechen.

Medikamente gegen Übelkeit können wirksam sein. Eine spezifische medikamentöse Therapie kann ebenfalls hilfreich sein, wenn sie frühzeitig angewandt wird.

Menière-Krankheit

Plötzliche Schwindelanfälle, die 20 Minuten oder länger andauern, sind charakteristisch. Weitere typische Symptome sind das Gefühl, das Ohr sei verstopft, sowie Klingel- oder Dröhngeräusche im Ohr (Tinnitus).

Häufig tritt eine Hörminderung auf, deren Ausmaß stark schwankt. Eine Flüssigkeitsansammlung im Innenohr, deren Ursache unbekannt ist, soll die Menière-Krankheit auslösen.

Menière-Attacken können mit Medikamenten gegen Schwindel (Antivertiginosa) und Erbrechen (Antiemetina) sowie Beruhigungsmitteln (Sedativa) behandelt werden.

Mitunter bedingt die Behandlung auch diätetische Maßnahmen oder die Gabe von Diuretika, manchmal auch die Verabreichung von Antibiotika. Gelegentlich wird auch eine operative Therapie erforderlich.

Dehiszenzsyndrom des oberen Bogenganges (Superior Kanal Dehiszenz Syndrome SCDS)

Diese Erkrankung resultiert aus einer Lücke zwischen knöcherner Innenohrabdeckung und mittlerer Schädelgrube.

Dies kann zu plötzlichen Schwindelattacken führen, die durch Geräusche oder verstärktes Hören im betroffenen Ohr ausgelöst werden.

Zu den Symptomen gehören Schwindelgefühl, Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen. Bild gebende Verfahren können die Öffnung im Knochen (Dehiszenz) bestimmen; durch eine operative Abdeckung der Öffnung können die Beschwerden vermindert werden.

Durch Angst verursacht

Der Linzer Psychologe Dr. Hans Morschitzky hat die Erfahrung gemacht, dass bei Frauen mit Schwindelgefühlen, besonders mit Schwankschwindel häufig eine generelle Angst, Verunsicherung, Depressionen, aktuelle Konflikte, psychosozialer Stress oder Probleme, die sich zuspitzen, zu finden sind.

Er glaubt, die Stand- und Gangunsicherheit, die mit dem Schwankschwindel verbunden ist, stehe für folgende Lebensfragen, die die Betroffenen für sich beantworten müssten:

  • Wie sehr möchte ich, wie gut kann ich auf eigenen Beinen stehen?
  • Was bereitet mir eine solche Angst, dass ich mich nicht fallen lassen kann?
  • Was passiert, wenn ich einfach loslasse und falle? Wohin falle ich dann?
  • Wer oder was fängt mich dann auf?

Diese Fragen beschäftigen besonders Frauen in der Lebensmitte.

Drehschwindel

Ein BPLS kann auftreten, wenn die winzigen Kristalle des Utriculus (Statolithen) ihre ursprüngliche Position verlieren. Die Statolithen können abreißen und sammeln sich dann meist in dem hinteren Bogengang an.

Obwohl ein BPLS in jedem Alter vorkommen kann, tritt er zunehmend häufiger ab einem Alter von 50 Jahren auf.

Die genaue Ursache des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels ist unbekannt, er kann aber als Folge eines Schlages oder Sturzes auf den Kopf auftreten.

Bei bestimmten Bewegungen – zum Beispiel im Bett herumdrehen, aufstehen, nach oben schauen oder bücken – können die Partikel die Innenohrflüssigkeit verschieben und die haarähnlichen Sensoren knicken ab.

Wenn dies geschieht, wird ein falsches Bewegungssignal an das Gehirn gesendet. Dadurch wird eine plötzliche, kurze Schwindelphase hervorgerufen, die in der Regel weniger als eine Minute andauert.

Ein BPLS kann ebenfalls zu Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Überempfindlichkeit und Gleichgewichtsstörungen führen.

Ohne Behandlung kann der durch BPLS verursachte Schwindel über einen Zeitraum von Wochen oder gar Jahren unvorhersehbar immer wieder in Erscheinung treten.

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