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Autoimmunerkrankungen: Diese Krankheiten bedrohen Ihre Schilddrüse

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Sonographie© Jürgen Fälchle - Fotolia
Schilddrüsenerkrankungen sehr häufig aus Jodmangel. Das ist heute nicht mehr der Fall, da Jodsalz mittlerweile weit verbreitet ist.

Dafür existieren inzwischen andere Gefahren für Ihre Schilddrüse, die immer öfter auftreten: so genannte Auto­immun­erkrankungen.

Wie es dazu kommt und wie Sie sie lindern können, erfahren Sie in diesem Beitrag. Ihre Schilddrüse hat die Form eines Schmetterlings und ist an der Luftröhre zu finden.

Ihre Aufgabe ist die Produktion bestimmter Hormone: Sie schüttet Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die beiden bekanntesten Schilddrüsenhormone, sowie Calcitonin aus.

Erstere sind wichtig für die Stoffwechselaktivität, Letzteres ist am Knochenaufbau beteiligt.

Autoimmunerkrankungen bedrohen die Schilddrüse

Allerdings ist die Gesundheit Ihrer Schilddrüse bedroht: Inzwischen leiden rund 10 Prozent aller Deutschen unter Autoimmunerkrankungen, die sich auf dieses Organ auswirken – Tendenz: steigend. Besonders häufig treten Morbus Basedow und die Hashimoto-Thyreoiditis auf.

Beide Erkrankungen sind Ursache eines fehlgeleiteten Immunsys­tems. Dabei richten sich die Abwehrzellen gegen das Gewebe der Schilddrüse.

So unterscheiden sich Basedow- und Hashimoto-Erkrankung

Bei beiden Krankheiten, die Ihre Schilddrüse betreffen können, handelt es sich zwar um Autoimmunerkrankungen. Aber sowohl die Ursache als auch die Folgen sind komplett unterschiedlich.

Eine Basedow-Erkrankung entsteht, wenn im Körper bestimmte Antikörper gebildet werden. Sie docken an den Rezeptoren der Schilddrüsenzellen an, die diese stimulieren.

Aus diesem Grund werden die Zellen der Schilddrüse angeregt, mehr Hormone zu produzieren. Es kommt auf diesem Weg zu einer Schilddrüsenüberfunktion.

Sie äußert sich durch:

  • rote, leicht schwitzende Haut,
  • brüchige, leicht fettende Haare, Haarausfall,
  • Durchfälle,
  • feuchte Augen,
  • schnellen Puls, teilweise mit ­Rhythmusstörungen,
  • Schlafstörungen,
  • Untergewicht trotz vermehrter Nahrungsaufnahme,
  • schnelle geistige Ermüdung.

Eine Hashimoto-Erkrankung dagegen bildet sich, wenn die Abwehrkörper, die das körpereigene Immunsystem bildet, sich gegen das Gewebe der Schilddrüse richten, das die Hormone produziert.

Dadurch kommt es zu einer Entzündung in diesem Gewebe – es wird nach und nach zerstört. Die Folge ist ein Mangel der Schilddrüsenhormone im Körper, also eine Schilddrüsenunterfunktion.

Bemerkbar macht sie sich durch:

  • trockene und kälteempfindliche Haut,
  • trockene und brüchige Haare sowie Haarausfall,
  • Verstopfung,
  • trockene Augen,
  • langsamen Puls,
  • erhöhtes Schlafbedürfnis,
  • häufiges Übergewicht,
  • vermindertes Konzentrationsvermögen und nachlassende Gedächtnisleistung.

So werden die Krankheiten erkannt

Das Problem ist, dass beide Erkrankungen schwer zu erkennen sind. Zu Beginn haben beide einen schleichenden Verlauf und äußern sich durch Symptome, die auch auf andere Krankheiten hinweisen können.

Eine einzelne Untersuchung reicht daher nicht aus. Diagnostiziert werden Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse in der Regel durch eine Kombination aus unterschiedlichen Verfahren.

So kommen zur Anwendung:

  • Tastuntersuchungen der Schilddrüse,
  • Blutuntersuchungen (gemessen werden Antikörper und Schilddrüsenhormone),
  • Ultraschalluntersuchungen,
  • Szintigramme (die Verwendung radioaktiver Substanzen).

Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchungen kann festgestellt werden, welche Autoimmunerkrankung vorliegt. Dementsprechend werden dann die Therapien festgelegt.

Warum nicht immer eine Operation nötig ist

Wenn Sie unter einer Hashimoto-Erkrankung leiden, müssen Sie in der Regel künstliche Schilddrüsenhormone nehmen. So können Sie den Mangel ausgleichen und die Auswirkungen auf Ihren Körper deutlich minimieren bzw. ganz in den Griff bekommen. Normalerweise ist eine Operation hier nicht nötig.

Anders sieht es aus, wenn bei Ihnen die Basedow-Erkrankung diagnostiziert wird. Denn bei ihr muss die Schilddrüse nicht angeregt, sondern ausgebremst werden.

Hierzu werden Sie im ersten Schritt Medikamente erhalten. Es kann aber sein, dass die Mittel nicht die erwünschte Wirkung zeigen. In diesem Fall wird die Schilddrüse verkleinert. Das kann durch eine Operation erfolgen.

Eine andere Methode ist die Radiojodtherapie. Bei dieser Strahlenbehandlung werden Bereiche der Schilddrüse deaktiviert.

Mit diesen Tipps unter­stützen Sie die Therapie

Grundsätzlich sind sowohl eine Hashimoto- als auch eine Basedow-Erkrankung nicht heilbar. Die entsprechenden Medikamente müssen Sie also für den Rest Ihres Lebens einnehmen.

Es gibt hierzu auch keinerlei wirklich wirksame Alternativen: Schilddrüsenmedikamente können Sie beim Vorhandensein von Autoimmunerkrankungen nicht durch andere Präparate ersetzen.

Hier aber einige Tipps, mit denen Sie Ihren Körper unterstützen können, um die Erkrankung zu lindern bzw. die schulmedizinische Behandlung zu unterstützen:

  • Häufig kommt es aufgrund von Stress zu Autoimmunerkrankungen. Daher sollten Sie Stress so weit wie möglich reduzieren: ­Lernen Sie eine Entspannungstechnik, zum Beispiel Yoga oder autogenes Training.
  • Verzichten Sie auf Lebensmittel, die Entzündungen fördern. Hierzu gehören zum Beispiel rotes Fleisch, aber auch Genussgifte wie Alkohol und Nikotin.
  • Verzehren Sie überwiegend Speisen, die als entzündungshemmend gelten. Das sind zum Beispiel Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren wie fetter Seefisch und Nahrungsmittel, die reich an sekundären Pflanzenstoffen sind. Obst und Gemüse sollten Sie daher sehr oft verzehren.
  • Verzichten Sie auf Jod, soweit es möglich ist. Jodiertes Speisesalz und jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel sind tabu, ebenso sollten Sie Ihren Arzt darauf hinweisen, dass bei eventuellen Behandlungen keine jodhaltigen Kontrastmittel verwendet werden.
  • Mittel, die Ihr Immunsystem anregen, sollten Sie nicht einnehmen. Hierzu gehört zum Beispiel Echinacea.
  • Sie können die schulmedizinische Behandlung mit Therapien aus der Alternativmedizin unterstützen. Gut geeignet sind bei Vorhandensein von Autoimmunerkrankungen beispielsweise eine Darmsanierung oder Akupunktur-Behandlungen.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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