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Verbannen Sie den Gelenkkiller Arachidonsäure von Ihrem Speisezettel

Dass Fleischverzicht bei Rheuma oft echte Wunder wirkt, ist in der Naturheilkunde wohlbekannt.

Denn Fleisch und andere tierische Lebensmittel enthalten die entzündungsfördernde Arachidonsäure.

Doch leider hält der Erfolg der fleischlosen Ernährung häufig nicht an, weil der menschliche Körper den Gelenkkiller Arachidonsäure auch aus mehrfach ungesättigten pflanzlichen Fettsäuren selbst bilden kann.

In diesem Beitrag sagen wir Ihnen, mit welchen Pflanzenölen Sie das verhindern und wie Sie mit Fischöl diesen Erfolg optimieren können.

Aus Arachidonsäure entstehen Reizstoffe für die Gelenke

Die Arachidonsäure, die zu den Omega-6-Fettsäuren zählt, ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln, ganz besonders in Schweinefleisch, enthalten.

Vor etwa 20 Jahren entdeckte die biochemische Forschung, dass der Körper aus dieser Säure bestimmte Entzündungsbotenstoffe aus der Gruppe der Leukotriene und der Prostaglandine bildet, die rheumatische Entzündungen der Gelenke anfachen.

Aber nicht nur das: Je mehr Arachidonsäure mit der Nahrung zugeführt wird, desto mehr entzündungsfördende Stoffe werden gebildet.

Diese Lebensmittel enthalten sehr viel Arachidonsäure

  • Schweineschmalz: 1.700 mg/100 g
  • Schweineleber: 870 mg/100 g
  • Eigelb: 210 mg/100 g
  • Schinkenspeck: 250 mg/100 g
  • Leberwurst: 230 mg/100 g
  • Geflügelschenkel: 170 mg/100 g
  • Schinken: 130 mg/100 g
  • Fleischwurst: 120 mg/100 g
  • Schweinefleisch: 120 mg/100 g
  • Butter: 110 mg/100 g
  • Salami: 100 mg/100 g

Was lag also näher, als Rheumapatienten zu einer weitgehend vegetarischen Ernährung zu raten? Und tatsächlich: Mehr als 150 Studien konnten einen Rückgang der Entzündungsschübe belegen. Doch dann der Rückschlag: Nach einer beschwerdefreien Zeit traten bei vielen Patienten neue Entzündungsschübe auf.

Nicht alle mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind gesund

Was war passiert? Als gesunden Ersatz für die tierischen Fette hatten Naturärzte und Ernährungsmediziner guten Glaubens die mehrfach ungesättigten Fettsäuren der Pflanzenöle empfohlen.

Natürlich sehr zur Freude der Ölhersteller, die damit heftig für ihre Produkte warben. Doch ausgerechnet die Öle mit dem höchsten Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie Distel-, Sonnenblumen- und Maiskeimöl, erwiesen sich jetzt als die Schuldigen.

Denn aus der in diesen Ölen reichlich enthaltenen Linolsäure, die ebenfalls zu den Omega-6-Fettsäuren zählt, stellt der Körper selbst Arachidonsäure her.

Da das Immunsystem eines Rheumatikers ständig auf Entzündungsbereitschaft „programmiert“ ist, nutzt es natürlich jede Möglichkeit, an die dafür benötigten Entzündungsbotenstoffe zu gelangen.

So wandelt der Körper die pflanzliche Linolsäure in Arachidonsäure um und produziert daraus die entzündungsfördernden Leukotriene und Prostaglandine. Die Folge ist der nächste Rheumaschub.

Bei Rheuma: am besten Lein- oder Rapsöl

Doch glücklicherweise wirken nicht alle mehrfach ungesättigten Fettsäuren entzündungsfördernd. So verhindert die Linolensäure, die zu den gesunden Omega-3-Fettsäuren zählt und in zahlreichen Pflanzenölen enthalten ist, die Umwandlung von Linolsäure in Arachidonsäure.

Bei Rheuma am besten geeignet sind Öle, deren Verhältnis von Linolsäure zu Linolensäure unter 2 liegt.

Das trifft nur auf Lein- und Rapsöl zu. Allerdings hat Leinöl mit 0,3 ein so gutes Verhältnis, dass Sie zusätzlich auch etwas von dem „schlechteren“ Weizenkeimöl verwenden können.

Denn dieses liefert Ihnen mit ca. 175 mg/100 g reichlich von dem antioxidativen Vitamin E, das die Synthese von Arachidonsäure ebenfalls hemmt und zudem entzündungsfördernde freie Radikale fängt. Lein- und Rapsöl enthalten dagegen nur wenig Vitamin E.

Fischöl optimiert den Erfolg Ihrer Rheuma-Diät

Mit der täglichen Einnahme von Fischöl, das mit der Eicosapentaensäure (EPA) ebenfalls eine entzündungshemmende Omega-3-Fettsäure enthält, können Sie den Erfolg Ihrer arachidonsäurefreien Rheuma-Diät noch verbessern.

Das hat eine Studie unter der Leitung des renommierten Fettsäure-Spezialisten Professor Dr. Olaf Adam von der Universität München an 64 Rheumapatienten ergeben, die im Januar 2003 in der Fachzeitschrift Rheumatology International erschien.

Der Studie zufolge reduzierte eine vegetarische Kost allein die Gelenkbeschwerden um 14 %.

Die Einnahme von zusätzlich knapp 1,5 g EPA täglich in Form von Fischöl erhöhte den Erfolg um mehr als das Doppelte auf bis zu 34 %! Denn EPA blockiert die Umwandlung vom Gelenkkiller Arachidonsäure aus der Nahrung in die gelenkschädigenden Entzündungsbotenstoffe.

Essen Sie Lachs und Hering

Zwar enthalten die meisten Kaltwasserfische, wie Makrele, Thunfisch, Lachs und Hering, auch etwas Arachidonsäure. Diese wird jedoch durch den hohen Gehalt an der hilfreichen Omega-3-Fettsäure EPA mehr als ausgeglichen.

Daher können Sie auch als Rheumatiker unbesorgt zwei- bis dreimal pro Woche eine ordentliche Portion Kaltwasserfisch essen.

An den Zwischentagen sollten Sie aber unbedingt 1 bis 1,5 g EPA in Form von Fischöl-Kapseln (6 bzw. 9 Kapseln à 500 mg Fischöl pro Tag) zu sich nehmen. Dabei können Sie auf die preiswerten Produkte aus dem Supermarkt oder der Drogerie zurückgreifen.

Achten Sie jedoch darauf, dass der Hersteller eine Reinheitsgarantie gibt und die Inhaltsmenge pro Kapsel bei 500 mg Fischöl bzw. 200 mg Omega-3-Fettsäuren liegt.

Neue Beobachtungen deuten übrigens darauf hin, dass eine Vermeidung vom Gelenkkiller Arachidonsäure auch bei anderen Autoimmunerkrankungen, z. B. Schuppenflechte und Multiple Sklerose, hilfreich sein könnte.

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Alte Kommentare
  • LAng schrieb am 27.06.2013, 11:32 Uhr

    Alle Empfehlungen für Fische umfassen immer nur Meeresfische. Wir hier in den Alpenhaben herrliche Süsswasserfische wie Saibling, Forelle, Reinanke, Hecht etc. Die werden nie erwähnt. Sind die für die Ernährung so unbedutend?Sie haben weder Quecksilber noch sonstige "Meerwasserinhalte".Z.B. Lebt der Sainbling nur in reinem Wasser. Danke für re Carin Lang