MenüMenü

Rheuma: Ärzte geben Ihnen meist falsche Ernährungsratschläge

Normalerweise empfiehlt Ihr Arzt Ihnen als Rheumatiker, bei Ihrer Ernährung pflanzlichen Ölen mit viel Linolsäure den Vorzug zu geben. Das ist für Menschen ohne Rheuma gut, bei rheumatoider Arthritis kann dieser Rat jedoch Schübe auslösen.

Pflanzliche Öle, Nüsse und manche Vollkornprodukte sollten deshalb von Rheumatikern nur in eingeschränkten Mengen genossen werden. Pflanzliche Fette sind unterschiedlich linolsäurereich. Distelöl besteht beispielsweise zu 74 Prozent aus Linolsäure, Olivenöl dagegen nur zu 8 Prozent. Olivenöl ist deshalb für Rheumatiker wesentlich günstiger als Distel-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl. Zugleich enthält es einen hohen Anteil an Vitamin E.

Rheuma© Adobe Stock – andifink

Die wichtigsten Regeln für Ihre Rheuma-Kost

  • Schränken Sie Ihren Fleischkonsum ein (ideal: Fleisch: zweimal die Woche mageres Fleisch wie Rinderfilet, Lammfilet oder Hühnerbrust ohne Haut).
  • Verzichten Sie auf Wurst.
  • Essen Sie Fisch (insbesondere Seefisch) so oft Sie können und mögen. Nehmen Sie auf alle Fälle Omega-3-Fischöl-Kapseln ein.
  • Verwenden Sie kaltgepresstes Olivenöl und vermeiden Sie linolsäurereiche Pflanzenöle wie Distelöl.
  • Vermeiden Sie tierische Fette wie Schweineschmalz, Bratenfett, Gänse- oder Entenschmalz.
  • Verzichten Sie auf Margarine. Butter ist in Maßen erlaubt, da linolenarm.
  • Meiden Sie sehr fetthaltige Milchprodukte.
  • Hände weg von fettreichen Fertigmahlzeiten. Verzichten Sie am besten generell auf industriell gefertigte Lebensmittel, bereiten Sie Ihr Essen selbst aus frischen und natürlichen Nahrungsmitteln zu.
  • Schränken Sie Ihren Kaffeekonsum ein, da Kaffee offenbar negativ ins Entzündungsgeschehen eingreift.
  • Seien Sie vorsichtig  mit dem Genuss von fettreichen Nahrungsmitteln wie Nüssen, Vollmilch-Schokolade, Eigelb oder Avocado.
  • Bevorzugen Sie Hartweizenteigwaren ohne Ei (keine deutschen Eiernudeln, sondern italienische Produkte).
  • Kaufen Sie fettarme Milch, Milchprodukte und Käsesorten.
  • Essen beziehungsweise trinken Sie Sauermilchprodukte wie Buttermilch, Kefir, Joghurt und Dickmilch.
  • Ziehen Sie Vollkorngetreide dem Weißmehl vor. Essen Sie täglich Vollkornprodukte, damit Sie genügend Spurenelemente erhalten.
  • Vermeiden Sie generell Lebensmittel, die Sie nicht vertragen und nach deren Genuss sich Ihre Beschwerden verschlimmern. Um das herauszubekommen, können Sie einige Wochen ein Tagebuch führen, in dem Sie Ihre Speisen und Ihr Befinden notieren.

So essen Sie sich fit bei Rheuma

Meiden Sie Nahrungsmittel, die reich an Arachidonsäure sind. Denn Arachidonsäure fördert Entzündungen in Ihrem Körper. Sie steckt vor allem in fettreichen, tierischen Lebensmitteln wie beispielsweise fettreiche Fleischarten und Wurstwaren, Butter oder Käse. Greifen Sie bei Milchprodukten zu den fettarmen Varianten, die weniger Arachidonsäure enthalten.


Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

Prima Checkliste gibt einen schnellen Überblick . . .

Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


Mit Fisch und Pflanzenöl gegen Rheuma

Eine entzündungshemmende Wirkung entfalten dagegen die Omega-3-Fettsäuren in Ihrem Körper. Lieferanten für diese wertvollen Fettsäuren sind vor allem fettreicher Seefisch wie Lachs, Hering, Makrele oder Thunfisch, aber auch einige Pflanzenöle wie Raps-, Lein- und Walnussöl. Gönnen Sie Ihrem Körper diese Pflanzenöle am besten täglich und genießen Sie zwei- bis dreimal pro Woche fettreichen Seefisch. Wenn Sie keinen Fisch mögen, verwenden Sie eine Margarine, die mit Omega-3-Fettsäuren angereichert ist.

Hier ein Vergleich: In einer gemischten, normalen Kost stecken rund 200 bis 400 mg Arachidonsäure pro Tag, in einer pflanzlichen nur zirka 50 mg. Durch den reichlichen Verzehr von Obst und Gemüse versorgen Sie Ihren Körper außerdem mit wertvollen Antioxidantien wie Vitamin C und Beta-Carotin. Wenn Sie unter Rheuma leiden, ist Ihr Bedarf an Antioxidantien erhöht. Durch die entzündlichen Prozesse entstehen vermehrt schädliche „Radikale“, die durch Antioxidanzien abgefangen werden.

Fisch© Adobe Stock – ChiccoDodiFC

Bewegung verringert Rheuma-Beschwerden deutlich

Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden unter Rheuma. Natürlich wird die Erkrankung in den meisten Fällen medikamentös behandelt. Aber zusätzlich sollten Sie als Betroffener immer auch auf Physiotherapie bestehen. Denn diese bringt Ihnen große Vorteile. Bei der Behandlung, zu der Krankengymnastik, Thermotherapie oder Bewegungstherapie gehören können, wird die Beweglichkeit Ihrer Gelenke deutlich verbessert. Muskeln werden stärker, Schmerzen verringern sich. Zudem benötigen viele Menschen, die Physiotherapie bekommen, deutlich weniger Medikamente. Dadurch verringern sich natürlich auch die Nebenwirkungen.

Leider wird diese Art der Therapie immer noch recht selten verschrieben. Daher sollten Sie auf jeden Fall auch selbst aktiv bleiben, selbst wenn Ihre Gelenke schmerzen. Denn nur so stellen Sie sicher, dass Ihre Knorpel gut durchblutet und damit ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. So vermeiden Sie weiteren Verschleiß. Es gibt zum Beispiel für Kniearthrose bzw. Rheuma in den Knien auch Untersuchungen, wie viel Sie am Tag laufen sollten: Am besten machen Sie 6.000 Schritte am Tag. Die Wissenschaftler raten, mit 3.000 Schritten zu beginnen und das dann nach und nach zu erhöhen. Denn pro 1.000 Schritten mehr verringert sich das Risiko für Bewegungsverringerungen um bis zu 18 Prozent.


Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


Weshalb eine Entsäuerung immer sinnvoll ist

Bevor sich Ihr Arzt oder Therapeut mit Ihnen gemeinsam für die Anwendung eines Medikaments oder/und eines Naturheilverfahrens entscheidet, sollte er Ihnen zu einer Entsäuerungskur raten. Wenn er das nicht von sich aus tut, sprechen Sie ihn unbedingt darauf an. Denn Rheumapatienten sind in aller Regel übersäuert, das heißt in Gelenkkapseln und Bindegewebe haben sich zum Teil toxisch wirkende Stoffwechselprodukte abgelagert, die sowohl die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung als auch die Entsorgung von Stoffwechselschlacken und Entzündungsstoffen behindern. Dadurch kann die Wirksamkeit aller therapeutischen Maßnahmen (sowohl der schulmedizinischen als auch der naturheilkundlichen) stark eingeschränkt bzw. ganz in Frage gestellt werden. Mit einer Entsäuerungskur befreien Sie Ihren Körper von diesen Toxinen.

In Apotheken, Drogerien und Reformhäusern finden Sie eine Vielzahl von Basenpulvern. Diese setzen sich vorwiegend aus Kalzium, Magnesium und Zink zusammen, also basischen Mineralstoffen, die die Fähigkeit besitzen, die Säuren in den Gelenken und Geweben zu binden und zu neutralisieren. Produktbeispiele: Wörishofener Basenpulver von Dronania, 64 Kapseln ca. 9 Euro; Basica instant von Protina, 300 g Pulver ca. 10 Euro; Aposor von Pharno-Wedropharm, 200 g Pulver ca. 7 Euro. Diese nehmen Sie über einen Zeitraum von sechs Wochen gemäß den Anweisungen auf dem Beipackzettel ein.

Unterstützung durch säurearme Ernährung

Zusätzlich sollten Sie durch eine säurearme Ernährung den Entsäuerungsprozess unterstützen. Verzichten Sie in dieser Zeit möglichst auf

  • Kaffee, Früchtetee und Fruchtsäfte
  • Zucker und Weißmehlprodukte
  • Zitrusfrüchte
  • fettige oder scharf gewürzte Speisen
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Alkohol
  • Schweinefleisch

Zur Entgiftung bieten sich verschiedene Präparate an, deren Auswahl Sie am besten Ihrem Therapeuten überlassen (z. B. als spezielles homöopathisches Präparat die Phönix-Entgiftungskur). Informationen hierzu sowie einen Einnahmeplan erhalten Sie in Apotheken oder bei Ihrem Therapeuten. Das Entgiftungspräparat nehmen Sie 45 Tage lang ein, parallel dazu erfolgt eine Umstellung Ihrer Ernährung und anschließend nehmen Sie die Basenpräparate ein. Eine zusätzlich entgiftende Wirkung haben Heilpflanzentees aus Brennnessel, Goldrute und Löwenzahn (aus der Apotheke). Wichtig: Während der Entsäuerungs- und Entgiftungskur sollten Sie täglich mindestens zwei, besser 2,5 Liter Flüssigkeit trinken.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten

Regelmäßig Informationen über Innere Medizin erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Redaktionsteam FID Gesundheitswissen. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!