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Arterielle Verschlusskrankheit: Anzeichen und Symptome

Sie merken es beim Gehen. Nach einer bestimmten Wegstrecke spüren Sie einen heftigen Schmerz im Bein. Die Schmerzen treten immer an der gleichen Stelle auf. Wenn Sie stehenbleiben und einige Minuten pausieren, verschwinden die Schmerzen wieder.

Nach der Baseler-Studie (Widmer) leiden etwa 1% der 40-50jährigen, 5% der 50-60jährigen und 60-70jährgen an einem Raucherbein. Männer sind fünfmal häufiger als Frauen betroffen.

Diese ernstzunehmende Krankheit wird als Claudicatio intermittens (intermittierendes Hinken; sog. Schaufensterkrankheit) bezeichnet. Die Änderung von zwei Lebensgewohnheiten kann die Schmerzen jedoch häufig lindern.

Lokalisierung der Schmerzen

Schmerzen, die infolge schlechter Durchblutung entstehen, treten immer unterhalb des verengten Bereichs einer Arterie auf. Schmerzen in Hüfte, Gesäß und Waden sind am häufigsten.

In manchen Fällen führt die Gefäßverengung zu Schmerzen im Fußgewölbe.

Anzeichen von Arteriosklerose?

In 9 von 10 Fällen sind diese vorhersehbaren, wiederkehrenden Schmerzen, die gelegentlich als „Krampf” oder sogar „Schwäche” bezeichnet werden, ein Zeichen dafür, daß die Muskeln der Beine nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.

Obwohl die Schmerzen zunächst nur als Unannehmlichkeit empfunden werden, können sie ein Hinweis auf eine teilweise eingeengte oder verschlossene Arterie sein, gewöhnlich eine Folge von Arteriosklerose.

Ein erhöhtes Risiko für Claudicatio intermittens besteht bei:

  • Rauchern
  • Männern
  • Frauen jenseits der Menopause
  • über 60jährigen
  • hohem Blutdruck
  • hohem Cholesteringehalt im Blut
  • Übergewicht
  • ungenügender körperlicher Tätigkeit
  • Diabetes

Körperliche Betätigung löst Schmerzen aus

Bei körperlicher Bewegung verbrauchen die Muskeln mehr Sauerstoff. Wenn die Blutzufuhr zu den Beinen teilweise oder völlig blockiert ist, verursachen Aktivitäten wie Laufen oder Treppensteigen Muskelermüdung, Schmerzen oder ein Ziehen.

Bei einer schweren krankhaften Veränderung der Arterie (Verdickung, Verhärtung) können die Schmerzen schon in der Ruhephase spürbar sein.

Verengte Blutgefäße können zu wunden Stellen an den Beinen oder Füßen führen, die nicht mehr abheilen. Eventuell kann das mit Sauerstoff unterversorgte Gewebe absterben (Gangrän) und eine Amputation erfordern.

Um die Ursache der Schmerzen zu bestimmen, untersucht der Arzt den Puls an den Füßen, vergleicht dann den Blutdruck im Arm mit dem an den Fußknöcheln.

Ist der Blutdruck im Knöchel wesentlich niedriger als der im Arm, kann dies bedeuten, daß die Arterien der Beine verengt sind. Um die Blockade zu lokalisieren, setzt der Arzt vielleicht eine Doppler-Ultraschall-Untersuchung an.

Das sind die ersten Anzeichen der arteriellen Verschlusskrankheit:

  • Schmerzen beim Gehen
  • Kältegefühl
  • Taubheitsgefühl
  • blasse Hautfarbe

Meist treten diese Symptome jedoch erst auf, wenn eine Arterie zu 90% verstopft ist. Denn der Körper kann neue Gefäße, so genannte Umgehungskreisläufe (Kollateralen), bilden, die dann das minderdurchblutete Gewebe versorgen.

Es gibt eine ganze Reihe von Risikofaktoren, die eine Arteriosklerose – und damit letztendlich auch das Raucherbein- begünstigen. Die wichtigsten sind sicherlich Diabetes und das Rauchen.

Diese Faktoren begünstigen die Erkrankung:

  • Diabetes
  • Rauchen
  • Lebensalter über 60 Jahre
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutfettwerte
  • erhöhte Homocysteinwerte

In der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen leiden etwa 11% der Deutschen an Claudicatio intermittens (AVK; Knöchel-Arm-Index unter 0,9). Allerdings sind erst bei etwa der Hälfte von ihnen bereits Symptome (z. B. Schmerzen beim Gehen) vorhanden. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit der Erkrankung insgesamt zu.

Selbst wenn sich ein Gefäß nicht komplett verschließt, können Minderdurchblutungen dazu führen, dass Verletzungen schlechter heilen undInfektionen begünstigt werden.

Die Folge sind „offene Beine“, die im Extremfall eine Amputation notwendig machen können. Zehntausende Patienten werden jährlich in Deutschland immer noch amputiert.

Besonders gefährdet sind Diabetiker. Bei ihnen liegt häufig eine Kombination aus arterieller Durchblutungsstörung und Nervenschädigung (Neuropathie) vor.

Die Folge: Der warnende Schmerz, der Patienten normalerweise bereits im Krankheits-Stadium II zum Arzt führt, wird von Diabetikern nicht wahrgenommen und die Behandlung daher oft zu spät eingeleitet.

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