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Lupus: Diese Autoimmun-Erkrankung ist heutzutage meist behandelbar

Nach Monaten mit Gelenkschmerzen, Erschöpfung und ungewöhnlichem Hautausschlag wurde bei Ihrer Tochter ein Lupus diagnostiziert.

Vor Jahren hatte man Ihnen diese Erkrankung noch als lebensbedrohlich geschildert.

Jetzt erklärt Ihr Arzt, dass sich die Erkrankung mit geeigneten Mitteln in den Griff bekommen lässt. Medikamente und Änderungen des Lebensstils haben das Leben mit Lupus erträglicher gemacht.

Fortschrittliche Therapien haben die Lebenserwartung erhöht. Lupus entsteht, wenn Ihr Immunsystem die Fähigkeit verliert, zwischen eigenem Körpergewebe und Fremdstoffen zu unterscheiden.

Unsere Immunabwehr produziert Antikörper und weiße Blutzellen gegen körpereigenes Gewebe, sodass Entzündungen, Gewebeschäden und Schmerzen entstehen.

Lupus ist eine chronisch-entzündliche Autoimmun-Erkrankung, die viele Körperteile in Mitleidenschaft ziehen kann, darunter Haut, Gelenke, Nieren, Blutzellen, Herz, Lunge und Gehirn. Die Ursache eines Lupus ist nicht bekannt.

Krankheit mit variierenden Symptomen

Die häufigste Form von Lupus unter Erwachsenen ist der systemische Lupus erythematosus (SLE, auch Lupus erythematodes dissmeminatus genannt). Die Diagnose eines Lupus kann schwierig sein. Manchmal liegen keine Hinweise oder Symptome vor.

Zu den Symptomen gehörten:

  • Eine schmetterlingsförmige (malare) Rötung über Nase und Wangen (Schmetterlingsexanthem“) oder ein scheibenförmiger (diskoidale) Hautausschlag, der auf Gesicht, Hals oder Brust erscheint.
  • Empfindlichkeit auf Sonnenlicht, besonders starke Rötungen oder Sonnenbrände nach minimaler Sonneneinstrahlung.
  • Geschwüre auf der Zunge oder an den Mundschleimhäuten, die häufig schmerzfrei sind.
  • Arthritis, häufig in den Gelenken der Finger, Hand und Knie.
  • Eine Entzündung der äußeren Organgewebeschichten (Serositis) wie zum Beispiel am Herzen (Perikarditis) und an den Lungen (Pleuritis), die zu Schmerzen, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen führen.
  • Nierenprobleme, die zu geschwollenen Beinen (Ödeme) oder Bluthochdruck führen, aber auch ohne Symptome auftreten können.
  • Gehirn- oder Rückenmarksprobleme, die Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in einer oder mehrerer Extremitäten, Kopfschmerzen, Schwindel, verschwommenes Sehen, Verhaltensstörungen oder sogar Schlaganfälle verursachen können.
  • Depression und Konzentrationsschwäche, entweder direkt verursacht durch die Erkrankung oder indirekt als Reaktion auf das Leben mit einer chronischen Krankheit.

Andere Symptome können Erschöpfung, Fieber, Brustschmerzen, Schwellungen, Blutarmut und Haarausfall beinhalten.

Wie sich ein Leben mit Lupus arrangieren lässt

Medikamente können die Komplikationen beim Lupus reduzieren. Das Mittel der Wahl hängt davon ab, welche Organe und wie schwer sie betroffen sind.

Zu den Medikamenten gehören:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) – NSAR können Gelenk- und andere Organentzündungen herabsetzen. Zu den rezeptfreien NSAR gehören Ibuprofen (z. B. Aktren) und Naproxen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Folgen bei Langzeiteinnahme, vor allem in Bezug auf die Nieren.
  • Anti-Malariamedikamente – Abgesehen von ihrem Einsatz bei der Tropenkrankheit Malaria können Anti-Malariamittel wie Hydroxychloroquin auch antientzündlich wirken. Diese Eigenschaft kann besonders hilfreich bei der Behandlung von Gelenk- und Hautbefall bei Lupus sein.
  • Kortikosteroide – Diese Wirkstoffe, zu denen zum Beispiel Prednison und andere Kortisonpräparate gehören, bekämpfen ebenfalls die Entzündung. Aber bei langfristiger Einnahme können sie schwere Nebenwirkungen nach sich ziehen wie Gewichtszunahme, Gesichtsschwellung (Cushing, Vollmondgesicht), Blutungsneigung der Haut (blaue Flecken“), Ausdünnen der Knochen (Osteoporose), Bluthochdruck, Katarakt (Grauer Star“), Diabetes und erhöhtes Infektionsrisiko. Bei vorsichtigem Gebrauch lassen sich jedoch die meisten Nebenwirkungen minimieren.
  • Immunsuppresiva – Diese können die Immunantwort herabsetzen. Sie können verschrieben werden, wenn der Lupus mehrere Organe befallen hat, besonders die Nieren. Einige können zu Blutarmut (Anämie) und Abfall der weißen Blutzellen unserer Abwehr führen, sodass ebenso ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Bei langfristigem Gebrauch können Immunsuppressiva auch das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen.

Täglich mit der Krankheit Lupus fertig zu werden, kann sehr stressig sein. Entspannungstechniken wie Meditation und Yoga sowie Unterstützung durch Freunde und Familie oder einer Selbsthilfegruppe können hilfreich sein.

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Alte Kommentare
  • Nadja schrieb am 16.08.2009, 23:35 Uhr

    Der wohl berühmteste Mensch der damit leben (und sterben) musste, war Michael Jackson. :-(