MenüMenü

Leber: So helfen Sie einer kranken Leber

Das Gefährliche: Genau wie andere Lebererkrankungen verursacht die nicht-alkoholische Fettleber erst einmal keine Symptome.

Sie wird also nur durch Zufall oder sehr spät erkannt. So entwickeln sich eventuell sogar Leberzirrhose oder Leberzellkrebs als Spätfolgen.

Die Ursachen einer nicht-alkoholbedingten Fettleber sind ganz unterschiedlich. Medikamente wie zum Beispiel Paracetamol oder Rheumamittel gehören dazu, Übergewicht oder ein zu hoher Konsum von Fruktose nicht aus Obst, aber aus Saft, Limonaden und Joghurts, also überall da, wo der Stoff als „gesunde Süße“ zugefügt wird.

Wie entsteht eine nicht-alkoholische Fettleber?

Ein Fett-Überangebot führt dazu, dass die Leber nach und nach verfettet. Von so einer Fettleber sind in Deutschland immerhin rund zehn Millionen Menschen betroffen.

Zwar gibt es Medikamente gegen die Fettleber, allerdings sind diese nicht empfehlenswert. Sie enthalten Substanzen, die ihrerseits wiederum die Leber schädigen oder das Gewicht erhöhen und so nicht gerade förderlich für eine Fettleber sind.

Die gute Nachricht: Eine Fettleber bildet sich komplett zurück, wenn Sie Ihre Ursache ausschalten.

Auch regelmäßige Bewegung hat einen sehr positiven Einfluss auf Ihre Lebergesundheit und schützt sie dadurch auf Dauer.

Viel Obst und Gemüse gegen die Fettleber

Betroffene, die schon unter einer Leberverfettung leiden, sollten diese durch eine Umstellung des Lebensstils verringern. Das trägt dazu bei, dass sich die Verfettung tatsächlich zurückbildet.

Wichtig ist, dass die Ernährung so umgestellt wird, dass Sie sich gesund ernähren: Viel Obst und Gemüse, wenige einfache Kohlenhydrate und natürlich eine verringerte Fettaufnahme.

Sie sollten darauf achten, dass Sie möglichst mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen. Hierzu gehören Omega-3-Fettsäuren.

Diese schonen die Leber im Gegensatz zu gesättigten Fettsäuren, wie sie in Fast Food, industriell produzierten und tierischen Lebensmitteln vorkommen.

Eine Fettleber kann übrigens auch weitere, schwerwiegende Folgen haben: Die Fettansammlung in der Leber kann eine Störung im Blutzuckerstoffwechsel verursachen.

Ist dies der Fall, kann sie auf Dauer eineDiabetes-Typ-II-Erkrankung auslösen. Daher sollte sie unbedingt behandelt werden.

So bringen Sie Ihre Leber wieder in Topform

Grundsätzlich gilt: Eine Fettleber ist rückbildungsfähig, wenn Sie die auslösende Ursache abstellen. Studien zeigen, dass bereits eine Gewichtsabnahme um 4 bis 14 Prozent den Leberfettgehalt um 35 bis 81 Prozent senken kann.

Erst die Leberzirrhose ist nicht mehr rückbildungsfähig. Durch kleine Änderungen in Ihrem Lebensstil kann sich Ihre Leber wieder erholen:

  • Verzichten Sie auf Alkohol, wenn Ihrer Fettleber ein regelmäßiger (täglich) übermäßiger Alkoholkonsum zugrunde liegt. Allein dadurch bildet sich diese Form der Fettleber in der Regel innerhalb einiger Wochen bis Monate zurück.
  • Bauen Sie Übergewicht ab. Besonders Bauchfett ist ein stoffwechselaktives Gewebe, das Substanzen (entzündungsfördernde Botenstoffe / freie Fettsäuren) produziert, die eine Leberverfettung fördern.
  • Bleiben Sie in Bewegung. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität auch ohne Gewichtsabnahme zu einer Besserung einer Fettleber führt. In einer Untersuchung konnten Betroffene mit acht Wochen Training auf dem Fahrradergometer ihren Fettgehalt in der Leber um 13 Prozent reduzieren.
  • Essen Sie wenig Weißmehlprodukte wie Weißbrot, Baguette, Cornflakes, Kuchen und Kekse. Greifen Sie lieber zu Vollkornprodukten.
  • Schränken Sie Ihren Zuckerkonsum ein. Besonders zuckerhaltig sind Softdrinks, viele Smoothies aus dem Handel, Süßwaren, Nuss-Nougat-Creme, Speiseies und Fruchtjoghurts.
  • Meiden Sie große Fruchtzuckermengen. Trinken Sie keinen süßen Obstsaft. Verzichten Sie auf süße und sehr reife Obstsorten (Äpfel, Birnen, Weintrauben, Trockenobst). Die größte Gefahr lauert in industriell hergestellten Lebensmitteln (besonders Softdrinks).

Leiden Sie zusätzlich unter Diabetes, sollten Sie regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte genau einstellen lassen.

Ansonsten bilden sich zu viele freie Fettsäuren in Ihrem Blut, die ein weiteres Verfetten Ihrer Leber fördern.

  • Bei einer chronischen Virushepatitis gibt es keine Ernährungsvorschriften, die zu einer schnellen Heilung beitragen können. Allerdings kommt es im Rahmen der medikamentösen Therapie oft zu Appetitverlust. Sie könnten dadurch rapide an Gewicht verlieren. In so einer Situation ist es wichtig, dass Sie sich dennoch die Lust am Essen bewahren. Sie können zum Beispiel statt drei große mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen. Auch ein Betthupferl ist dann erlaubt. Bereiten Sie sich Zwischensnacks wie einen Joghurt, ein Stück Obstkuchen oder ein „besonders nett“ belegtes Brot – oder Sie setzen einfach häufiger Ihre Lieblingsgerichte auf den Speiseplan.

Bei Hepatitis kann es auch schnell zu Lebensmittelunverträglichkeiten kommen. Daher sollten Sie Ihren Körper immer genau beobachten, wie er auf die Lebensmittel reagiert.

  • Durch eine Leberzirrhose verwandeln sich die Zellen Ihrer Leber nach und nach in Narbengewebe. Solange aber noch nicht zu viel Gewebe zerstört wurde, brauchen Sie keine besonders schonende Ernährung. Eine gesunde Vollwertkost reicht auch hier aus. Anders sieht es aus, wenn Komplikationen auftreten. Wenn sich zum Beispiel Wasser im Bauch sammelt, müssen Sie die Verwendung von Kochsalz einschränken. Verzichten Sie dann auf sämtliche Fertiggerichte, auf Chips und gesalzene Nüsse oder Gemüsekonserven. Zudem müssen Sie mit Ihrem Arzt absprechen, ob Sie auch Ihre Flüssigkeitsaufnahme einschränken sollten.

Eine Auflage entlastet Ihre Leber

Unterstützen Sie die Entgiftungsarbeit Ihrer Leber ab und an beziehungsweise bei Beschwerden wie Blähungen oder Magen- und Darmproblemen durch einen Leberwickel. Er kurbelt die Arbeit Ihrer Leber an und löst ein sehr entspannendes, wohliges Gefühl im ganzen Körper aus.

So geht es: Je nach dem, was Ihnen angenehmer ist, legen Sie sich ein mit kaltem oder warmem Wasser getränktes Tuch auf den rechten Oberbauch unter den Rippenbogen – an die Stelle also, wo Ihre Leber sitzt.

Das nasse Tuch decken Sie mit einem Frotteehandtuch ab und nun wickeln Sie ein großes Moltontuch um die Körpermitte.

Legen Sie sich mit Ihrem Bauchwickel ins Bett und ruhen Sie 45 bis 60 Minuten mit dem Wickel.

Wenn Sie einen warmen Wickel machen, können Sie zusätzlich noch eine Wärmflasche auf das nasse Handtuch legen, um die Wärme länger zu halten. Bestens geeignet ist auch hier ein Heublumensack  aus der Apotheke.

Geschädigte Leber: Wenn die Hirnleistung leidet

Wenn die Hirnleistung aufgrund der Leberzirrhose gestört ist, liegt das daran, dass bestimmte Stoffe, vor allem Abbauprodukte, die beim Eiweißstoffwechsel entstehen, nicht mehr abgebaut werden können.

Es kann dann therapeutisch notwendig sein, dass Sie kurzfristig Ihre Eiweißaufnahme einschränken. Das müssen Sie aber mit Ihrem Arzt absprechen.

Sie brauchen aber auch in einem solchen Fall weiterhin 60 Gramm Eiweiß pro Tag.

Kranke Leber: Vorsicht vor gefährlichen Blutungen

Da bei einer Leberzirrhose der Blutfluss in der Leber gestört ist, sucht sich das Blut andere Wege. Die kleinen Blutgefäße, die sich in Magen und Speiseröhre befinden, werden so viel stärker durchblutet und können schnell aufreißen.

Folge können lebensbedrohliche Blutungen sein. Liegen bei Ihnen diese so genannten Krampfadern in der Speiseröhre vor, müssen Sie alles vermeiden, was sie reißen lassen kann.

Sie müssen Ihre Nahrung immer gut kauen. Auf Nahrung mit Ecken und Kanten (Knäcke, Chips, Kekse, Pommes) sollten Sie verzichten.

Wählen Sie weiche Nahrungsmittel und vor allem: Kauen Sie intensiv, bevor Sie Ihre Nahrung herunterschlucken.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten