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Leber: Erhöhte Werte beobachten

Ihre alljährlichen Blutuntersuchungen waren bislang immer reine Routine. Dieses Mal ist es anders: Die Ergebnisse deuten auf ein mögliches Problem mit Ihrer Leber hin. Sie fühlen sich gut und empfinden keine Beschwerden.

Trotzdem möchte Ihr Arzt einige zusätzliche Blutuntersuchungen vornehmen, um sicherzustellen, ob Ihre Leber in Ordnung ist.

Mit Hilfe von Lebertests (Leberfunktionstests) stellt Ihr Arzt fest, ob Ihre Leber entzündet oder geschädigt ist. Demnach wählt er die richtige Behandlung.

Die Leber ist das größte Einzelorgan des Körpers und wiegt etwa 2 kg. Im Wesentlichen arbeitet sie als chemische Fabrik des Körpers.

Die Leber gleicht einer chemischen Fabrik

Unter normalen Bedingungen laufen in ihr viele komplizierte Vorgänge ab, die die anderen Körperfunktionen beeinflussen. Dazu gehören:

  • Regulation der Blutzusammensetzung – Die Leber wirkt an der Kontrolle der Blutspiegel von Zucker (Glukose), Proteinen (Eiweiß) und Fetten mit. Sie entfernt das Bilirubin (Abbauprodukt roter Blutzellen) aus dem Blut und scheidet es in modifizierter Form mit der Gallenflüssigkeit aus.
  • Herstellung lebenswichtiger Nährstoffe – Die Leber verwandelt Nährstoffe aus der Nahrung in Formen, die der Körper verwerten kann. Sie stellt Cholesterin, Vitamin A und bestimmte Eiweißstoffe her, lagert Nährstoffe ein (z. B. Eisen und andere Mineralien) und produziert die Gallenflüssigkeit, die bei der Verdauung hilft.
  • Neutralisierung toxischer Substanzen – Die Leber arbeitet als großer Filter, der das Blut von Alkohol, Medikamenten und schädlichen chemischen Substanzen befreit. Die aus dem Blut gefilterten Substanzen bereitet sie so auf, dass der Körper sie schadlos ausscheidet.

Anzeichen für Leberprobleme

Wenn die Leber aus irgendeinem Grund ihre normalen Aufgaben nicht erfüllen kann, ist die Gesundheit in Gefahr. In manchen Fällen treten sichtbare Symptome auf, wie zum Beispiel bei der Gelbsucht.

Dabei häuft sich Bilirubin im Blut an, das der Haut und den Augen ein gelbes Aussehen verleiht.

In anderen Fällen gelten von der Norm abweichende Testergebnisse als erste Anzeichen von Störungen. In beiden Fällen geben Lebertests dem Arzt Hinweise, wo der Ursprung der Störung liegt.

Mögliche Ursachen von Leberstörungen

Wenn die Ergebnisse eines Lebertests von der Norm abweichen, stellt das noch keine Aussage über die Schwere der Störung dar. Um sich Klarheit zu verschaffen, veranlasst Ihr Arzt weitere Lebertests.

Zusätzliche Blutuntersuchungen genügen zusammen mit einer gründlichen körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls bildgebenden Verfahren für eine genaue Diagnose.

Zu den angewandten bildgebenden Verfahren gehören Ultraschall (Sonographie) oder CT (Computertomographie). In manchen Fällen entnimmt der Arzt ein Stück Lebergewebe zu diagnostischen Zwecken (Biopsie).

Es gibt viele mögliche Lebererkrankungen. Die Folgenden treten häufig auf. Der Arzt entdeckt sie mit Hilfe von Lebertests:

Virushepatitis

Sie gilt weltweit als führende Ursache für Lebererkrankungen. Dabei verursacht ein Virus die Entzündung der Leber. Hepatitis A bezeichnet eine hochansteckende Krankheit, die sich vorwiegend durch verseuchte Nahrungsmittel oder verseuchtes Wasser überträgt.

Eine potenziell schwerere Form einer chronisch verlaufenden Leberentzündung ist die Hepatitis B. In den Industrieländern überträgt man sie in der Regel durch Kontakt mit infiziertem Blut.

Eine dritte Form, die Hepatitis C, bereitet Experten zunehmend Sorge. Im Allgemeinen überträgt sie sich durch Kontakt mit infiziertem Blut.

Sie führt häufig zu einer chronischen Lebererkrankung und gilt als häufigste Ursache für eine Lebertransplantation.

Lebererkrankungen durch Alkohol und Medikamente

Exzessiver und chronischer Alkoholgenuss führt unter Umständen zu einer Leberentzündung. Jahrelanger Alkoholgenuss zerstört Lebergewebe unter Umständen unwiederbringlich und es vernarbt (Leberzirrhose).

Bestimmte frei verkäufliche sowie verschreibungspflichtige Medikamente verursachen ebenfalls eine Leberentzündung.

Krebs

Die meisten Krebstumore in der Leber sind aus anderen Teilen der Körpers eingewandert (metastasiert). Auch gibt es primären Leberkrebs, der seinen Ursprung in der Leber oder in den Gallengängen hat.

Chronische Lebererkrankungen (z. B. Zirrhose als Resultat einer Hepatitis B oder C) erhöhen das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs.

Weitere Lebererkrankungen

Mit Lebertests stellt der Arzt darüber hinaus Störungen durch vermehrte Fettablagerung in der Leber (Fettleber) fest. Häufig assoziiert man eine Fettleber mit einem übermäßigen Alkoholkonsum.

In den letzten Jahren häufen sich jedoch Leberfunktionsstörungen verursacht durch Fettablagerungen, die nicht alkoholbedingt sind (Fettleber, nichtalkoholische Steatosis hepatis oder NASH).

Diese Form der Fettleber tritt unter Umständen in Verbindung mit mehreren anderen Erkrankungen auf, unter anderem bei Fettsucht und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Eine andere Lebererkrankung, die Lebertests aufdecken, ist die Hämochromatose. Sie führt zu stark erhöhten Eisenablagerungen im Körper, besonders in der Leber. Die Hämochromatose ist erblich.

Laut Deutscher Leberhilfe e. V. (Köln) gilt sie als eine der häufigsten Erbkrankheiten in Deutschland.

Achtung bei deutlichen Abweichungen!

Leichte Abweichungen von normalen Ergebnissen treten bei Lebertests häufig auf. Die meisten dieser Personen erleiden nie eine ernste Lebererkrankung. Deutliche Abweichungen sollten Sie jedoch nicht ignorieren.

Sie gelten als erster Hinweis, der den Arzt auf die Spur einer ernsten Störung führt. Unter Umständen liegt auch bei uncharakteristischen Beschwerden eine Erkrankung der Leber vor.

Der Ausschluss einer tatsächlichen Lebererkrankung durch die Bestimmung der Leberwerte ist wichtig.

„Je früher man eine Diagnose stellt, desto schneller kommt es zur Behandlung und gegebenenfalls sogar zur Heilung. Bei einer Infektion mit dem Hepatitis C-Virus geht man zum Beispiel von Folgendem aus: Zehn Jahre unerkannt mit dem Virus zu leben bedeutet, mindestens zehn Prozent weniger Chancen zu haben, das Virus in den Griff zu bekommen.“

Dies äußert Professor Claus Niederau, Vorstand der Deutschen Leberhilfe.

Warum ist die Bestimmung der Werte so wichtig?

Gerade bei unspezifischen Symptomen stellt deshalb die Bestimmung der Leberwerte Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) und g-GT eine Notwendigkeit dar.

Im Falle einer fortgeschrittenen Lebererkrankung sind weitergehende Krankheiten wie Leberzirrhose oder Leberkrebs programmiert. In vielen Fällen besteht nur die Möglichkeit einer Transplantation der Leber.

10 bis 15 Prozent aller Patienten, die ihren Hausarzt aufsuchen, leben mit einem erhöhten GPT-Wert. Die Dunkelziffer der unerkannten Lebererkrankungen liegt bei rund 70 Prozent.

Erhöhte Leberwerte stellen kein „Kavaliersdelikt“ dar. Alkoholmissbrauch oder eine Fettleber durch Übergewicht und eine ungesunde Lebensweise liegen heute oftmals einer Lebererkrankung zu Grunde.

Deshalb sollten die Patienten sogar geringfügig erhöhte Werte abklären.

Einbindung des GPT-Wertes sinnvoll

Es ist daher sinnvoll, die kostengünstige Bestimmung des GPT-Wertes in den Checkup-35 aufzunehmen und damit automatisch eine Information über die erhöhten Werte zu erhalten.

„Die Basistests sollte man in jedem Fall beim Hausarzt machen“, sagt Claus Niederau. Bei einem Verdacht auf eine infektiöse Lebererkrankung erweisen sich diese Tests für den Arzt nicht mehr als budgetrelevant, sodass es keinen Hinderungsgrund für eine Wertbestimmung gebe.

Liegt tatsächlich eine Erkrankung der Leber vor, bindet der Hausarzt einen Facharzt mit ein.

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