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Artischocke: Balsam für Ihre Leber

Die Artischocke ist nicht nur eine Delikatesse, sie bietet Ihrem Verdauungssystem einen wichtigen Schutz. Doch viele wissen gar nicht, was sie mit den stacheligen Dingern anfangen sollen.

Die Artischocke, ein Distelgewächs

Ihre Verwandschaft kann die Artischocke nicht leugnen: Sie gehört zu den Disteln und Ihre kräftigen Blätter sind entsprechend piksig.

Bereits an den Wänden der ägyptischen Pharaonengräber finden sich Zeichungen der Pflanze.

Vom Land am Nil aus soll sie nach Europa gekommen sein und von dort einen weiten Siegeszug angetreten haben. Bis ins 18. Jahrhundert galt der Genuss der teuren Artischocke als Privileg des Adels.

Hauptanbaugebiet sind heute die Mittelmeerländer Frankreich, Italien und Spanien. Bei uns sind sie auf Märkten und in Gemüseläden zu finden, im Supermarktregal nur selten.

Zubereitung

Artischocken sind im Prinzip einfach zuzubereiten: Sie schneiden den Stengel direkt unter der Blüte ab. Ebenso schneiden Sie mit einer Küchenschere die stacheligen Spitzen der einzelnen Blätter ab.

Bei allen größeren Artischocken wird das obere Drittel nun mit einem scharfen Messer abgeschnitten und das untere bis zur weiteren Verwendung in Zitronenwasser gelegt.

Nun geben Sie die Blüten in einen großen Topf mit kochendem Zitronenwasser und verschließen ihn mit einem Deckel. Garzeit je nach Größe 20 bis 45 Minuten. Die Garprobe machen Sie, indem Sie eine Artischocke aus dem Wasser heben und an einem Blättchen zupfen.

Verzehrt werden von der Pflanze die schmackhaften Blütenböden und der untere Teil der Blätter – sofern er fleischig ist. Das ist von Sorte zu Sorte verschieden.

Man isst sich von außen nach innen vor bei der Artischocke: Zunächst werden die äußeren Blütenblätter abgezupft, sie haben meist noch kein ausgeprägt fleischiges Unterteil.

Je weiter Sie sich vorarbeiten, umso leckerer wird es. Die herausgezupften Blätter werden in eine Sauce – zum Beispiel eine Vinaigrette – getunkt und genüsslich durch den Mund gezogen und am unteren Ende abgeknabbert.

Die Blätter werden in einer Extraschale entsorgt. Irgendwann haben Sie dann den Blütenboden herausgearbeitet. Er ist mit einer Art Heu bedeckt, das Sie mit einem Löffel vorsichtig herausschälen und wegtun.

Nun haben Sie die Delikatesse herausgeschält: den Boden. Er wird ebenfalls mit Sauce genossen.

Das macht die Artischocke so gesund

Artischocken sind reich an Vitaminen – etwa Vitamin C, Vitamin E, Betakarotin und verschiedene Vitamine aus der B-Gruppe und vor allem vielen wichtige Mineralien und Spurenelementen.

In 100 g gekochter Artischocke (das entspricht etwa einem Artischockenboden) finden sich rund 350 mg Kalium – etwa ein Zehntel unseres Tagesbedarfs.

Auch der Anteil an Kalzium und Magnesium ist relativ hoch. Kalzium ist ein wichtiger Baustein unserer Knochen. Magnesium macht uns weniger anfällig gegen Stress und lässt uns nervliche Belastungen besser vertragen.

Besonders hoch ist auch der Eisengehalt der Distelpflanze. Die Spurenelemente Kupfer und Mangan sind ebenfalls enthalten. Der Bitterstoff der Artischocke ist das Cynarin.

Es regt den Appetit an, fördert den Gallenfluss und die Verdauung. Es soll eine spezifische Wirkung gegen die Bakterienruhr und den Paratyphus haben.

Das Cynarin ist der Grundstoff des Magenbitters Cynar, der in Frankreich und Italien gern als Aperitif getrunken wird. Die größte Heilkraft der Artischocke sitzt vor allem in den Laubblättern.

Extrakte aus Artischockenblättern regen die Gallenabsonderung an und helfen auf diese Weise gegen viele Beschwerden, die mit dem Verdauungstrakt zu tun haben: Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen.

Vor allem aber schützen sie die Leber und entgiften den Organismus.

Diese Aufgaben hat die Leber im menschlichen Organismus

Die wichtigste Aufgabe Ihrer Leber besteht darin, wie eine Art Kläranlage das Blut zu reinigen, es von Gift- und Schadstoffen zu befreien.

Die Leber nimmt diese Giftstoffe auf und baut sie mithilfe von Enzymen um oder ab, so dass sie über die Galle in den Darm ausgeschieden werden können.

Dabei handelt es sich teils um Abbaustoffe aus unserem eigenen Körper, teils um Stoffe aus der Umwelt oder Genussgifte wie Alkohol.

Ebenso fischt die Leber Krankheitserreger aus dem Blut und baut sie ab. Zusätzlich bildet sie Abwehrzellen, die mit dem Blut in den ganzen Körper gelangen.

Normalerweise ist die Leber ziemlich robust. Doch ungesunde Ernährungsgewohnheiten (zu viele gesalzene Konserven, Gepökeltes, Geräuchertes, zu viel tierisches Fett, Schimmelpilzgifte und zuviel Alkohol), bestimmte Medikamente und Umweltgifte machen ihr zu schaffen und können sie nachhaltig schädigen.

Besonders Alkohol fordert sie heraus, denn er muss vorrangig abgebaut werden, damit er unseren Körper nicht schädigt.

So lange sich die Entgiftungsstation Leber um den Abbau von Alkohol kümmert, lässt sie ihre anderen Aufgaben gewissermaßen „liegen“.

Sie speichert das Fett, das sie eigentlich bearbeiten sollte, in ihre Zellen ein – wie eine Hausfrau, die ihre Bügelwäsche liegen lässt, bis sie Zeit dafür findet. Kommt nun regelmäßig weiter Alkohol, „türmt sich die Bügelwäsche“, das heißt, es entsteht eine Fettleber.

Alkohol greift aber auch das Gewebe der Leber direkt an. Meist macht sich eine Fettleber anfangs nicht bemerkbar, sondern erst, wenn das Organ bereits schwer geschädigt ist.

Wenn der Betroffene jedoch im Anfangsstadium konsequent auf Alkohol verzichtet, können sich die Fetteinlagerungen noch zurückbilden. Passiert das nicht, schrumpft die Leber über kurz oder lang und eine Leberzirrhose entsteht.

Dabei sterben Zellen der Leber ab. Eine Behandlung ist praktisch nicht möglich. Es lassen sich nur die Ursachen – der Alkoholkonsum – beseitigen und ein weiteres Voranschreiten aufhalten.

Das kann die Artischocke für die Leber leisten

Der häufige Genuss von Artischocken ist purer Balsam für die Leber. Unterstützend kann auch der Artischockenblätterextrakt die Leber schützen oder ihre Regeneration anregen.

Zum einen beschleunigt die Artischocke die Ausscheidung von Giftstoffen, weil sie die Bildung von Gallensaft beschleunigt und damit den Abtransport fördert.

Außerdem kann die Artischocke mit ihren Inhaltsstoffen freie Radikale bekämpfen, die Zellbestandteile in unserem Körper schädigen und unter Umständen entarten lassen. Vor allem der Artischockenblätterextrakt soll zu den wirksamen Radikalfängern gehören.

Durch die Einnahme lassen sich die erhöhten Leberwerte, die auf eine Schädigung des Organs hinweisen, in vielen Fällen wieder senken.

Neuerdings wird immer häufiger von Forschern darauf hingewiesen, dass die Inhaltsstoffe der Artischocke und der Artischockenblätter auch eine günstige Wirkung auf Arteriosklerose und die Blutfettwerte ausüben.

Sie können einen zu hohen Cholesterinspiegel senken, tasten die normalen Werte offenbar nicht an. Artischocken entwässern und haben damit einen ausleitenden Effekt.

Noch besser: Die Mariendistel

Eine noch wirkungsvollere Leber schützende Heilpflanze ist die Mariendistel (Silybum marianum).

Aus ihren Früchten wird ein Präparat gewonnen, das selbst bei schweren Leberschäden noch eine heilende Wirkung hat.

Die enge Verwandte der Artischocke ist gegen eine Vielzahl verschiedener Lebergifte wirksam. Der aus ihr gewonnene Wirkstoff Silymarin kann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen schon nach kurzer Zeit erhöhte Leberwerte normalisieren.

Sogar bei einer sehr weit fortgeschrittenen Leberzirrhose lassen sich die Aussichten durch eine Silymarin-Behandlung deutlich verbessern.

Bei schweren Lebererkrankungen ist natürlich Alkoholverzicht oberstes Gebot.

Wenn Sie jedoch zu der Gruppe der so genannten Wohlstandstrinker gehören, die regelmäßig relativ große Mengen Alkohol zu sich nehmen, aber dennoch nicht unter die Kategorie Alkoholiker fallen, sollten Sie einen Leberschutz durch Silymarin in Erwägung ziehen.

Auch wenn Sie berufs- oder stressbedingt ungesunde Trinkgewohnheiten haben, ist dies eine Entlastung für Ihre Leber.

Sie erhalten sowohl Präparate aus Mariendistel als auch aus Artischocken im Drogeriemarkt, Reformhaus und in der Apotheke.

Sie können sich auch einen Tee zubereiten, dieser soll jedoch nicht ganz so wirkungsvoll sein: 1 TL zerquetschte Mariendistelfrüchte mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, nach 10 bis 15 Minuten abgießen.

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