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Mit Heilpflanzen werden Sie schlecht heilende Wunden los

Wenn Wunden chronisch werden, brauchen sie eine ganz besondere Pflege. Neue Behandlungsmethoden sorgen dafür, dass sich die geschädigten Hautzellen wieder erholen können. Flankierend helfen Ihnen Heilpflanzen wie Arnika und Kamille sowie eine zinkreiche Ernährung.

Wunde© Adobe Stock – perfectmatch

Erscheinungsformen schlecht heilender Wunden

Etwa drei Prozent aller Deutschen leiden unter schlecht heilenden Wunden, die chronisch geworden sind. Die häufigste Erscheinungsform ist das „offene Bein“, medizinisch: Ulcus cruris. Meist wird es durch eine Venenschwäche (Krampfadern) verursacht. Insgesamt leiden rund eine Million Bundesbürger nach Angaben der Deutschen Venen-Liga infolge einer fortgeschrittenen Venenschwäche unter einem „offenen Bein“, wie das Unterschenkelgeschwür im Volksmund genannt wird.

Unter chronischen oder schlecht heilenden Wunden versteht die Medizin alle Hautläsionen, die nach drei Monaten nicht abgeheilt sind. Dazu gehören etwa 500.000 diabetische Fußgeschwüre (diabetische Gangrän) und weitere 500.000 Druckgeschwüre durch Bettlägerigkeit (Dekubitus).

Primäre und sekundäre Wundheilung

Jede Verletzung der Haut führt zu einer Wunde. Diese muss vom Körper wieder verschlossen werden, indem neues Gewebe gebildet wird. Normalerweise geschieht das innerhalb weniger Tage. Sofern sich die Wunde sauber verschließt, kommt es dabei auch nicht zu ausgeprägten Narben. Das nennt die Medizin primäre Wundheilung. Bei der sekundären Wundheilung laufen die Heilungsvorgänge verzögert ab, meist infizieren sind die Wunden und heilen nur schwer oder gar nicht aus.


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So profitieren Sie von der modernen Wundversorgung

Die Versorgung von offenen Wunden bringt spezielle Probleme mit sich: Einerseits muss verhindert werden, dass Krankheitskeime in die Wunde gelangen und sich eine Entzündung aufsattelt. Andererseits darf sich sich die Wunde nicht tiefer ins Gewebe ausbreiten und noch größere Schäden anrichten. Deshalb wird die Wunde erst gespült oder gebadet und dann durch eine Auflage mit heilenden Substanzen abgedeckt. Je nachdem, ob die Wunde trocken ist oder nässt, kommen dabei verschiedene Materialien zum Einsatz. Ein Bein mit einem Unterschenkelgeschwür wird danach noch mit elastischen Bandagen umwickelt.

Diese Faktoren führen dazu, dass Wunden schlecht ausheilen

  • Bewegungsmangel
  • falsche Ernährung
  • Flüssigkeitmangel
  • Bettlägerigkeit
  • Diabetes
  • Stoffwechselsstörungen
  • schlechte und unhygienische Wundversorgung
  • Zinkmangel

Daraus ergeben sich die wichtigsten Pflegemaßnahmen

  • Wundversorgung nach modernen Prinzipien und mit modernen Materialien
  • optimale Ernährung
  • mehr Bewegung
  • auschreichend Flüssigkeit
  • absolute Hygiene
  • regelmäßige Kontrolle der Wundversorgung
  • flankierende Maßnahmen mit Heilpflanzen
  • Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Diabetes)

Dank neuer Materialien zur Wundpflege wie nicht verklebende Hydrokolloidauflagen konnte die Wundversorgung in den letzten Jahren stark verbessert werden. Die bislang gebräuchliche Behandlung hatte den Nachteil, dass Sie die Wunden austrocknete und damit die Bildung von neuem Gewebe störte. Zum anderen verkleben die trockenen Auflagen mit den Wundsekreten und führen bei jedem Verbandswechsel zu einem schmerzhaften Aufreißen der Wunde.

Die neue Wundversorgung arbeitet mit hydroaktiven Auflagen, die auf dem Prinzip der feuchten Kammer aus der Naturheilkunde basieren. Sie bestehen aus Substanzen wie Alginaten, Hydrokolloiden (das sind wasserspeichernde Kunststoffpartikel) oder Hydrogelen. Die Wundflüssigkeit wird aufgenommen und die Wunde trocken gelegt, ohne dass sie gleich wieder austrocknet. Das feuchte Wundmillieu fördert die Zellneubildung. Die Verbände können bis zu sieben Tagen liegen bleiben. Der Verbandswechsel ist schmerzfrei. Es entstehen keine unangenehmen Gerüche.


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Regen Sie die Heilung des geschädigten Gewebes an

Bei der Heilung von chronischen Wunden stehen Ihnen ebenfalls eine Reihe von Heilpflanzen hilfreich zur Seite. Sie werden meist lokal angewendet, entweder als wässrige Auszüge, als Salbe oder Umschläge. Dabei sollten die Wunden zunächst mit feuchten Umschlägen gereinigt sowie die Wundheilung angeregt werden.

Diese Pflanzen helfen bei der Wundheilung

  • Kamille hilft als Blütenextrakt in allen Phasen der Wundheilung.
  • Ringelblumen wirken als öliger Extrakt, wenn sich die Wunde mit Bakterien besiedelt hat und wenn sich die Wunde nicht schließen will.
  • Johanniskrautheilt kleine Wunden gut ab.
  • Arnikahat sich bei schmierig belegten Wunden bewährt. Hier wird sie als Umschlag mit verdünnter Arnikatinktur empfohlen. Wegen der möglichen Allergiegefahr bevorzugen Sie bitte Arnica monatana aus spanischer Herkunft.
  • Roter Sonnenhut stabilisiert Ihr Immunsystem und ist als Zubereitung zur lokalen Anwendung erhältlich.

Achtung: Bei Arnika, Kamille und Ringelblumen müssen Sie unter Umständen mit allergischen Reaktionen rechnen.

Honig, Maden & Co.

Die Wundheilung mit Honig nimmt eine Sonderstellung ein. Denn Honig hat eine nachgewiesene antibakterielle Wirkung. Eine spezielle Zubereitung aus zwei Honigarten ist zur Behandlung von Wunden zugelassen und unter der Bezeichnung „Medihoney“ erhältlich. Dieser hat bislang beachtliche Erfolge vorzuweisen. Lebensmittelhonig ist zur Wundbehandlung weniger geeignet.

Ebenfalls effektiv eingesetzt wird bei der Wundbehandlung in vielen Fällen die Biochirurgie. Dahinter verbirgt sich die Madentherapie. Auf die Wunden werden Fliegenlarven aufgebracht, die sich von dem abgestorbenen Gewebe ernähren und so die Wunde reinigen. Auch Blutegel kommen verstärkt zum Einsatz.

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Alte Kommentare
  • martin schrieb am 06.09.2011, 08:46 Uhr

    Meine Mutter schwört auf eine Salbe namens "Kyta". Gerade direkt nach der Heilung um Narben verschwinden bzw. weich werden zu lassen. Gruß Martin

  • Ellen schrieb am 06.09.2011, 14:50 Uhr

    Alle Patienten mit chronischen Wunden sollten sich zunächst auf die leider sehr verbreiteten Krankenhauskeime testen lassen. So infizierte Wunden werden niemals durch Heilpflanzen geheilt, sondern benötigen eine Antibiotikatherapie. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Keim sich auch an anderen Stellen des Körpers ansiedelt, z B im Nasen-Rachenraum und der Leiste. Ausserdem sind diese Keime sehr ansteckend.