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Reiseinfektionen: Wie Sie sich schützen und im Ernstfall handeln

Wenn Sie eine Fernreise planen, reicht es nicht, einfach nur den Koffer zu packen, die Flüge zu buchen und ein Visum zu beantragen. Sie sollten auch daran denken, dass in fernen, warmen Ländern ganz andere Krankheitserreger lauern als in Deutschland. Malaria, Gelbfieber oder die Schlafkrankheit sind nur einige der Krankheiten, die Sie sich im Ausland zuziehen können. Allerdings sind diese Infektionen häufig sehr gefährlich und können je nach Krankheit sogar einen tödlichen Ausgang nehmen.

Aber wie können Sie sich vor solchen Erkrankungen schützen? Und noch viel wichtiger: Worauf müssen Sie achten, damit eine solche Erkrankung bei Ihnen rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird?

Reisemedizin© Adobe Stock – racamani

Gesundheitliche Gefahren bei Fernreisen

Von Jahr zu Jahr registrieren die Gesundheitsbehörden immer häufiger die negativen Begleiterscheinungen der modernen Reiselust: Malaria, Typhus, Tuberkulose und Meningitis (Hirnhautentzündung) machen als Reisesouvenirs von sich reden. Reisemediziner beklagen den Leichtsinn vieler Touristen. Denn sie nehmen die Möglichkeiten zur Vorsorge nicht ernst und stecken sich deshalb mit den gefährlichen Krankheiten an.

Rückkehrer aus tropischen Gebieten bringen zu 43 Prozent eine Krankheit mit, weiß Dr. Peter Walger von der Medizinischen Poliklinik der Universität Bonn. Jeder Zweite, der aus Afrika eine Malaria mit bringt, hat sich sogar mit der Malaria tropica angesteckt, die tödlich verlaufen kann.

Tropenkrankheiten stellen ein besonderes Risiko dar

Die Tropenkrankheiten lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Die erste umfasst Krankheiten, die ausschließlich in heißen Klimazonen auftreten, weil ihre Erreger nur dort vorkommen oder weil sie durch tropische Insekten übertragen werden.


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Zu den Tropenkrankheiten im engeren Sinn gehören:

  • Bilharziose
  • Schlafkrankheit
  • Leishmaniosen
  • Hakenwurmkrankheit
  • Malaria
  • Gelbfieber
  • Dengue-Fieber

Krankheitsübertragung durch Moskitos© Henrik Larsson - Fotolia

Zur zweiten Gruppe gehören solche Krankheiten, die eigentlich auf der ganzen Welt vorkommen, aber unter anderem wegen der speziellen klimatischen und hygienischen Bedingungen in heißen Ländern sehr viel häufiger auftreten.

Mit diesen Erkrankungen stecken Sie sich in heißen Ländern eher an:

  • Typhus
  • Paratyphus
  • Cholera
  • Amöbenruhr
  • Bazillenruhr
  • Hepatitis A
  • Borreliose

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Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Auch mit Krankheiten wie Kinderlähmung oder Wundstarrkrampf stecken sich viele Urlauber unterwegs leichter an. AIDS und Geschlechtskrankheiten sind leider ebenfalls keine seltenen Reisemitbringsel. Ein Großteil dieser Erkrankungen bricht erst nach der Rückkehr aus den Ferien aus: Tage, Wochen oder Monate später. Die Symptome werden dann oft nicht mehr mit der Reise in Verbindung gebracht.

Gegen die meisten dieser Infektionen können Sie sich durch Impfungen, die Einnahme von Medikamenten und Sicherheitsmaßnahmen vor Ort schützen. Für manche Länder sind bestimmte Impfungen zwingend vorgeschrieben. Erkundigen Sie sich deshalb unbedingt rechtzeitig vor Reisenantritt, welche Krankheiten in Ihrem Zielland grassieren, welche Impfungen Sie brauchen und welche anderen vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll sind. Darüber weiß in der Regel schon Ihr Hausarzt Bescheid. Er schickt Sie auch zum Impfen an die richtigen Institutionen wie das Gesundheitsamt weiter.

Lassen Sie sich rechtzeitig beraten!

Für jedes Reiseland gibt es detaillierte Tipps zur richtigen Prophylaxe und zum richtigen Verhalten am Urlaubsort, etwa beim Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Diese Tipps werden fast wöchentlich auf den neuesten Stand gebracht, denn bei der Malaria ist beispielsweise nicht jedes Medikament in jedem Land wirksam. Ausgerechnet dort, wo das Risiko am höchsten ist, verlieren bewährte Medikamente ihre Wirksamkeit, weil die Parasiten gegen sie resistent werden. Außerdem verbreiten sich die Seuchen stark unterschiedlich. Allgemeine Empfehlungen sind schwierig. Was Sie brauchen, ist ein maßgeschneidertes Vorsorgeprogramm.

Reisekrankheiten© Pixabay - facundowin

Symptome nach Ihrer Rückkehr

Haben Sie Hautstellen, die hartnäckig jucken, Stellen, die nach Bissen oder Stichen keine Ruhe geben, oder verdächtige Rötungen auf der Haut? Dahinter können sich Zeckenbisse, Krätzmilben, Bettwanzen, Flöhe oder Pilze verbergen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie Fieberattacken bekommen und unter anhaltenden Kopf- und Gliederschmerzen leiden. Dann sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen und davon berichten, dass Sie auf Reisen waren; selbst wenn die Reise schon einige Wochen her ist. Das gilt vor allem, wenn Sie in Thailand, Indien, Indonesien, im tropischen Afrika oder in Südamerika waren. Dahinter könnte sich beispielsweise eine Malaria-Infektion oder das Dengue-Fieber verbergen.

Die für die Malaria typischen Fieberschübe treten bei der Malaria tropica nach etwa zwei Wochen, bei anderen Malaria-Typen oft erst nach etwa sechs Wochen auf. Noch länger dauert der Ausbruch der Infektion übrigens, wenn Sie sich mit Malaria-Medikamenten geschützt haben. Diese wirken nicht immer zu 100 Prozent, Sie können dann aber mit einem milderen Verlauf rechnen. Verdächtig ist es auch, wenn Sie längere Zeit Durchfall oder Bauchkrämpfe haben. Dahinter kann unter Umständen eine Ruhrerkrankung oder ein Wurmbefall stecken. Auch in diesem Fall müssen Sie den Arzt aufsuchen, damit er anhand einer Stuhlprobe die Ursache Ihrer Beschwerden ausfindig macht. Werden keine Parasiten gefunden und bestehen die Beschwerden dennoch weiter, sollten Sie nach einigen Wochen erneut eine Stuhlprobe untersuchen lassen

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