MenüMenü

Wie lange Ihre Lichttherapie dauern sollte

Bereits im alten Griechenland wurde Licht eingesetzt, um Kranke zu heilen. Diese Behandlung wurde nach dem Sonnengott Helios Heliotropie genannt.

Die Lichttherapie gewinnt heute wieder zunehmend an Bedeutung und wird ständig weiter entwickelt.

Die in der Lichttherapie eingesetzten Geräte basieren auf diesem Prinzip: Normale Lampen arbeiten mit einer Lichtstärke von 300 bis 500 Lux. Ihr vegetatives Nervensystem springt jedoch erst bei einer Lichtstärke von 2.500 Lux an.

Damit Ihre Hormone und Botenstoffe optimal fließen können, brauchen Sie mindestens zwei Stunden Licht mit 2.500 Lux täglich oder eine halbe Stunde mit 10.000 Lux – das entspricht der normalen therapeutischen Dosis.

Um diese zu erreichen, werden in den Kliniken so genannte Lichtduschen verwendet. Das sind große Kabinen, in denen der gesamte Körper bestrahlt wird.

Normalerweise werden Bestrahlungszeiten und Dosen langsam gesteigert. Es werden Vollspektrumlampen mit einer Stärke von 6.000 bis 10.000 Lux benutzt. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte angeregt und der Schlaf-Wachrhythmus reguliert.

Denn unter Lichteinfluss verbessert sich die Stimmung, das Leistungsvermögen und die Sexualität oft schon in wenigen Tagen.

Die Lichtbehandlung wird ebenfalls von einigen niedergelassenen Ärzten oder Heilpraktikern angeboten.

Es gibt solche Lichtduschen, Lichtwecker, Lichtboxen, Tischleuchten oder Lichthelme inzwischen auch für zu Hause. Sie geben Licht in einer Stärke zwischen 2.500 und 10.000 Lux ab.

Zusätzlich wird von manchen Experten noch die Einnahme eines Johanniskraut-Päparats (z. B. Laif®900) empfohlen. Das Kraut hellt nicht nur die Stimmung auf, sondern es erhöht auch die Lichtempfindlichkeit, so dass womöglich mit weniger Lichtbestrahlung mehr Wirkung erzielt werden kann.

Es gibt auch noch andere Medikamente, die eine Lichtempfindlichkeit auslösen und bei denen Sie Sonnenlicht meiden müssen. Darüber sollten Sie vor einer möglichen Lichttherapie mit Ihrem Arzt sprechen.

Dauer der Lichttherapie

Die Dauer der Behandlung wird je nach Lichtstärke mit einer halben bis zwei Stunden pro Tag angesetzt. Sie können dabei lesen, arbeiten oder fernsehen, müssen jedoch am Platz bleiben.

Halten Sie sowohl den empfohlenen Abstand vom Gerät als auch die vorgegebenen Sitzposition sowie die angegebenen Zeiten ein. Wichtig ist es vor allem, dass Ihre Augen dabei geöffnet sind.

Häufig zeigt sich auch hier schon nach zwei bis vier Tagen eine positive Wirkung. Nach den Erkenntnissen der Berliner Arbeitsgruppe von der Charité sind die Erfolge von außerordentlicher langer Dauer – allerdings nicht bei allen Patienten.

Eine Lichttherapie dauert in der Regel etwa zwei Wochen, in denen Sie sich täglich dem Licht aussetzen sollten.

Haben Sie jedoch das Gefühl, Sie könnten noch länger den Einfluss des Lichts gebrauchen, spricht nichts dagegen. Das ist auch abhängig von Ihrem Wohnort und dem dortigen Klima.

Wenn Sie morgens besonders fit sein müssen, nehmen Sie sich Ihre tägliche Dusche gleich nach dem Aufstehen. Damit erhält Ihre Zirbeldrüse gewissermaßen den Befehl zum Aufwachen. Auch andere Gehirnregionen werden dann „geweckt“ und kurbeln die Ausschüttung der körpereigenen Gute-Laune-Stoffe wie Serotonin an.

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die schon nachmittags müde werden, nehmen Sie Ihre Lichtdusche am besten nachmittags, damit Sie noch eine Weile bis zum Schlafengehen munter sind.

Unerwünschte, aber seltene Nebenwirkungen der heimischen Lichttherapie können Übelkeit, Schwindel. Augenreizungen und Kopfschmerzen sein. Im Allgemeinen aber wird die Therapie gut vertragen.

Wann Sie mit der Lichttherapie vorsichtig sein sollten

Menschen mit Netzhauterkankungen, Diabetiker und all denjenigen, die Medikamente nehmen, die in irgendeiner Weise auch Auswirkungen auf die Augen haben (etwa Schmerzmittel, Immunsuppressiva, Blutdrucksenker und Antidepressiva) sei vor der Lichtbehandlung ein Besuch beim Augenarzt dringend ans Herz gelegt.

Bei Augenerkrankungen wie Makula-Degeneration, Entzündungen des Glaskörpers. Erkrankungen des Sehnervs, Grünem Star und Grauem Star wird von der Lichttherapie abgeraten.

Generell sollten Sie vor einer Lichttherapie einen Augenarzt aufsuchen.

Bei diesen Leiden ist der Einsatz von therapeutischem Licht sinnvoll:

  • Winterdepressionen
  • Knochenstoffwechselstörungen wie Osteomalazie und Osteoporose
  • chronische Nierenleiden
  • Hauterkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Schlafstörungen
  • Jetlag
  • Erschöpfungszuständen (vor allem bei Schichtarbeit9
  • prämenstruelleS Syndrom

Das „Wunderhormon“ Melatonin in seiner Kunstform brauchen Sie nicht

Es wird oft behauptet, dass das Hormon Melatonin vor den Auswirkungen des Jet-Lags bei Langstreckenflügen schützt, den Schlaf fördert und Sie jung erhält.

Im Gegensatz zu anderen Ländern ist Melatonin als Medikament bei uns nicht zugelassen und deshalb legal nicht erhältlich. Entsteht Ihnen daraus ein Nachteil?

Nein, im Gegenteil: Mit meinen Tipps fördern Sie die Ausschüttung Ihres eigenen Melatonins. Ganz ohne Nebenwirkungen.

Das Hormon Melatonin stellen Sie nämlich selbst her. Sie schütten es im Schlaf aus und setzen damit eine Reihe von körpereignen Reparaturmechanismen in Gang.

Gesteuert wird die Ausschüttung über Ihre Zirbeldrüse, die über den Einfall von Licht und Dunkel Ihre innere Uhr steuert. Seit geraumer Zeit wird das Hormon in seiner künstlichen Form als Wundermittel gegen alles Mögliche und als Jungbrunnen schlechthin gehandelt.

Natürlich kommt dieser Trend aus den USA und schwappt jetzt auch zu uns herüber. Die gute Nachricht sage ich Ihnen gleich vorneweg: An all diesen behaupteten Wunderwirkungen ist das Hormon tatsächlich beteiligt. Nur nicht als Medikament.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

Regelmäßig Informationen über Innere Medizin erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Helmut Erb. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

Alte Kommentare
  • Rainer Seifert schrieb am 12.01.2012, 16:13 Uhr

    Lieber Herr Erb, wer klaut denn bei ihnen von der Berliner Charit´e bloß immer den letzten Buchstaben. Gut, dass Pruf. Sauerbruch das nicht mehr erleben muss.Ich hab es leider auch nicht so gut hin gekriegt. Das e gehört natürlich einen Schritt nach links. Ich hoffe, jemand liest auch mal die Kommentare, aber nicht nur zum Moderieren. Bei Frau Dr. Hahn-Hübner fehlt es nämlich auch immer, wenn sie die weltberühmte und genau so bekannte Berliner Charite´ erwähnt. Aber mir gelingt es halt auch nicht so gut. Freundliche Grüße Rainer Seifert