Hormone
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GNL5356
Die wichtigsten Dingen die Sie über Hormone wissen müssen
Es sind viele Irrtümer über Hormone im Umlauf, manche Fehleinschätzungen und viele Unwahrheiten. Mal werden diese Botenstoffe unseres Körpers verdammt, dann wieder als völlig harmlos abgetan. Ich möchte, dass Sie über diese wichtigen Stoffe richtig informiert sind und Bescheid wissen, wie Sie sie gezielt anregen und steuern können.
In meiner Lesersprechstunde erreichen mich immer wieder Fragen zum Thema „Hormone". Die wenigsten Menschen erkennen, wie entscheidend Hormone den Körper beeinflussen. Viel zu schnell wird eine Hormontherapie begonnen, sei es in den Wechseljahren der Frau oder — wie neuerdings Mode - als Schönheitstherapie. Aber ist so eine leichtfertige Verwendung von Hormonen wirklich ratsam? Immerhin wirken Hormone in nicht geringem Umfang auf sämtliche Körperabläufe.
Damit Sie in Zukunft genau wissen, was Hormone alles können, aber auch nicht mehr darauf hereinfallen, wenn Hormone als grundsätzlich ungefährlich dargestellt werden, habe ich für Sie die wichtigsten Fragen zu diesem Thema zusammengestellt und möchte Ihnen die entsprechenden Antworten an die Hand geben.
1. Können Hormone Sie glücklich und sogar leistungsfähiger machen?
Das geht — ich erinnere Sie nur an das so genannte Chefhormon, das Serotonin. Serotonin sorgt dafür, dass Sie gute Laune haben, vor allem aber hat es die Fähigkeit, Sie hoch leistungsfähig und kreativ zu machen. Es ist das Hormon, das Sie in Lösungen und nicht in Problemen denken lässt.
Dann gibt es die Endorphine. Sie entstehen zum Beispiel dann, wenn Sie sich bewegen, also durch regelmäßigen Sport. Sie heißen im Volksmund auch „Glückshormone", und dieser Name beschreibt die Aufgabe der Hormone sehr gut: Endophine versetzen Sie in eine glückliche, teilweise sogar euphorische Laune. Aber Endorphine können noch mehr: Sie werden bei einem starken Unfall oder ähnlichen Situationen ausgeschüttet und blockieren Schmerzen.
Ein Hormon, das ebenfalls glücklich macht, ist Oxytocin. Es wird nur dann ausgeschüttet, wenn Sie beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommen, und sorgt für das wunderbar entspannte Gefühl hinterher.
2. Sind Stresshormone gefährlich?
Wenn Sie den Stress „vernünftig" abbauen würden, wären die Hormone überhaupt nicht gefährlich. Das liegt an den eigentlichen Gründen für Stress: Bei den Steinzeitmenschen entwickelte Stress sich immer in Gefahrensituationen, zum Beispiel bei einer Bedrohung durch wilde Tiere. Dann diente das Stresshormon Adrenalin dazu, den ganzen Körper in Fluchtbereitschaft zu versetzen: Der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an — und auf der Flucht vor der Gefahr wurden die Stresshormone wieder abgebaut. Heute reagiert Ihr Körper zwar immer noch mit den gleichen Symptomen auf Stress. Was fehlt ist die Fluchtmöglichkeit — denn wenn Stress droht, zum Beispiel durch zu viel Arbeit, können Sie nicht einfach davonlaufen. Das Stresshormon Adrenalin kann so nicht abgebaut werden. Folgen weitere Stresssituationen, die ebenfalls nicht richtig verarbeitet werden, wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Es hat zur Folge, dass es Ihren Körper schwächt, Infekte sich häufen und Muskeleiweiß abgebaut wird. Nach einiger Zeit dann lässt die Cortisolproduktion so stark nach, dass Sie nicht mehr zu viel, sondern plötzlich zu wenig dieses Hormons im Körper haben. Es kommt nach und nach erst zu Lustlosigkeit und Müdigkeit, dann zu einem Burn-out-Syndrom, dem chronischen Müdigkeitssyndrom.