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Herzinfarkt: Welcher Cholesterinwert ist gesund?

Antworten auf die Frage, welcher Cholesterinwert gesund ist, bekommen wir durch zwei Beobachtungen:

Die erste stammt aus der so genannten Framingham-Studie. Hier wurde über Jahrzehnte hinweg die Bevölkerung einer Kleinstadt untersucht.

So konnten die Forscher Zusammenhänge erkennen, unter anderem zwischen Cholesterin und Lebenserwartung. Die Wissenschaftler stellten fest: Liegt der Cholesterinwert unter 150 mg/dl, dann gibt es keinen Schlaganfall und keinen Herzinfarkt.

Die zweite Beobachtung habe ich bei Reisen in die Kalahari in Südafrika gemacht. Die dortigen Buschleute haben einen Cholesterinspiegel von 77 mg/dl. Warum?

Sie verbringen ihre Tage nicht vor dem PC oder auf der Coach, sondern sie laufen und bewegen sich.

Laufen Sie dem LDL-Cholesterin einfach davon

Um Ihr Gesamt-Cholesterin, also die Summe aus HDL und LDL, in gesunde Bahnen zu lenken, sollten Sie eventuelles Übergewicht reduzieren.

Machen Sie es daher wie die Buschmänner: Laufen Sie los. Keine Pille, keine Diät ist so effektiv wie Ausdauertraining, wenn es darum geht, auf der einen Seite das schlechte LDL zu senken und dafür das gute HDL zu erhöhen.

Laufen Sie regelmäßig, so steigert sich pro Kilometer, den Sie in der Woche zurücklegen, Ihr HDL-Spiegel um 0,13 mg/dl Blut.

Das ergab eine Studie aus Kalifornien an über 1.800 Frauen im Durchschnittsalter von 40 Jahren. Frauen, die 16 Kilometer pro Woche liefen, hatten einen HDL-Spiegel von 59 mg/dl, diejenigen, die bis zu 32 km liefen, einen von 62 mg/dl etc.

Laufen hat darüber hinaus noch eine weitere positive Auswirkung auf Ihren Körper: Nur vier Wochen dauert es, und Ihre somatische Intelligenz erwacht wieder neu.

Unter somatischer Intelligenz verstehen wir Mediziner, dass Ihnen Ihr Körper verrät, auf was er wirklich Appetit hat und was er braucht.

Probieren Sie es aus. Sie werden feststellen, dass Sie plötzlich Appetit auf Fisch, Gemüse, Obst, Olivenöl und Vollkornprodukte haben.

Die Folge: Ihre Aufnahme tierischer Fette und damit Ihr Cholesterinspiegel sinken. Dann brauchen Sie keine Angst mehr zu haben, wenn Sie mal ein Ei oder ein Butterbrot mehr essen.

Spezial-Tipps für einen gesunden Cholesterinspiegel

Es gibt noch zwei Tipps, die ich meinen Patienten mit hohem Cholesterinspiegel immer mit auf den Weg gebe.

1. Achten Sie auf eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung. Vitamin C hilft, eine Oxidation des LDLs zu verhindern. Es wirkt als Antioxidanz und verhindert so, dass Sie an Arteriosklerose und anderen Gefäßschäden erkranken.

2. Essen Sie Heidelbeeren, trinken Sie Heidelbeersaft. Die kleinen Beeren enthalten das so genannte Pterostilben. Dieser Stoff wirkt wie ein Cholesterinsenker. Vorteil: Er hat keine Nebenwirkungen.

Herzinfarkt: Meiden Sie diese Risikofaktoren

Mit einem konsequent gesunden Lebensstil lässt sich das individuelle Herzinfarktrisiko deutlich reduzieren, lautet das Ergebnis einer Studie aus Schweden an rund 20.000 gesunden Männern.

  • Rauchen Sie nicht.
  • Bauen Sie bauchbetontes Übergewicht ab (Taillenumfang für Frauen unter 80 cm, Männer unter 94 cm).
  • Trinken Sie wenig oder keinen Alkohol.
  • Essen Sie regelmäßig Gemüse, Obst, Fisch, Vollkornprodukte und wenig rotes Fleisch.
  • Bewegen Sie sich täglich (40 Minuten zügiges Gehen oder Radfahren).

Auch unspektakuläre Maßnahmen zeigen nach dieser Studie deutliche Erfolge: Teilnehmer, die sich gesund ernährten und wenig Alkohol tranken, reduzierten ihr Infarktrisiko bereits um 35 Prozent im Vergleich zu Personen, die keinen der fünf Risikofaktoren im Griff hatten.

Zusätzlicher Rauchverzicht steigert den Effekt sprunghaft auf 64 Prozent, mit regelmäßiger Bewegung kommen Sie auf 76 Prozent, der begleitende Abbau von Übergewicht bringt Sie auf 86 Prozent.

Die Untersuchung zeigte, dass nur 1 Prozent der Versuchspersonen in der Lage war, alle fünf Risikofaktoren unter Kontrolle zu halten.

Da der Nutzen aber auch schon enorm ist, wenn vier der fünf Faktoren im Lot sind, ist die Studie eine große Motivation zu einer gesunden Lebensweise.

Herzinfarkt ohne Beschwerden

Manchmal löst ein Herzinfarkt bei Männern oder Frauen keine oder nur leichte Beschwerden aus. Ärzte sprechen dann von einem„stummen Herzinfarkt“.

Besonders häufig treten die schmerzlosen Infarkte bei Diabetikern auf. Der Grund dafür ist, dass der Diabetes mellitus die schmerzleitenden Nervenfasern schädigen kann (häufig zuerst an den Füßen).

Dadurch bemerken Sie als Diabetiker dann die typischen Schmerzen für einen Herzinfarkt schlechter oder gar nicht. Leichte Infarkte entdeckt Ihr Arzt erst nachträglich.

EKG ist die Abkürzung für Elektrokardiogramm, die „Herzspannungskurve“ oder „Herzstromkurve“. Sie stellt die elektrische Aktivität des Herzens grafisch dar und ist eine wichtige Untersuchungsmethode in der Medizin.

Wut und Angst erhöhen das Herzinfarktrisiko

Wut und Angst sind im Prinzip lebensnotwendige Gefühle. Allerdings steigern sie auch das Risiko für Herzinfarkte signifikant, so eine aktuelle Studie (European Heart Journal, 2015).

Ist Ihr Körper in Alarmbereitschaft, schüttet er vermehrt Stresshormone wie Adrenalin aus. Blutdruck, Puls, Muskelspannung und der Gefäßwiderstand steigen deutlich an.Sie spüren das durch heftiges Herzklopfen, Hitzegefühl und/oder Erröten.

Das Forscherteam um Thomas Buckley von der University of Sydney befragte 300 Patienten, die mit einem Herzinfarkt im Angioplasty Center Sydney behandelt wurden, ob sie in den zwei Tagen vor dem Ereignis Wut- oder Angstanfälle hatten und wie intensiv diese waren.

Wut und Angst sind gefährlich

Nach einem starken Wutanfall stieg ihr Risiko für einen Herzinfarkt in den folgenden 48 Stunden um das 8,5-Fache, nach starken Angstzuständen sogar um das 9,5-Fache.

Besonders gefährdet sind Risikopatienten mit Bluthochdruck, bereits verengten Herzkranzgefäßen, Diabetes, erhöhten Blutfetten, Raucher und Menschen mit dauerhaft erhöhtem Stresslevel.

Analysieren Sie Ihre Gefühle, Gedanken und Reaktionen, die hinter den Wutausbrüchen oder Angstattacken stecken. Schreiben Sie diese für sich auf und überlegen Sie, was Sie in kleinen Schritten ändern können (z. B. mit der WOOP-Methode).

So unterbrechen Sie das ohnmächtige Gefühl, der Wut oder Angst ausgeliefert zu sein. Weitere Maßnahmen für ein entspannteres Seelenkostüm sind Ausdauersport, Anti-Aggressionsübungen, Stressreduktion und/oder eine Verhaltenstherapie.

Erreichen Sie Ihre Ziele mit der WOOP-Methode

Nehmen Sie mögliche Widerstände und Hindernisse bewusst mit in Ihre Gedanken auf. Dann sind Sie motivierter, Ihre Pläne, Träume und Ziele zu realisieren.

Diese gedankliche Gegenüberstellung von positiven Zukunftsträumen und möglichen Hindernissen nennt die Motivationspsychologin Prof. Gabriele Oettingen (Universität New York und Hamburg) „mentale Kontrastierung„.

Ihr individueller „Wenn-Dann-Plan“ (entwickelt von Prof. Peter Gollwitzer, Konstanz) unterstützt schließlich die Umsetzung Ihres Verhaltens im Alltag. Alles zusammen ergibt die erfolgversprechende WOOP-Methode.

Was bedeutet WOOP?

  • Wish (Wunsch): Was ist Ihr Wunsch?
  • Outcome (schönste Konsequenz): Stellen Sie sich Ihren Erfolg konkret vor.
  • Obstacle (Hindernis): Was blockiert Sie, was hindert Sie?
  • Plan (Wenn-dann-Plan): Machen Sie einen Plan.

Diese Mentaltechnik kann Ihnen in unterschiedlichen Bereichen helfen: Beruf, Gesundheit oder Beziehungen. WOOP können Sie in jedem Alter selbstständig anwenden.

Viele Studien haben die Wirksamkeit in verschiedenen Bereichen untermauert.

Patienten mit Rückenleiden profitierten von der Methode im Rahmen ihrer Rehabilitation und steigerten ihre körperliche Kraft und Mobilität.

Auch für den Wunsch, sich gesünder zu ernähren, hat sich WOOP als effektive Technik erwiesen: Personen, die diese Methode erlernten und eigenständig anwendeten, aßen sogar noch zwei Jahre später mehr Obst und Gemüse.

Schrittweise Anwendung der WOOP-Methode

  1. Wish (Wunsch): Als ersten Schritt überlegen Sie sich einen Wunsch, der Ihnen sehr am Herzen liegt. Er sollte für Sie herausfordernd, aber auch realisierbar sein. Formulieren Sie ihn gedanklich (gern auch schriftlich) in wenigen Worten, beispielsweise: „Ich möchte gern 5 Kilogramm abnehmen.“
  2. Outcome (schönste Konsequenz): Was verbinden Sie mit der Erfüllung Ihres Wunsches? Stellen Sie sich diesen positiven Aspekt bildlich einige Minuten lang vor. Was wäre das Schönste daran, wenn Sie sich Ihren Wunsch erfüllen würden? Diese Konsequenz malen Sie sich in Gedanken lebendig aus. „Ich bin stolz auf mich und meine Freunde schauen mich bewundernd an, wenn ich mit meinem eleganten Hochzeitsanzug zu meiner Silberhochzeit antrete.“
  3. Obstacle (Hindernis): Jetzt kommt die Realität: Welche Verhaltensweisen oder Gefühle stehen Ihnen im Weg, um den Wunsch tatsächlich zu erfüllen, sind aber grundsätzlich überwindbar? Malen Sie sich die Hindernisse ebenfalls in Gedanken lebendig aus. „Wenn ich abends von der Arbeit heimkomme, ruft der Relax-Sessel: Setz dich auf mich und leg die Beine hoch!“
  4. Plan (Wenn-dann-Plan): Wie können Sie die Hindernisse überwinden? Formulieren Sie einen genauen Handlungsplan im Wenn-dannFormat: „WENN ich montags, mittwochs und freitags von der Arbeit komme und der Sessel nach mir ruft (Hindernis), dann schmeiße ich mich auf der Stelle in meine Sportkleidung (die ich abends zuvor genau dort positioniert habe) und laufe sofort meine 30 Minuten (zielgerichtetes Verhalten). Danach habe ich mir das Entspannen verdient.
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