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Vorhofflimmern: Ist Sport trotzdem erlaubt?

Vorhofflimmern ist eine Herzerkrankung, mit der nicht zu spaßen ist. Dennoch möchten viele Betroffene gern Sport treiben und fragen sich, ob das möglich ist.

Das ist eine nicht ganz unkomplizierte Angelegenheit. Wenn die körperliche Anstrengung auf psychischen Stress trifft, kann dies besonders riskant für die Betroffenen sein.

Nach der aktuellen Studienlage kann dadurch das Vorhofflimmern ausgelöst werden. Eine Studie kam zu diesem Ergebnis: Wer mindestens dreimal in der Woche mehr als zwei Stunden trainiert, erhöht sein Risiko um das Dreifache. Auch die Dauer der Herzbelastung spielt eine Rolle.

Vorhofflimmern auch bei gesundem Herz möglich

Profisportler wie Hobbysportler mit Vorhofflimmern sollten unbedingt von einem Sportmediziner abchecken lassen, ob ihnen grünes Licht für den Sport erteilt werden kann, denn das ist von einer Reihe von individuellen Faktoren abhängig.

Grundsätzlich sollten Sie drei Monate lang symptomfrei sein, bevor Sie in ein Training einsteigen – unabhängig von Ihrem Alter und der Art des Vorhofflimmerns. Dies gilt als europäischer Expertenkonsens.

Wenn Ihr Vorhofflimmern auf eine Ursache zurück zu führen ist, die sich beheben lässt – etwa Schilddrüsenprobleme, dann sind alle Sportarten nach der Beseitigung wieder erlaubt (es sei denn, Sie haben noch ein anderes Leiden).

Wer ein gesundes Herz mit ständigem Vorhofflimmern hat, kann uneingeschränkt Sport treiben – regelmäßige ärztliche Kontrollen vorausgesetzt.

Vorhofflimmern bleibt im Alter oft unentdeckt

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass Herzrhythmusstörungen bei älteren Menschen über 80 Jahre viel häufiger auftreten, als man bisher dachte. Die Forscher hatten über 270 Schlaganfallpatienten miteinander verglichen.

Ein Teil litt unter dauerhaftem bzw. vorrübergehendem Vorhofflimmern, die anderen hatten keine bekannten Herzrhythmusstörungen.

Letztere erhielten nicht nur die übliche Überwachung des Herzens, sondern auch ein 7-Tage-Langzeit-EKG. Die Frage war: Wie viele Patienten litten unter bisher unerkanntem Vorhofflimmern? Und spielt das Alter der Patienten hierbei eine Rolle?

Bei den Teilnehmern, die jünger waren als 60 Jahre, wurde bei einem von 20 Teilnehmern durch das EKG ein Vorhofflimmern entdeckt.

Je älter die Studienteilnehmer aber waren, umso häufiger wurde die Herzrhythmusstörung. Bei den über 80-Jährigen hatte jeder vierte Patient ein bisher nicht entdecktes Vorhofflimmern, bei denen über 85 Jahre war es mehr als jeder Dritte.

Die Forscher weisen aufgrund ihrer Ergebnisse darauf hin, dass ein 24-Stunden-EKG nicht ausreicht, um Vorhofflimmern in jedem Fall zu entdecken – je älter der Patient sei, umso eher solle ein Langzeit-EKG durchgeführt werden.

Positive Lebensweise hält Ihr Herz gesund

Ein gesunder Lebensstil gilt als Garant dafür, dass Sie deutlich seltener an Herzinfarkt und Schlaganfall erkranken.

Aber es gibt noch einen weiteren Auslöser für die Herzgesundheit: Optimismus schützt Sie ebenfalls vor diesen Erkrankungen.

In zahlreichen Studien konnte in den letzten Jahren bestätigt werden, wie sich Wut, Angst und andere negative Gefühle auf das Herz auswirken, dieses schädigen und so zu Herzerkrankungen führen können.

Bisher aber hatten Forscher das Gegenteil nicht untersucht und konnten keine Auskunft darüber geben, wie sich positive Gefühle auf die Gesundheit des Herzens auswirken können.

Das änderten nun Wissenschaftler der Harvard School of Public Health; sie untersuchten erstmals den Zusammenhang zwischen psychischem Wohlbefinden und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Dazu befassten sie sich mit mehr als 200 Studien, aus deren Ergebnissen sie erkannten, dass Menschen, die zufrieden waren und optimistisch durchs Leben gingen, deutlich seltener betroffen waren.

Ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall war gravierend geringer – auch unabhängig davon, ob sie rauchten, übergewichtig waren oder andere Risikofaktoren mit sich brachten.

Insgesamt wiesen sie ein um 50 Prozent geringeres Risiko auf als Menschen, die nicht so positiv durchs Leben gingen.

Aber warum ist das so? Auch dieser Frage gingen die Forscher nach. Sie fanden heraus, dass optimistisch eingestellte Menschen grundsätzlich gesünder leben. Sie bewegen sich mehr, ernähren sich gesünder und haben einen besseren Schlaf.

Optimismus hält zudem auch in anderen Bereichen gesund. Die Blutwerte von optimistischen Menschen sind häufig besser, Blutdruck und Gewicht geringer.

Die Forscher wollen ihre Ergebnisse nun in weiteren Untersuchungen vertiefen. Ziel ist es, zu erkennen, wie sehr sich eine positive Lebenseinstellung auf die Herzgesundheit auswirkt.

Unterstützt sie diese wirklich, dann könnte man hier tatsächlich einen neuen Weg der Prävention gehen. Lektionen in positiver Lebensführung könnten dann ein wichtiges Mittel sein, um das Herz dauerhaft gesund zu halten.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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