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Herzschutz: Kleine Rezepte für ein starkes Herz

Wenn es darum geht, einem Herzinfarkt vorzubeugen, erhalten Sie immer die gleichen Empfehlungen: Nehmen Sie ab, hören Sie auf zu rauchen, bewegen Sie sich. Sicherlich, all das ist wichtig. Nebenbei sollten Sie aber auch Ihre Ernährung sorgsam auswählen.

Hier gibt es viele kleine Stoffe, die Ihrem Herzen Schutz geben.

Ein starkes Herz mit Armen© fabioberti.it - Fotolia

Als wirklich wirksamer Herzschutz wird immer noch das tägliche Gläschen Rotwein empfohlen. Auf den ersten Blick scheint dieser Rat gut zu sein, denn Rotwein enthält Polyphenole.

Diese verdünnen das Blut und beugen so der Arterienverkalkung vor. Keine Arterienverkalkung – kein Herzinfarkt. Klingt logisch.

Leider hat Rotwein auch die unangenehme Eigenschaft, Magnesium aus Ihrem Körper zu spülen, und beraubt Sie so Ihres Herzschutzstoffes Nummer 1. Denn Magnesium

  • sorgt für eine gute Sauerstoffversorgung der Zellen in Ihrem Herzmuskel,
  • entspannt Ihre Muskulatur – dadurch weiten sich die Blutgefäße und Ihr Blutdruck sinkt automatisch,
  • verdünnt Blut und lässt es so besser fließen; gleichzeitig beugt es so auch der Arterienverkalkung vor,
  • schützt vor Herzrhythmusstörungen.

Magnesium lässt den Motor Ihres Körpers ruhig laufen

Zudem fanden amerikanische Forscher heraus, dass ein hoher Magnesiumspiegel, der um 0,9 mmol/l Blut liegt, das Herzinfarkt-Risiko deutlich senken kann. Trotz dieser erstaunlichen Werte wurde bis heute übrigens nicht weiter nachgeforscht, wie weit das Herzinfarkt-Risiko sinkt, wenn der Magnesiumspiegel noch höher ist.

Und leider wird Magnesium auch immer erst dann standardmäßig gegeben, wenn schon Herzrhythmusstörungen vorliegen oder ein Infarkt aufgetreten ist.

Dabei könnten viele Infarkte von vornherein vermieden werden, wenn das Glas Rotwein am Abend gegen die tägliche Dosis von 300 bis 600 mg Magnesium ausgetauscht würde.

Ausreichend Magnesium ist in:

  • 200 g Spinat,
  • 3 Bananen,
  • 100 g Sesam oder
  • 100 g Sonnenblumenkerne enthalten.

Taurin – Ihr Motor für einen regelmäßigen Herzschlag

Es gibt einen zweiten Stoff, der auf das Herz eine ähnliche Wirkung hat wie Magnesium. Das ist die Aminosäure Taurin. Taurin stabilisiert den Herzmuskel und sorgt so für einen gleichmäßigen Herzschlag. Außerdem hat es die Wirkung eines Antioxidantes.

So schützt es auch vor freien Radikalen, die sonst das schädliche LDL-Cholesterin umwandeln können in einen Herz-Angreifer.

Problem bei Taurin: Es kommt nicht in Pflanzen vor und wird gerade durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille abgebaut.

Frauen, die vegan leben, d. h., die sich ausschließlich von Pflanzen ernähren, oder die Pille nehmen oder auf die beides zutrifft, haben daher sehr häufig einen Taurin-Mangel.

Den können Sie aber ausgleichen. Denn Ihr Körper kann Taurin selbst herstellen, wenn Sie ihn ausreichend mit Methionin oder Cystein und Vitamin B6 versorgen – hieraus kann der die wichtige Aminosäure bilden.

50 g Sonnenblumenkerne und 200 g Naturreis oder 400 g Bananen – und schon haben Sie die Bausteine für Ihre Taurinversorgung zusammen.

Schaffen Sie sich mit Vitamin D ein starkes Herz wie ein Huhn

Unglaublich, aber wahr: Hühner haben teilweise ein kräftigeres Herz als wir Menschen. Denn schon lange gibt es unter Landwirten eine Erkenntnis: Wenn Hühner zu wenig Vitamin D bekommen, sterben sie an einem schwachen Herz.

Daher erhalten Hühner seit Jahren schon eine Sonderportion Vitamin D. Genauso wissen Forscher, dass Patienten mit einer Herzinsuffizienz generell Vitamin-D-Werte aufweisen, die um 50 % geringer sind als die bei gesunden Menschen.

Pilze sind eine sehr gute Vitamin-D-Quelle, so zum Beispiel 150 g Champignons. Noch besser ist es aber, wenn Sie die Sonne genießen.

Schon ein Spaziergang von 30 Minuten versorgt Sie ausreichend mit diesem Vitamin. Am besten aber: Verbinden Sie diese 30 Minuten Vitamin-D-Aufnahme mit Ihrem täglichen Training – so haben Sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Bei Frauen senkt eine ausreichende Vitamin-D-Aufnahme darüber hinaus das Herzinfarkt-Risiko um ein Drittel.

Herzkranke und Sex: Verzicht ist selten nötig

Die fast größte Angst von Herzpatienten gilt der Wiederaufnahme ihrer sexuellen Aktivitäten. Speziell beim Orgasmus steigen Herzfrequenz und Blutdruck kurzzeitig an.

Der sekundenkurze Anstieg überschreitet allerings nur selten 130 mmHg pro Minute. Der systolische Wert bleibt in der Regel unter 170 mmHg. Amerikanische Herzspezialisten beruhigen Herzkranke und ermutigen sie, den Sex neu zu beleben.

Herzkrankheiten wie Herzinfarkt, Angina pectoris oder gar ein plötzlicher Herztod sind nur selten eine Folge von Sex. Wie „sexfit“ Sie sind, kann Ihr Arzt mit einem körperlichen Belastungstest auf Laufband oder Fahrradergometer feststellen.

Und natürlich müssen Sie zuverlässig Ihre verordneten Medikamente einnehmen, damit Ihnen nichts aus dem Ruder läuft.

Leiden Sie unter einer akuten Neuerkrankung Ihres Herzens, Blutdruckproblemen, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen, sollten Sie auf Sex verzichten, bis Sie medikamentös gut eingestellt sind und Ihr Doc grünes Licht gibt.

Wichtig ist auch, dass Sie regelmäßig Sport – am besten Herzsport – betreiben. Dadurch können Sie mögliche Herzkomplikationen vermeiden.

Noch etwas: Potenzsteigernde Mittel können Herzanfälle begünstigen. Also nehmen Sie sich ein Herz und sprechen Sie Ihren Arzt auf die Wiederaufnahme Ihrer sexuellen Aktivitäten an.

Gewusst, wie: Stärken Sie Ihr Herz mit Fisch und Kokosnüssen

Neben diesen kleinen Herzhelfern gibt es noch eine ganze Reihe anderer Rezepte für ein starkes Herz, die ich Ihnen hier vorstellen möchte:

  • Mangan. Dieses Mineral spielt eine wichtige Rolle: Es hält den Energiestoffwechsel Ihrer Zellen am Laufen. Gerade im Herzmuskel sind viele Mitochondrien enthalten, die Energie bereitstellen – und dazu sind sie auf Mangan angewiesen. Stellen Sie Ihrem Herzen genug Mangan zur Verfügung, kann es dauerhaft seine Leistung erbringen. Dazu reicht Ihnen schon eine Tasse schwarzer Tee pro Tag: Sie enthält rund 73 Milligramm Mangan.
  • Das richtige Fett ist wichtig. Greifen Sie immer noch zu Sonnenblumen- oder Distelöl? Weg damit! Tauschen Sie es aus. Denn diese Ölsorten enthalten, genau wie Maiskeim- oder Sojaöl, viele Linolsäuren. Diese verengen, auf Dauer gesehen, Ihre Blutgefäße. Die Folge ist hoher Blutdruck, der langfristig zum Herzinfarkt führen kann. Greifen Sie lieber zu Oliven-, Walnuss- oder Rapsöl. Diese enthalten einfach ungesättigte Fettsäuren. Studien haben gezeigt, dass schon ein Esslöffel täglich, also so viel, wie Sie für ein Salatdressing brauchen, Ihr Herzinfarktrisiko um 30 % senken kann. Sie können die Öle auch zum Kochen verwenden. Achten Sie nur darauf, dass Sie sie nicht zu sehr erhitzen. Es darf kein Rauch entstehen. Wo ich gerade beim Thema Fett bin: Vermeiden Sie tierische Fette. Diese heben Ihren Cholesterinspiegel an und fördern so die Verkalkung Ihrer Arterien. Darüber hinaus sind tierische Fette echte Dickmacher. Überflüssige Pfunde aber sind Gift fürs Herz.
  • Vermeiden Sie Transfettsäuren. Sie sind der Feind Nummer 1 Ihres Herzens. Diese Säuren sind in der Lage, Ihre Herzwände regelrecht zu zerstören. Sie verursachen Löcher in den Wänden der Zellen, steigern die Produktion von Hormonen, die den Gefäßen schaden, und erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, um 66 %. Untersuchen Sie daher Ihre Lebensmittel ganz genau. Sie können sich als Faustregel merken, dass Transfettsäuren in frittierten Lebensmitteln vorkommen. Achten Sie zusätzlich auf die Aufschriften „hydrogeniertes“, „gehärtetes“ oder „partiell gehärtetes“ Fett, wie zum Beispiel Palmin – auch dahinter verbergen sich Transfettsäuren, um die Sie einen großen Bogen machen sollten.
  • Nüsse sollten bei Ihnen nicht nur zur Weihnachtszeit gehören, sondern für einen effektiven Herzschutz täglich auf dem Teller landen. Ganz gleich ob Hasel- oder Walnüsse, nur 20 Gramm der leckeren Kerne reichen, damit Sie Ihr Herzinfarktrisiko um 35 % senken. Schuld daran ist das Fett in den Nüssen, das den LDL-Cholesteringehalt im Blut senkt. Zudem hält dieses Nussfett Ihr Blut flüssig. Und ein frischer Salat mit geriebenen Nüssen ist so lecker.
  • Bereiten Sie sich einen Ingwertee. Ingwer enthält einen natürlichen Verwandten des Aspirin. Dadurch beugt er Thrombosen vor und schützt Sie vor Schlaganfällen. Lecker ist so ein Ingwertee außerdem. Kochen Sie dazu 5 Gramm Ingwer täglich mit einem Liter Wasser und trinken Sie sich so Ihr Thromboserisiko um 40 % geringer.
  • Südseeschutz für Ihr Herz: Sie brauchen pro Tag 200 Mikrogramm Selen, um Ihr Herz vor freien Radikalen zu schützen. Fisch wird immer als gute Selenquelle empfohlen – aber noch besser ist die Kokosnuss. Sie nehmen mit 100 Gramm Kokosnuss jede Menge Urlaubsfeeling zu sich – aber auch 800 Mikrogramm Selen.
  • Fisch sollten Sie dennoch nicht von Ihrer Speisekarte streichen. Denn das in ihm enthaltene Fischöl kann das Risiko eines Herzinfarktes um 45 % senken. Das bewirken die im Fischöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren, die ein potentes Herzschutzmittel sind.
  • Tomatensaft und Tomatensoße ergänzen Ihren Herzschutz-Speiseplan zusätzlich. Denn sie enthalten beide Lycopin, einen Inhaltsstoff, der den Tomaten die rote Farbe gibt. Er verhindert, dass das LDL-Cholesterin im Körper oxidieren kann. So entstehen keine Ablagerungen an den Gefäßwänden, die sonst zu Verkalkungen führen würden. (Kleiner Pluspunkt für Männer: Sie, meine Herren, haben mit Lycopin eine doppelte Schutzwirkung, denn es senkt das Prostatakrebs-Risiko um mehr als 40 %). Lycopin ist in gekochten Tomaten reichlich vorhanden – schützen Sie also mit Tomatensuppe Herz und Prostata.

Vorsorge-Aspirin nur bei Herzleiden einnehmen

Menschen ohne kardiovaskuläre Erkrankungen sollten auf den Einsatz von Aspirin zur Vorbeugung von Herzanfällen und Schlaganfällen verzichten. Davor warnen jetzt britische Experten, die mehrere Studien zu diesem Thema ausgewertet haben.

In Deutschland schlucken etliche Menschen täglich Acetylsalicylsäure – Aspirin oder ASS – zum Schutz gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. Unter ihnen befinden sich auch viele Gesunde.

Wie jedes andere Medikament kann auch die Acetylsalicylsäure Nebenwirkungen mit sich bringen. So kann es zu schweren inneren Blutungen kommen. Das ist schon lange bekannt. Erwiesen ist aber auch, dass Menschen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hinter sich haben, von der blutverdünnenden Wirkung der bewährten Arznei profitieren. D

enn bei ihnen ist das Risiko, dass es erneut zu einem Gefäßverschluss kommt, besonders hoch. Bei ihnen überwiegt der Nutzen der ASS-Therapie die mögliche Gefahr einer Blutung.

Bei gesunden Menschen sei der Nutzen jedoch nicht gegeben, sagen die Forscher. Deswegen sollten Sie von einer ASS-Therapie Abstand nehmen – sofern Sie keine Vorbelastungen haben.

Das wiederum ist davon abhängig, wie alt Sie sind, ob Sie rauchen, sich falsch ernähren und zu wenig bewegen, ob Sie unter Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhten Blutfettwerten leiden.

Die Deutsche Herzstiftung, die den Monat November zum Herzmonat ausgerufen hat, bietet einen Online-Test (www.herzstiftung.de/risikotest/herz1php) an, der Ihr individuelles Risiko ermittelt. Am besten besprechen Sie das Ergebnis dann mit Ihrem Arzt.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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