MenüMenü

Neuer Wirkstoff killt den Herpes

Es kribbelt, es brennt, es juckt – und jeder kann die Herpes-Bläschen am Lippenrand sehen. Etwa 20 Prozent der Deutschen trifft es bis zu 12-mal im Jahr.

Gerade auch im Skiurlaub oder nach anstrengendem Sport kann dies der Fall sein.

Eine starke UV-Strahlung, spröde und trockene Lippen und ein latent geschwächtes Immunsystem – all das weckt die im Körper schlummernden Herpesauslöser aus dem Schlaf und lässt sie aktiv werden.

So entsteht Lippen-Herpes

Über die Nerven wandern die aktivierten Herpes-simplex-Viren Richtung gesunder Hautzellen im Lippenbereich. Nach dem Andocken an den Zielzellen verschmilzt die Hülle der Viren mit der Zellmembran.

Der Bauplan für neue Viren gelangt so in die gesunde Zelle, wo sich die Viren dann rasant vermehren können.

Genau hier setzen alle bisherigen antiviralen Therapien an: Sie hemmen die Virenvermehrung, greifen allerdings erst ein, wenn die Herpes-Viren bereits in die gesunde Zelle eingedrungen sind. Lippenherpes-Geplagte wünschen sich meist nur eins: Schnelle Linderung.

Und dafür ist ihnen häufig jedes Mittel recht: Von der Zahnpasta über die Eiswürfel bis hin zum Bestreuen mit Backpulver wird nichts unversucht gelassen.

Doch die klassischen Hausmittel haben häufig keinen oder eher noch einen verschlimmernden Effekt auf die Wundfläche. Daher sollten Betroffene schon beim ersten Kribbeln auf die wirksamen Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.

Wenn Sie zu Lippenherpes neigen, sollten Sie diese in Ihrer Hausapotheke für den Notfall parat haben.

Herpes: Gehen Sie den Viren aus dem Weg

Der beste Schutz besteht in der Vermeidung von Haut- und Schleimhautkontakten. Da die Verbreitung des Herpes-Simplex-Virus Typ 1 in der Bevölkerung bis zu 100 % beträgt, ist dies natürlich nur sehr schwer möglich.

Dennoch gibt es Verhaltensregeln, die Sie beachten sollten. Bereits im frühen Kindesalter werden die Herpes-Simplex-Viren übertragen.

Sie sollten allerdings während des akuten Erkrankungsstadiums, z. B. bei bestehenden Hautschäden beim Lippenherpes, das Küssen vermeiden. Abwehrgeschwächte Patienten, etwa chemotherapeutisch behandelte Krebskranke, sollten den Kontakt zu Infizierten ebenfalls meiden.

Beim Herpes genitalis ist der sexuelle Kontakt während der akuten Krankheitsphase zu meiden. Kondome bieten nach heutigem Kenntnisstand den besten Schutz.

Da auch in der Zeit zwischen den Rückfällen Herpes-Viren ausgeschieden werden, sollte auch in dieser Zeit beim Geschlechtsverkehr die Anwendung von Kondomen in Betracht gezogen werden.

Ein Rückfall zeigt sich in vielen Fällen durch Symptome wie Kribbeln oder Brennen in der Genitalgegend bis zu Nervenschmerzen in Gesäß oder Leiste an.  Auch in diesem Fall sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen, der Ihnen mit einer geeigneten Therapie helfen kann.

Neuer Anti-Herpes-Wirkstoff

Neben den beiden bekannten und bewährten Wirkstoffen Aciclovir und Penciclovir gibt es aktuell einen weiteren namens Docosanol. Dieser kann in der Frühphase zu Krankheitsbeginn eingesetzt werden und den Ausbruch eindämmen bzw. die Heildauer verkürzen.

Das Prinzip ist einfach: Wie ein Schirm legt sich Docosanol über die gesunde Hautzelle und verhindert, dass Herpes-simplex-Viren in die Hautzellen eindringen.

Bei Docosanol handelt es sich um einen körpereigenen Bestandteil der menschlichen Zellwände. Die Hautzellen nehmen den Wirkstoff auf und wandeln ihn in Docosansäure und verschiedene andere Stoffwechselprodukte um.

Diese „Abkömmlinge“ des Docosanols werden in die Zellwand eingebaut und verhindern, dass die Viren in die Zelle eindringen und sich dort vermehren können.

Docosanol wirkt ausschließlich örtlich und geht nicht ins Blut über. In Studien des Herstellers zeigte sich, dass Schmerzen und andere Symptome eines Herpesausbruchs schneller zurückgingen und das Stadium der Krustenbildung kürzer war.

Der Wirkstoff ist als Creme (Handelsname Muxan) in der Apotheke erhältlich. Zwei Gramm kosten 8,95 Euro.

Pflanzenstoffe können helfen

Es gibt Wirkstoffe bzw. Pflanzeninhaltsstoffe, die Herpes lindern können. Dazu gehören Aloe Vera, Honig, Propolis, Rhabarberwurzel, Salbei, Sonnenhut oder Teebaumöl.

Tupfen Sie die entsprechenden Stoffe mit einem Wattestäbchen auf. Dauert es länger als zehn Tage, bis die Blase abheilt, leiden Sie zusätzlich plötzlich unter Fieber oder breiten sich die Bläschen aus, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.

Wenn Sie Kontakt mit einem Säugling haben, darf er nicht in Kontakt mit dem Bläschen kommen. V

erzichten Sie auf Küssen, waschen Sie sich vorm Kontakt gründlich die Hände und nutzen Sie zusätzlich zu den Pflanzenstoffen sogenannte Herpespatches: kleine Pflaster, mit denen Sie die Blase abdecken.

Für Säuglinge kann eine Herpesinfektion nämlich lebensgefährlich enden.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

Regelmäßig Informationen über Innere Medizin erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Helmut Erb. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

Alte Kommentare
  • Schneider Johann schrieb am 31.01.2013, 07:16 Uhr

    Bei mir hilft es in der Anfangsphase wenn ich die juckenden Stellen mit etwas heißem, zb Teelöffel oder einem Waschlappen in heißem Wasser erhitzt leicht ausgewrungenem berühre. So heiß wie möglich. Wenn der Teelöffel aus dem heißen Tee noch zu heiß ist nur kurz betupfen bis man es länger aushält. Hat mir oft geholfen.

  • Barbara Voshage schrieb am 01.02.2013, 16:17 Uhr

    Docosanol ist ein uralter Wirkstoff und schon lange auf dem Markt. Wirkt nur am Anfang eines Herpes in der sogenannten Prodromal Phase.