Gicht - Eine schmerzhafte Gelenkerkrankung
Nachts mit einem Gichtanfall aufzuwachen, ist eine besonders unangenehme Art des Erwachens. Ihr großer Zeh ist stark gerötet, angeschwollen und so empfindlich, dass selbst das Gewicht Ihrer Bettdecke Ihnen die Tränen in die Augen treibt.
Gicht wird typischerweise durch die akute Entzündung des Großzehgelenks gekennzeichnet. Auch andere Gelenke wie Knie, Fuß – und Handgelenk können betroffen sein. Obwohl viele Menschen den Beginn einer Gicht mit dem übermäßigen Genuss von reichhaltigem Essen und Getränken in Verbindung bringen, kann die Krankheit jederzeit und ohne offensichtlichen Grund ausbrechen.
Glücklicherweise kann eine geeignete Behandlung dazu beitragen, einen Gichtanfall schnell einzudämmen und dauerhafte Gelenkschäden zu vermeiden.
Harnsäure-Kristalle als Auslöser der Gichtanfälle
Schmerz und Schwellung, wie sie bei der Gicht vorkommen, sind Folge der Entzündung, mit der der Körper auf die Ansammlung von Harnsäure-Kristallen in einem oder um ein befallenes Gelenk reagiert.
Harnsäure bildet sich beim Abbau von so genannten Purinen, die die Bausteine Ihrer Erbsubstanz (DNA) darstellen. Purine finden sich aber auch in großen Mengen in bestimmten Lebensmitteln wie Anchovis, Sardinen und Innereien (z. B. Leber). Aber der Großteil der Harnsäure, die in Ihrem Körper entsteht, stammt aus dem Abbau Ihrer körpereigenen Purine.
Normalerweise ist Harnsäure in Ihrem Blut gelöst, gelangt zu Ihren Nieren und wird mit dem Urin ausgeschieden. Manchmal kann der HarnsäureSpiegel im Blut erhöht sein (Hyperuricämie), weil Ihr Körper entweder zu viel Harnsäure produziert oder Ihre Nieren nicht genug davon ausscheiden. Ab 7 mg/100-ml Blut spricht man von einer Hyperuricämie.
Große Mengen Harnsäure im Blut oder andere Auslöser können die Bildung von Harnsäure-Kristallen in Gelenken oder Geweben verursachen. Die dadurch hervorgerufene Entzündung – eine Antwort Ihrer weißen Blutzellen auf die Kristalle – nennt man Gichtanfall. Bei manchen Patienten können die Kristalle Nierensteine (Calculi) bilden.
Wer ist gefährdet und warum?
Von der Gicht sind Männer – besonders im Alter zwischen 40 und 50 Jahren – wesentlich häufiger betroffen als Frauen, die erst nach den Wechseljahren für Gicht anfälliger werden. Teilweise scheint die Erkrankung auch eine Frage der Veranlagung zu sein, da sie in Familien gehäuft vorkommt.
Eine Vielzahl von Faktoren kann dazu führen, dass der Körper zu viel Harnsäure bildet oder zu wenig über die Niere ausscheidet. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:
- Übergewicht
- bestimmte Krankheiten und Stoffwechselstörungen, einschließlich Bluthochdruck, Diabetes und hohe Blutfettwerte
- übermäßiger Alkoholgenuss
- übermäßiger Konsum von Lebensmitteln mit hohem Puringehalt
- bestimmte Medikamente, darunter einige Diuretika, niedrig dosiertes ASS (z. B. Aspirin®), Niacin und Cyclosporin, das nach Organ-Transplantationen eine Abstoßungsreaktion verhindern soll
- Operationen
- schwere Krankheiten oder Verletzungen