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Gallensteine

Ungefähr 20 Prozent aller Deutschen haben Gallensteine. Viele davon bleiben unbemerkt, weil sie keine Beschwerden verursachen. Wer allerdings Gallenkoliken hatte, weiß, wie schmerzhaft sie sich bemerkbar machen.

Oft bleiben Gallensteine unbemerkt

In den letzten Monaten verspürten Sie einige ungewöhnliche Schmerzattacken im Oberbauch. Jetzt bekommen Sie einen weiteren Schub. Dieses Mal hält der Schmerz länger an und ihn begleitet Übelkeit. Bei einer Untersuchung stellt der Arzt Gallensteine fest, die diese Schmerzattacken verursachen. Gallensteine sind weit verbreitet, aber nur jeder fünfte Betroffene merkt etwas davon.

Man geht davon aus, dass etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann über 40 Jahre Gallensteine hat. Sie tauchen mit zunehmendem Alter häufiger auf, aber oft ist keine Behandlung erforderlich. Bei 75-Jährigen sind etwa jede dritte Frau und jeder fünfte Mann betroffen. Manchmal verursachen Gallensteine jedoch schmerzhafte Schübe und führen zu ernsteren Komplikationen. Deshalb sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Die Galle hilft der Verdauung

Ihre Gallenblase ist ein kleiner, birnenförmiger Sack, der sich unterhalb Ihrer Leber auf der rechten Seite des Oberbauches befindet. Sie ist Teil Ihres Gallentraktes: Der Teil Ihres Verdauungstraktes, der Galle transportiert. Galle ist eine grünbraune Flüssigkeit, die die Leber produziert und die für die Fettverdauung sowie die Entfernung von Abfallstoffen aus Ihrem Körper sorgt. Ihre Gallenblase konzentriert die Galle und dient als Reservoir, bis der Körper die Galle für die Verdauung braucht. Nach dem Essen kontrahiert sich die Gallenblase und entlässt etwas Galle in den Zwölffingerdarm. Sie fließt über eine Reihe von Verbindungen (Gallengänge).

Verändert sich die chemische Zusammensetzung des Gallensaftes in Ihrer Gallenblase, bilden sich feste Partikel. Mit der Zeit wachsen diese Partikel unter Umständen zu Steinen zusammen. Letztere können klein wie ein Sandkorn oder groß wie ein Golfball sein. Es können nur einer, aber auch bis zu hundert vorhanden sein. Die häufigsten Formen sind:

  • Cholesterinsteine: Diese bestehen hauptsächlich aus Cholesterin, das sich nicht vollständig in der Galle löst. Etwa 80 Prozent der Gallensteine amerikanischer und europäischer Patienten gehören zu diesem Typ.
  • Pigmentsteine: Menschen mit Bluterkrankungen und schweren Leberschäden bekommen häufig diese Form. Sie bildet sich, wenn die Galle zu viel Bilirubin (Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes) enthält. Pigmentsteine treten häufiger bei Asiaten auf.
  • Mischsteine aus Pigmenten, Cholesterin und Kalk

Welche Faktoren erhöhen das Risiko?

Darüber hinaus begünstigen Engstellen in den Gallengängen oder eine Schwangerschaft Gallensteine. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Als Risikofaktor bei Gallensteinen gilt unter Medizinern heute die 6F-Regel:

  • female (weiblich)
  • fourty (über 40)
  • fertile (fruchtbar)
  • fat (übergewichtig)
  • fair (blond, hellhaarig)
  • familiar (familiäre Disposition)

Mögliche Symptome

Das Gallensteinleiden äußert sich nicht immer sofort in schmerzhaften Gallenkoliken. Anfangs äußern Gallensteine Symptome wie Verdauungsbeschwerden nach fettreichen Mahlzeiten oder dem Genuss von Röststoffen (Kaffee oder Kurzgebratenes). Es tritt unter Umständen ein ringförmiges Völle- und Druckgefühl im Oberbauch bis hin zu Übelkeit und Durchfall auf. Wenn sich Steine in den Gallengängen festsetzen, kommt es zu krampfartigen, wellenförmigen Gallenkoliken. Dadurch versucht der Körper, das Hindernis zu beseitigen.

Die Schmerzen strahlen eventuell in die rechte Schulter aus und wegen der Stauung kann das Sitzen erschwert sein. Koliken ziehen sich über mehrere Stunden hin und hören auf, sobald das Hindernis beseitigt ist. Bei wiederholten Koliken sollte man einen Arzt aufsuchen. Unbehandelt führt das Gallensteinleiden zu schweren Komplikationen wie einer Gelbsucht, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Gallenblasenentzündung. Wenn die Gallenblase platzt, kommt es zur lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung. Chronische Entzündungen begünstigen zudem eine Tumorbildung.

Behandlung variiert je nach Größe

Eine Behandlung erfolgt ausschließlich bei Beschwerden. Die Wahl der Behandlungsmethode richtet sich nach der Anzahl und Größe der Gallensteine. Kleine Steinchen (Gallengries) löst man meistens medikamentös auf. In allen anderen Fällen gilt eine laparoskopische Operation als erste Wahl. Durch winzig kleine Einschnitte führt der Chirurg Mikroinstrumente in den Bauchraum ein und entfernt die Gallenblase mit den Steinen (Cholezystektomie). Der Vorteil dieser Methode ist, dass sich keine neuen Steine mehr bilden und winzige Narben zurückbleiben.

Blockieren die Gallensteine die Gallengänge, entfernt man sie manchmal im Rahmen einerGallenspiegelung (ERCP). Dabei führt der Arzt über den Mund ein Endoskop ein und befreit die Gallengänge von den Steinen. Das Zertrümmern durch Stoßwellentherapie wendet die Medizin heute nicht mehran, weil sich zertrümmerte Steine in den Gängen festsetzen und eine Neubildung nicht ausgeschlossen ist. Nach einer operativen Gallenentfernung leben die meisten Patienten beschwerdefrei. Es treten höchstens bei fettreichen oder schweren Mahlzeiten Verdauungsbeschwerden auf. Hier hilft eine leichte Ernährungsumstellung. Eine Schonkost ist nicht notwendig.

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