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E-Zigarette – besser oder schlechter als ihr Ruf?

24,5 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung sind entsprechend den Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge zumindest gelegentliche Raucher. Und von den Nichtrauchern haben viele eine „Rauchervergangenheit“. In der Studie „Rauchgewohnheiten nach Altersgruppen und Geschlecht“ gaben immerhin fast 20 Prozent der Befragten an, früher geraucht zu haben. Die Zigarette ist also – trotz aller Bemühungen der Politik – nach wie vor fest in der Bevölkerung verwurzelt. Dabei dürfte auch den aktiven Rauchern bekannt sein, wie gefährlich der „blaue Dunst“ für die eigene Gesundheit ist.

Das Tabakrauchen gilt als einer der Hauptauslöser für Tumore der Lunge. Und auch andere Erkrankungen werden hiervon begünstigt – etwa des Magen-Darm-Trakts. Vor einigen Jahren kam etwas auf den Markt, dass man als die Alternative zur Zigarette gefeiert hat. Die Rede ist von der E-Zigarette. Zuletzt ist aber auch diese unter Druck geraten. Besonders deutlich wird das Ganze durch einen Gesetzesentwurf der Bundesregierung, auf dessen Grundlage inzwischen E-Zigaretten und die sogenannten E-Shishas nicht mehr an Kinder und Jugendliche abgegeben werden dürfen. Wer hat eigentlich Recht – die Kritiker der E-Zigarette oder deren Befürworter? Dieser Artikel soll etwas Licht ins Dunkel bringen und die Argumente beider Seiten genauer beschreiben.

Ist die E-Zigarette wirklich die ersehnte Alternative zur normalen Zigarette. Es gibt Hinweise, dass Tabakrauchen tatsächlich schädlicher ist als das sogenannte „Dampfen“ – letztlich wird es wohl vor allem die Zeit zeigen.

E-Zigarette – die Funktionsweise im Überblick

Bei der klassischen Zigarette wird Tabak verbrannt und der Rauch inhaliert. Das Problem sind die im Rauch enthaltenen Stoffe, von denen einige als krebserregend eingestuft sind. Wie funktioniert im Vergleich dazu die E-Zigarette. Hierfür haben sich in der Vergangenheit verschiedene Begriffe eingebürgert, wie elektrische Zigarette, Verdampfer oder elektronische Zigarette.

Und auch wenn es inzwischen ganz unterschiedliche Ausführungen am Markt gibt – das Funktionsprinzip ist ähnlich.

Prinzipiell besteht die E-Zigarette aus drei Hauptkomponenten:

  • dem Verdampfer
  • dem Akku
  • dem Liquid.

Letzteres ist der eigentliche Verbrauchsstoff, welcher dem Verdampfer zugeführt wird. Dieser ist ein Heizelement, welches das flüssige Liquid verdampft. Der Raucher inhaliert diesen Dampf und hat damit das vom Rauchen bekannte Gefühl.

Im Gegensatz zum Tabak, der hier verbrannt wird, handelt es sich beim Liquid um eine Mischung verschiedener Stoffe, zu denen unter anderem:

  • Propylenglycol
  • Glycerin
  • Wasser
  • Aromen
  • Nikotin

gehören kann. Neben fertigen Mischungen gehen Konsumenten auch dazu über, sich die Liquids selbst herzustellen. Die Akkus stellen letztlich die Energie bereit, welche zum Betrieb der E-Zigarette erforderlich ist. Inzwischen sind hier neben Einwegmodellen auch Wechselakkus verbreitet.

E-Zigarette vs. herkömmliche Zigaretten – was ist schädlicher?

Das Verbot einer Abgabe der E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche zeigt eines – die Geräte bzw. der Konsum ist umstritten. Ist es gerechtfertigt, Tabakwaren und E-Zigaretten hinsichtlich des Gefährdungspotenzials gleichzusetzen?

Um hierauf eine Antwort zu finden, ist eines unbedingt nötig – man muss sich intensiver mit beiden beschäftigen. In einer herkömmlichen Zigarette sind auf den ersten Blick nur Tabak (Feinschnitt) und Papier vorhanden. Aber: Erst wenn man sich etwas eingehender mit der Zigarette beschäftigt, wird das volle Ausmaß klar. Unter anderem sind in einer Zigarette:

  • Zucker
  • Ammoniak
  • Feuchthaltemittel
  • Kleber

zu finden. Und diese Stoffe gelangen beim Abbrand in den Rauch bzw. werden zu anderen Substanzen umgesetzt. Im Rauch selbst lassen sich beispielsweise:

  • Blausäure
  • Benzol
  • Aceton
  • Naphtalin

nachweisen. Letzteres kann beispielsweise auf der Haut zu einer Dermatitis führen und war lange Bestandteil von Produkten zur Mottenabwehr.

Stellt man dem die Inhaltsstoffe der E-Zigarette gegenüber, ist das Ergebnis relativ eindeutig. Gerade bei den gesundheitsschädlichen Substanzen scheint das Potenzial der E-Zigarette – zumindest nach den bisherigen Erkenntnissen – geringer. Diese Ansicht wird inzwischen von einigen Studien unterstützt. Dazu gehört beispielsweise eine Untersuchung von Public Health England, die zu dem Ergebnis kommt, dass die E-Zigarette ein um 95 Prozent geringeres Gefährdungspotenzial beinhaltet als die gewöhnliche Zigarette. Zumal die elektronische Zigarette kein Risiko wie das Passivrauchen bedeutet. Trotzdem dürfte sich kurzfristig wahrscheinlich wenig an der öffentlichen Haltung gegenüber den Verdampfern ändern.

Was sollten Umsteiger beachten?

Endlich mit dem Rauchen aufhören – viele aktive Raucher kennen das Risiko der Zigarette. Allerdings fällt es ihnen schwer, vom Glimmstängel loszukommen. Obwohl Nikotin für sich genommen kein überdurchschnittliches Suchtpotenzial besitzt, führen Tabakwaren in die Abhängigkeit. Eine Ursache ist die Kombination der verschiedenen Inhaltsstoffe.

Einfach auf die E-Zigarette umsteigen und endlich ohne Qualm leben ist aber nur bedingt die Lösung. Der Grund ist weniger in der Gesundheitsgefährdung zu suchen. „Dampfen“ und Rauchen sind nicht ohne Weiteres miteinander zu vergleichen. Beispiel: Bei der Zigarette baut sich ein Zugwiderstand auf, welche bei der E-Zigarette fehlt. Zieht ein Umsteiger zu stark, gelangt nicht ausreichend Liquid ans Heizelement, was zum Dry Hit führen kann.

Zur Herausforderung wird auch die Auswahl des passenden Liquids. Diese werden heute in unterschiedlichen Stärken – also mit variierender Nikotindosierung – im Handel angeboten. Gerade beim Umstieg kann es also passieren, dass Nikotindosierung zu niedrig ist.

Tipp: Mittlerweile bieten die Hersteller der E-Zigaretten verschiedene Modelle an, die heute mit unterschiedlichen Akkukapazitäten und regelbarer Temperatur geliefert werden. Als Umsteiger ist es angebracht, für die Auswahl der Hardware ausreichend Zeit einzuplanen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Rauch

© pixabay.com © maxknoxvill

Der Rauch einer Zigarette enthält sehr viele Schadstoffe, von denen einige krebserregend sind.

Fazit: E-Zigarette versus Tabakwaren – Entscheidung vertagt

Rauchen ist gesundheitsschädlich – auch für die Umgebung. Daran wird heute kaum noch jemand wirklich rütteln. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Raucher immer wieder die Entwöhnung versuchen. Neben einigen Rauchern, die den Absprung schaffen, scheitern viele Betroffene. Der Tabakkonsum hat letztlich Suchtpotenzial. Die E-Zigarette sorgt in den Augen der Befürworter für Abhilfe. Sie scheint – zumindest einigen Studien zufolge – tatsächlich weniger gefährlich für die Gesundheit. Aber: Sie bleibt dennoch ein Risiko für den Nutzer. Ob die Forderung, E-Zigaretten nur noch über Apotheken abzugeben, allerdings wirklich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Wer diese Forderung erhebt, muss letztlich auch dafür sein, Tabakwaren komplett aus den Regalen der Supermärkte zu entfernen. Denn das Rauchen von Zigaretten führt letztlich zu vielen Krankheiten, die ohne Tabak weniger stark verbreitet wären.

 

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