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Medizinische Kohle: Unverzichtbar für Ihre Hausapotheke

„Ich leide nach einer längeren Antibiotika-Einnahme unter anhaltendem Durchfall. Medizinisch konnte bislang dagegen nichts ausgerichtet werden. Ich erinnere mich, dass meine Großmutter Durchfall immer Kohle behandelt hat. Ist das heute noch zu empfehlen?“ Das wollte Leserin Lisa von mir wissen.

Darauf kann ich nur mit einem klaren „Ja“ antworten. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um Kohle zum Heizen, sondern um Medizinische Kohle. Diese ist ein vielseitiges und unentbehrliches Hausmittel, auch wenn dies bei vielen Menschen fast in Vergessenheit geraten ist.

Medizinische Kohle und ihre Vorteile

Die Medizinische Kohle wird auch Aktivkohle, A-Kohle oder Medizinalkohle genannt.

Sie ist pflanzlichen Ursprungs und wird durch das Ausglühen von Birken- und Buchenholz oder aus den Schalen der Kokosnuss gewonnen. Der hochporöse Kohlenstoff verfügt über ein hohes Adsorptionsvermögen. Das heißt, er legt sich auf die Oberfläche einer anderen Substanz und bindet sie so.

Zur Erinnerung: Bei der Absorption dringen die Stoffe in das Innere einer anderen Substanz ein. Die Medizinalkohle zählt deshalb zu den bewährten einfachen Mitteln zur Entgiftung und Reinigung.

Traditionell wurde und wird die Medizinische Kohle in Schulmedizin und Naturheilkunde vor allem bei akuten und chronischen Vergiftungen eingesetzt. Rasch wirkt sie bei Störungen des Verdauungssystem wie Blähungen, Durchfall und Reisediarrhoe.

Hilfreich kann sie auch bei Schwächezuständen, Atembeschwerden und Herz-Kreislaufschwankungen sein. In der Homöopathie wird die Medizinalkohle bei Regenerationsschwierigkeiten und Erschöpfungszuständen eingesetzt.

Das sind die Einsatzgebiete der Medizinischen Kohle:

  • akute und chronische Vergiftungen
  • Völlegefühl, Sodbrennen, Aufstoßen
  • Blähungen, Verdauungsprobleme
  • Kreislaufschwäche
  • Durchblutungsstörungen
  • Schwindel, Ohnmacht
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Hautirritationen, Wundheilung
  • Venenschwäche, Krampfadern, Hämorrhoiden

Akuter Durchfall: So bremsen Sie Ihre Beschwerden aus

Unter Durchfall (Diarrhoe) leiden Sie, wenn bei Ihnen häufiger als dreimal am Tag ungeformte, breiige oder wässrige Stühle auftreten. Ursache hierfür sind zum Beispiel Krankheitserreger oder Gifte, die Ihre Darmschleimhaut reizen. Typische Folge: Die Schleimhaut kann kaum noch Wasser aus dem Nahrungsbrei aufnehmen und der Stuhl ist flüssiger als gewöhnlich.

Akuter Durchfall ist genau wie Erbrechen eine Selbsthilfemaßnahme Ihres Organismus: Krankheitserreger oder Gifte werden so schnell wieder aus Ihrem Körper vertrieben.

Daher gilt: Unterdrücken Sie Ihren Durchfall nicht durch die vorzeitige Einnahme von Aktivkohle, Heilerde oder Medikamenten (z. B. Loperamid), die Ihre Darmbewegungen lahmlegen. Diese Mittel können Ihre Beschwerden tatsächlich schnell lindern.

Wenden Sie die Präparate aber nie länger als einen Tag an, also beispielsweise um die Rückreise aus Ihrem Urlaub gut zu überstehen. Der Grund: Aktivkohle & Co. verlängern die Zeit, die der Nahrungsbrei in Ihrem Darm verbringt. So bleiben auch die Erreger länger in Ihrem Darm.

Trinken Sie viel Flüssigkeit

Während Ihr Körper damit beschäftigt ist, die schädlichen Eindringlinge schnell wieder auszuscheiden, verliert er viel Wasser und Elektrolyte (Mineralsalze). Dadurch besteht die Gefahr, dass Sie regelrecht „austrocken“. Das gilt vor allem für Säuglinge und ältere Menschen.

Damit steigt Ihr Risiko für Kreislaufstörungen, Nierenversagen, Thrombosen und Embolien (Blutgerinnsel, die zum Beispiel in eine Lungenader geraten und sie verstopfen können).

Wichtig: Eine beginnende Austrocknung bemerken Sie an einem trockenen Mund, einer rissigen Zunge und am dunkel gefärbten Urin. Trinken Sie reichlich stilles Mineralwasser oder Tee. Faustregel bei Durchfall: 3 Liter pro Tag.

Diese Suppe beruhigt Ihre Darmschleimhäute: Würfeln Sie zwei Kartoffeln und eine Möhre. Kochen Sie das Gemüse 20 Minuten lang in 250 ml Wasser, bis es weich ist. Stampfen oder pürieren Sie die Suppe und würzen Sie nur mit einer Prise Salz.

Ihr Körper braucht jetzt Elektrolyte

Wenn der Durchfall bei Ihnen zuschlägt, ist es wichtig, dass Sie auch Ihren Mineralienverlust ausgleichen. Hier mein Tipp bei Durchfall: Mischen Sie einen Liter sauberes Wasser mit einem Teelöffel Kochsalz und acht Esslöffeln Zucker.

Als Faustregel für die Trinkmenge gilt: Pro Stuhlgang trinken Sie ein Glas (200 ml) dieser Mischung.

Entspannung lindert Ihre Beschwerden

Legen Sie sich hin und halten Sie Ihren Bauch warm, beispielsweise durch eine Wärmflasche. Versuchen Sie sich zu entspannen: Legen Sie sich auf die Seite und winkeln Sie Ihre Beine etwas an, sodass Ihre Bauchmuskeln locker sind.

Hilfreiche Tipps bei Durchfall

  • geriebene Äpfel: Waschen Sie das Obst, entfernen Sie das Kerngehäuse, reiben Sie den Apfel mit Schale und beträufeln Sie die Raspel mit etwas Zitronensaft. Äpfel enthalten Pektin, das die Eindickung des Stuhls fördert. Auch Karotten binden Wasser im Darm und hemmen das Keimwachstum. In der Apotheke erhalten Sie pektinhaltige Fertigpräparate.
  • Essen Sie in vertretbaren Mengen stopfende Lebensmittel wie Toastbrot, Reise, Bananen, Schokolade und Kakao. Auch Reis-, Gersten- und Haferschleim sind hilfreich.
  • Trinken Sie Heidelbeertee. Der blaue Farbstoff hemmt das Bakterienwachstum im Darm. Die Gerbstoffe wirken stopfend. Auch schwarzer Johannisbeersaft stopft. Ebenfalls hilfreich: Blutwurz-Tinktur oder Birkenkohle mit Kamille aus der Apotheke.
  • Verzichten Sie für eine Weile auf Milchprodukte, auch auf den probiotischen Joghurt. Zwar ist Joghurt prinzipiell gut für Ihre Darmflora, doch regt er in diesem Fall auch Ihre Verdauung an. Nach einer Weile hilft er Ihnen dann wieder, die angeschlagene Darmflora aufzubauen.
  • Vermeiden Sie Extreme: Essen Sie nicht zu heiß, zu kalt, zu scharf oder zu stark gewürzt.
  • Bevorzugen Sie fettarme und fettreduzierte Lebensmittel.
  • Beobachten Sie die Reaktion Ihrer Verdauung auf den Genuss bestimmter Nahrungsmittel und lassen Sie die Lebensmittel weg, nach deren Genuss sich der Durchfall verstärkt.
  • Gestalten Sie Ihren Alltag ruhiger und regelmäßiger.
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich genügend und regelmäßig entspannen.

7 Tipps, mit denen Sie Ihr Risiko für Reisedurchfall senken

Durchfallerreger lauern meistens im Wasser oder in Lebensmitteln. Mit diesen Tipps senken Sie Ihr Risiko für Reisedurchfall:

  1. Waschen oder desinfizieren Sie regelmäßig die Hände, besonders vor dem Essen. Ein Händedesinfektionsmittel gehört in jede Reiseapotheke.
  2. Halten Sie sich auf Reisen an den bewähren Leitsatz „ Koch es, schäl es oder vergiss es“.
  3. Wählen Sie nur Getränke aus industriell verschlossenen Flaschen. Kochen Sie Wasser immer mindestens eine Minute lang ab, auch das Wasser zum Zähneputzen.
  4. Essen Sie rohes Obst oder Gemüse nur dann, wenn Sie es selbst geschält haben (nicht vom Buffet nehmen).
  5. Verzichten Sie besser auf Salat. Er kann mit unsauberem Wasser verunreinigt sein.
  6. Achten Sie darauf, dass Fleisch und Fisch gut durchgegart sind. Essen Sie keine Muscheln.
  7. Meiden Sie Eiswürfel in Drinks und nicht original abgepacktes Speiseeis.
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Alte Kommentare
  • Vreni schrieb am 11.02.2011, 06:22 Uhr

    ich brauche die Kohle bei mir und bei meinen Hunden,hat immer geholfen,liebe Gruesse aus Italien,Vreni

  • Noelani schrieb am 11.02.2011, 10:50 Uhr

    Bitte recherchieren Sie die Artikel etwas besser. Medizinische Kohle ist bei Sodbrennen, Aufstossen, Blähungen und Völlegefühl vollkommen unwirksam. Hier ist auch nach meiner eigenen Erfahrung Natron immer noch der richtige Weg.

  • Herr Seifert schrieb am 11.02.2011, 15:37 Uhr

    Hallo, also wenn besagte Dame über einen längeren Zeitraum Antibiotika eingenommen hat, sind die "guten" Darmbakterien abgetötet ! Daß dann Durchfall auftritt ist fast schon leider normal. Eine Darmsanierung wäre in diesem Fall sehr angebracht. mfG C.Seifert

  • Jack Gregory schrieb am 12.02.2011, 02:22 Uhr

    darf man medizinische Kohle bei Bluthochdruckkranken anwenden

  • matzdorff schrieb am 14.02.2011, 20:50 Uhr

    Danke für diese Info. Bes. interessant fand ich die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Aktivkohle. Haben Luvos-Heilerde Kapseln auch so ein breites Therapiespektrum, bzw. wofür/wogegen kann ich Luvos-Heilerde-Kapseln einsetzen? Danke im Voraus für Ihre Antwort und herzliche Grüße R.M.

  • M Seifert schrieb am 25.02.2011, 15:44 Uhr

    Da habe ich aber etwas ganz anderes gelernt. Kohle mag zwar diese stopfende Wirkung haben, doch kann es sein, dass die Erreger durch die Darmwand in den Bauchraum gelangen. Was dann zu richtigen Problemen führt.

  • Aline Eberhardt schrieb am 16.03.2011, 17:01 Uhr

    Als ich den Artikel las, musste ich auch an Kohlepflaster z.B.für die Füße denken. Haben diese den gleichen Effekt? Was ist wirklich dran an diesen Pflastern? Erreichen diese wirklich soviel positive Wirkungen, wie einige Firmen es versprechen?