MenüMenü

Darmkrebs: 3 Typen von Polypen

Wenn Ihr Arzt bei einer Koloskopie einen Polypen findet, wird er ihn in der Regel direkt entfernen. Dazu muss er einen dünnen Draht durch einen Kanal im Kolonoskop schieben, die Schlinge um den Polypen legen und ihn abtrennen. Sowohl sessile als auch gestielte Polypen können so entfernt werden.

Danach kann der Polyp unter dem Mikroskop näher untersucht werden, um eine exakte Zuordnung treffen zu können. Polypen sind weitaus häufiger gutartig (benigne) als bösartig (maligne). Bei gutartigen Polypen wird Ihr Arzt Ihnen regelmäßige Dickdarmuntersuchungen empfehlen, um neu entstandene Polypen frühzeitig aufzudecken und zu entfernen.

Wenn ein Polyp nur wenige mikroskopisch kleine entartete Krebszellen enthält, kann schon mit seiner Entfernung bei einer Koloskopie der Krebs erfolgreich behandelt werden. Wenn Ihr Arzt Bedenken hat, ob der Krebs vollständig entfernt werden konnte oder über den Polypen hinaus gestreut hat , wird er zur weiteren Behandlung eine Operation vorschlagen. Dabei wird der Darmbereich, aus dem der Polyp abgetragen wurde, zusammen mit dem umgebenden Gewebe und den Lymphknoten entfernt.

Tumorzellen im Polyp

Grundsätzlich werden die Polypen bei Erwachsenen wie folgt eingeteilt:

  • Hyperplastischer Polyp: Das ist der meist verbreitete Polypentyp. Im Allgemeinen sind hyperplastische Polypen klein – weniger als 0,6 cm im Durchmesser – und stellen kein Gesundheitsrisiko dar. Wenn sie allerdings größer als 1,3 cm im Durchmesser werden, sollten sie entfernt werden, um durch weitere Untersuchungen sicherzustellen, dass sie weder bösartig sind noch sich in einem Darmkrebsvorstadium befinden.
  • Adenomatöser Polyp: Auch diese Art von Polyp ist weit verbreitet und kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor. Bei mikroskopischer Betrachtung lassen sich 3 Arten von adenomatösen Polypen unterscheiden. Es sind dies die tubulären röhrenförmigen, villösen zottigen und tubulovillösen Adenome.Am häufigsten treten tubuläre Adenome auf. Sie sind generell kleiner als die weniger verbreiteten villösen Adenome. Von den oft größeren villösen Adenomen haben mehr als die Hälfte einen Durchmesser von 2,5 cm. Die tubulovillösen Adenome tragen sowohl charakteristische Eigenschaften der tubulären als auch der villösen Adenome.

    Adenomatöse Polypen können bösartig werden. Dieses Potenzial nimmt normalerweise mit zunehmender Größe des Polypen zu. Auch vermehrt auftretende villöse Eigenschaften erhöhen das Risiko einer Darmkrebs Erkrankung.

  • Entzündlicher Polyp: Dieser Typ wird auch Pseudopolyp genannt. Man nimmt an, dass er nach Verletzung und Entzündung der Darmschleimhaut entsteht, beispielsweise nach einer geschwürigen Colitis (Darmschleimhautentzündung). Polypen diesen Typs sind nicht sehr häufig und meist nicht so bedeutend für das Darmkrebs-Risiko wie die anderen Polypenarten.

Darmkrebs: Vorsorgeuntersuchung sind wichtig

In Deutschland erkranken jährlich etwa 65.000 Menschen an Darmkrebs. Über 26.000 sterben jedes Jahr an den Folgen eines Dickdarmtumors. Damit stellt Darmkrebs die zweithäufigstekrebsbedingte Todesursache in Deutschland dar. Man kann die Erkrankung durch Entfernen gefährlicher Darmpolypen verhindern und im Frühstadium wirksam behandeln. Doch die wenigsten Menschen nehmen am Vorsorge-Programm der gesetzlichen Krankenkassen teil.

Nachlässigkeit im Hinblick auf die Krebsvorsorge kann tödlich sein!“ So warnen Experten der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Die DGVS rät dazu, Angebote zur Früherkennung wahrzunehmen.

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Darmkrebs entsteht nicht über Nacht. Er entwickelt sich aus Polypen, die jahrelang vorher im Körper vorhanden waren. Irgendwann entarten die Polypen und der Krebs entsteht. Anhand einer Darmspiegelung erkennt man diese Polypen sicher und trägt sie in gleicher Sitzung ab.

Das Lebenszeitrisiko für Darmkrebs liegt bei etwa 5 Produkt. Anders ausgedrückt: Jeder Zwanzigste bekommt im Laufe seines Lebens Darmkrebs. Zu berücksichtigen ist hier zudem dasgenetische Risiko: Wenn ein Verwandter ersten Grades an Darmkrebs erkrankt, verdoppelt sich das Risiko auf 10 Prozent. Bei richtig durchgeführter Prävention wären nahezu alle Fälle zu vermeiden.

Erhöhtes Risiko in höherem Alter

Ab dem Alter von 50 Jahren steigt das Darmkrebs-Risiko rapide an. Gegenüber einem 40-Jährigen weist ein 50-jähriger Mann ein um das Vierfache erhöhtes Risiko auf, in den folgenden zehn Jahren an Darmkrebs zu erkranken. Bei einem 70-Jährigen erhöht sich das Risiko um den Faktor 18. Obwohl Frauen seltener an Darmkrebs erkranken, nimmt die Bedrohung mit dem Alter zu.

„Das wirksamste Mittel gegen eine Darmkrebs-Erkrankung stellt die Früherkennung dar.“ Dies betont Professor Peter R. Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Mainz. „Mit der Darmspiegelung steht uns ein hochwirksames Instrument zur Verfügung, um Darmpolypen zu finden und entfernen, bevor sie zu einem bösartigen Tumor entarten. Darüber hinaus gibt der Okkultbluttest einen Hinweis auf Darmkrebs oder seine Vorstufen“, so der Pressesprecher der DGVS. „Jeder Mensch mit einem Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung sollte diesen geltend machen!“

Verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge

Für Menschen zwischen 50 und 55 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für einen jährlichen Stuhltest. Bei diesem Okkultbluttest untersuchen die Mediziner den Stuhl im Labor auf Blut. Im Falle eines Blutnachweises veranlasst der Arzt eine Darmspiegelung.

Menschen ab 55 Jahren können eine Darmspiegelung vornehmen und diese nach zehn Jahren wiederholen. Bei der Darmspiegelung führt der Arzt ein schlauchförmiges Instrument (Endoskop) durch den After in den Darm des Patienten ein. Mit einer Kamera an der Spitze des Gerätes untersucht er die Schleimhaut des Darmes.

Während der Darmspiegelung führt der Arzt zangen- oder schlingenförmige Instrumente über das Endoskop ein. Im Falle von Auffälligkeiten entnimmt er Gewebeproben und entfernt Darmpolypen. Danach haben Sie für zehn Jahre Ruhe und eine Sorge weniger. Die Kosten übernehmen alle Krankenkassen. Alternativ dazu kann man alle zwei Jahre einen Stuhltest machen.

Untersuchungen zur Darmkrebs-Vorsorge

Zusammengefasst gehören folgende Untersuchungen zur Darmkrebs-Vorsorge:

Das zahlt Ihre Kasse ab dem 45. Lebensjahr:

  • Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkultbluttest)
  • Tastuntersuchung des Enddarms

Das zahlt Ihre Kasse ab dem 56. Lebensjahr

  • Darmspiegelung

Sinnvolle Ergänzungsuntersuchung zur Darmkrebs Vorsorge:

ScheBo®Tumor M2-PKTM Stuhltest

  • als Selbsttest aus der Apotheke 29,90 €
  • als Selbstzahler beim Hausarzt ca. 50 €

Bluttest erleichtert Früherkennung

In Gemeinschaftsarbeit entwickelten amerikanische und deutsche Forscher einen neuartigen Test, der die Stuhlanalyse und die Darmspiegelung als Früherkennnungsmaßnahme gegen Darmkrebs ersetzt. Der Bluttest reagiert auf veränderte Zellteilchen, die vom Tumor aus ins Blut gelangen. Diese Zellteilchen weist man nach bisherigem Kenntnisstand bei mehr als 60 Prozent der an Darmkrebs im Frühstadium erkrankten Menschen nach.

Damit ist der Bluttest nicht ganz so sicher wie Stuhlprobe und Darmspiegelung. Er stellt jedoch für „Vorsorgemuffel“ eine Erleichterung dar. Die Hoffnung der Forscher ist, dass sich ein weiterentwickelter Test zur Früherkennung anderer Krebsarten einsetzen lässt.

Geringe Teilnahme an Präventionsuntersuchungen

Wie aktuelle Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) zeigen, nehmen nur wenige Menschen das Angebot zur Vorsorge wahr. Das Erschreckende: Rund die Hälfte stirbt an dieser Krankheit, obwohl es nicht nötig wäre.

Im Jahr 2008 nahmen insgesamt 15,5 Prozent der Versicherten im Alter zwischen 50 und 74 Jahren einen Okkultbluttest in Anspruch. Nur 2,4 Prozent der 55- bis 74-Jährigen nahmen an einer Darmspiegelung teil. Wie die Daten zeigen, scheuen vor allem Männer den Gang zum Arzt. Gründe sind oft Unkenntnis, falsche Scham oder die Angst, einen Krebs zu entdecken. Aber sogar dann besteht eine Heilungschance von über 90 Prozent, wenn der Krebs auf die Polypen beschränkt ist.

„Die Vorbereitung zu den Untersuchungen kann unangenehm sein“, räumt Galle ein. „Doch jeder sollte sich vor Augen halten, welche Qualen ihm durch eine vereitelte Darmkrebserkrankung erspart bleiben.“ Menschen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko (z.B. bei familiären Häufungen der Erkrankung) sollen sich ab einem Alter von 40 oder 45 Jahren regelmäßig durchchecken, empfiehlt Galle. Am Vortag der Untersuchung dürfen Sie nichts essen und Sie trinken am Tag der Untersuchung die „Lavage“. Das bezeichnet eine spezielle Flüssigkeit, die abführend wirkt und den Darm reinigt.

Vorbeugende Lebensmittel

Äpfel, Brokkoli, Sellerie und Zwiebeln eignen sich nach Erkenntnis des britischen Instituts für Ernährungsforschung in Norwich am besten zur Vorbeugung gegen Darmkrebs. Vor allen Dingen das Flavonoid Quercetin in Äpfeln und Zwiebeln blockiert die COX-2-Enzyme.

Die Enzyme ermöglichen sonst den Krebszellen das Überleben in den Darmwänden. Dies erläuterte der leitende Wissenschaftler Dr. Ian Johnson im Juli 2004 dem britischen Fernsehsender BBC.

Der Pflanzenstoff Apigenin kommt in Petersilie, Artischocken, Basilikum und Sellerie vor. Nach den Forschungen „schärft“ eine unidentifizierte Substanz in Brokkoli und anderen Kohlsorten diesen und greift beschädigte oder erkrankte Schleimhautzellen des Darms an. Beherzigen Sie die alte Weisheit von dem Apfel, der den Doktor fern hält: Essen Sie jeden Tag einen Apfel. Von den genannten Gemüsesorten sollten Sie mindestens zwei Portionen pro Woche zu sich nehmen.

Milch kann vor Darmkrebs schützen

Ein Glas Milch soll ausreichen, um Sie vor einer Darmkrebs-Erkrankung zu retten. Das berichten Forscher von der Harvard Universität in Boston. Sie analysierten die Ergebnisse von zehn Studien, die die Daten von einer halben Million Menschen erfassten, von denen 5.000 an Darmkrebs erkrankten. Die Annahme, dass eine kalziumreiche Ernährung der Entstehung von Darmkrebs entgegenwirkt, bestätigten sie vorher bereits im Tierversuch. Mit der Analyse gelang das auch für den Menschen.

Die tägliche Aufnahme von 1.000 mg Kalzium senkt das Risiko bei Frauen um 15 Prozent, bei Männern um 10 Prozent. Für Käse und Joghurt wiesen sie dies nicht nach. Der Genuss von einem Glas Milch pro Tag ließ die Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung um 15 Prozent sinken. Wichtig ist aber, dass der Milchkonsum in eine abwechslungsreiche und ausgewogene Kost eingebettet ist.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten