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Rechter und linker Arm: Die Blutdruckwerte sind unterschiedlich

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie es eigentlich dazu kommen kann, dass unterschiedliche Blutdruckwerte am rechten und am linken Arm vorliegen und welche Unterschiede als normal zu charakterisieren sind? Wir wissen es und geben Ihnen hier die Antworten, nach denen Sie suchen.

Unterschiedliche Blutdruckwerte rechts und links: Das steckt dahinter

Grundsätzlich gilt, dass es immer einen Blutdruckwerte-Unterschied zwischen rechtem und linkem Arm geben wird. Neben Schwankungen von Messung zu Messung ist die Muskulatur daran schuld, die an dem Arm ausgeprägter ist, der Ihr stärkerer ist. Bei Rechtshändern ist dies der rechte Arm, bei Linkshändern der linke.

Dieser Unterschied wird beim oberen, systolischen Wert rund 10 mmHg ausmachen. Beim unteren diastolischen Wert sind es rund 5 mmHG. Der Blutdruck wird immer mit dem höheren Wert angegeben.

Wenn der systolische Wert einen Unterschied von mehr als 20 mmHG aufweist, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Grund für so einen großen Unterschied kann in einer Gefäßverengung in Schulter oder Oberarm liegen.

Welche Strategie hilft wirklich gegen hohen Blutdruck?

Medikamente gegen hohen Blutdruck nehmen? Nicht jeder Bluthochdruckpatient möchte sich hierauf einlassen, sondern sucht stattdessen nach alternativen Methoden, seine zu hohen Werte zu senken. Als eine Möglichkeit hierfür gilt Bewegung – doch wie gut ist sie geeignet und welche Sportart hilft? Mit dieser Frage haben sich Forscher der University of Michigan befasst. Sie werteten 1.000 Studien aus den Jahren 2006 bis 2011 aus.

Dazu teilten sie die Methoden, die in den Studien angewandt worden waren, in drei Gruppen ein. Gruppe eins waren körperliche Aktivitäten, also Bewegung. Gruppe zwei waren Verhaltenstherapien wie Meditation. Und zur Gruppe drei zählten sie nicht invasive Methoden, hierzu zählten sie zum Beispiel Akupunktur. Alle Methoden führten so gut wie niemals zu Nebenwirkungen, waren aber auch nicht alle gleich wirksam.

Am besten wirken, so die Wissenschaftler, körperliche Aktivitäten. Laufen, Walken oder Muskelübungen, bei denen die Gelenke nicht bewegt werden, können dazu beitragen, dass der Blutdruck um bis zu zehn Prozent gesenkt wird. Geeignet sind diese Maßnahmen aber nur für Menschen, deren Blutdruckwerte 180:110 mmHg nicht überschreiten.

Auch Atemtechniken haben sich als wirksam erwiesen. Diese sind auch bei höheren Blutdruckwerten anwendbar, müssen aber rund viermal pro Woche für eine Viertelstunde durchgeführt werden. Dagegen zeigten Verhaltenstechniken wie Meditation, Akupunktur oder Yoga im Grunde keine Wirkung.

Ob Bewegung oder Atemtherapie als alleiniges Mittel gegen den Bluthochdruck ausreichen, hängt übrigens von den Blutdruckwerten ab. Denn sie senken die Werte um 2 bis 10 mmHg. Zusammen mit einem Rauchstopp, ausgewogener Ernährung und einer Reduzierung von Übergewicht kann dies ausreichen – ist aber nicht in jedem Fall ausreichend. Dies muss im Einzelfall entschieden werden.

Lebensstil: Wenige Veränderungen senken den Blutdruck

Ein gesunder Lebensstil kann Ihr persönliches Bluthochdruck-Risiko deutlich senken. Aber die Formulierung „gesunder Lebensstil“ ist recht weit gefasst. Hierunter fällt ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung, kein Nikotin, möglichst wenig Alkohol, kein Übergewicht, etc. Die Liste lässt sich noch weiter fortsetzen. Und je länger sie wird, desto mehr Menschen verzweifeln: Wie soll man alle diese Punkte beachten und im täglichen Leben umsetzen?

Schritt für Schritt hilft auch

Dementsprechend ist die Frage, ob es überhaupt etwas bringt, sich erst einmal nur zwei oder drei Punkte aus der Liste „herauszupicken“. Und genau diese können Wissenschaftler des National Institute for Health and Welfare nun beantworten. Sie hatten nämlich im Rahmen einer Langzeitstudie über 21.000 Menschen beobachtet und diese befragt, welche der vier Faktoren für einen gesunden Lebensstil sie beachteten.

Die Teilnehmer mussten angeben, ob sie weniger als 50 Gramm Alkohol pro Woche tranken, sich mindestens dreimal pro Woche ausreichend bewegten, viel Obst und Gemüse aßen und Normalgewicht aufwiesen. Zudem wurden die Blutdruckwerte gemessen, die bei allen Teilnehmern zu Beginn der Studie im normalen Bereich lagen.

Nach 16 Jahren zeigte sich bei über 700 Männern und fast 900 Frauen Bluthochdruck. Im Einzelnen stellten die Wissenschaftler fest, dass diejenigen, die keinen der vier Faktoren für ein gesundes Leben befolgten, ein dreimal so hohes Risiko für Bluthochdruck aufwiesen, verglichen mit denen, die alle Faktoren beachteten. Aber schon zwei Faktoren halfen deutlich. Bei Männern, die zwei Faktoren in die Tat umsetzten, halbierte sich das Risiko für Bluthochdruck.

Bei Frauen sank es um immerhin ein Drittel. Und das gilt nicht nur für die Prävention von Bluthochdruck. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ähnliche Effekte auch bei bereits bestehendem Bluthochdruck auftreten.

Mit farbigen Säften gegen Bluthochdruck

Schon mehrere Studien konnten nachweisen, dass man alleine durch die Ernährung blutdrucksenkende Effekte erzielen kann. Nun haben Forscher der Universität Oslo die blutdrucksenkende Wirkung von Beerensäften untersucht. Die Wissenschaftler hatten Probanden mit erhöhten Blutdruckwerten 12 Wochen lang täglich einen Beerensaft verabreicht, der aus einem Gemisch von Kirschen, Aronia, roten Trauben und Heidelbeeren bestand.

Pro 100 ml erhielt der Saft 250 mg Polyphenole. Eine Kontrollgruppe erhielt einen Saft mit einem erheblich geringeren Polyphenol-Gehalt. Die Auswertung der Studie ergab, dass in der Beerengruppe der obere Blutdruckwert gegenüber der Kontrollgruppe um 7 mmHg gesunken war. Diesen Effekt schreiben die Studienleiter der gefäßentspannenden Wirkung der Polyphenole zu.

Wenn Ihr Blutdruck zu hoch ist, sollten Sie also ruhig täglich einenroten Beerensaft trinken. Durch den Genuss können Sie in vielen Fällen Medikamente einsparen. Die entsprechenden Säfte erhalten Sie in jedem Reformhaus oder Sie pressen sich Ihren Saft aus frischen Früchten selbst.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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