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Aneurysma: Was ist Aortenaneurysma?

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Aneurysma

Ihr Arzt hat eine Ultraschalluntersuchung angeordnet, um nach eventuell vorhandenen Gallensteinen zu fahnden. Aber dann findet er, für Sie völlig unerwartet, eine Ausbuchtung in der Hauptschlagader (Aorta) im Bauch, ein Aortenaneurysma.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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Sie hatten keine Anzeichen dafür, nichts, das Sie davor warnte, daß eines Ihrer Hauptblutgefäße platzen könnte.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Wiesbaden) starben 1997 in Deutschland 3.705 Menschen durch den Riß von Aortenaneurysmen. Wird ein Aortenaneurysma jedoch rechtzeitig entdeckt, kann es normalerweise durch eine Operation beseitigt werden. Sie können zudem Ihr Risiko für ein Aortenaneurysma mindern, indem Sie die gleichen Regeln befolgen, die auch zur Verhütung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hilfreich sind.

Ein Aneurysma beginnt mit einer geschwächten Arterie

Ein Aortenaneurysma tritt auf, wenn die Wand des Blutgefäßes geschädigt oder schwach wird. Das ständige Pulsieren des Bluts kann im Laufe der Zeit in einem geschwächten Gefäß eine allmähliche Erweiterung an einer Stelle hervorrufen und eine Ausbuchtung zur Folge haben – ein Aneurysma.

Diese Schwäche wird meist durch cholesterinhaltige Fettablagerungen (atherosklerotische Plaques) verursacht. Rauchen und Bluthochdruck können ebenfalls Blutgefäße schädigen.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Personen über 70 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für Aneurysmen. Für Menschen, die zusätzlichen Risikofaktoren ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Bluthochdruck, erhöht sich das Erkrankungsrisiko bereits ab einem Alter von 55 Jahren. Männer sind zudem häufiger betroffen als Frauen (Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirugie). Zusätzlich können Verletzungen, Infektionen oder angeborene Erkrankungen die Blutgefäße schädigen. Erbfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Ein Aortenaneurysma tritt auf, wenn die Aortenwand geschwächt ist oder beschädigt wird. Dadurch kann sich ein Teilstück langsam erweitern. Eine mögliche Operation zur Verhütung oder Behandlung eines Einrisses der Aorta (Aortenruptur) besteht im Einführen einer künstlichen Prothese – mit oder ohne Stent –, die eine Verstärkung der Arterienwand bietet.

Aneurysmen sind gefährlich, weil sie möglicherweise einreißen und eine lebensgefährliche innere Blutung nach sich ziehen können (Embolisation). Zusätzlich sammeln sich in ihnen oft kleine Blutgerinnsel, die sich ablösen und Gefäße in anderen Teilen des Körpers verstopfen können.

Die Gerinnsel führen dann zu einer eingeschränkten Funktion der betroffenen Gefäße, zu Schmerzen oder einer möglicherweise lebensgefährlichen Störung.

Die meisten Aneurysmen treten in der Aorta der Bauchhöhle auf

Aneurysmen können sich in jedem Blutgefäß in allen Teilen des Körpers bilden. Sie können sich in einer Kniearterie oder den kleinen Arterien des Auges oder des Gehirns entwickeln. Die Aneurysmen der Gehirnarterien entstehen meist durch eine angeborene Gefäßschwäche oder durch jahrelanges Rauchen, weniger durch Atherosklerose.

Die meisten Aneurysmen bilden sich in großen Gefäßen, besonders im größten Gefäß – der Aorta.

Dieses große Blutgefäß, das in der Mitte des Körpers verläuft, leitet Blut vom Herz in alle Bereiche des Körpers.

Obwohl sich ein Aneurysma überall in der Aorta bilden kann, treten circa 80% davon im Bauchteil der Aorta auf (abdominelles Aneurysma). Die restlichen 20% treten in dem Teil der Aorta auf, der durch den Brustkorb verläuft (thorakales Aneurysma).

Der Durchmesser der Aorta beträgt normalerweise 1 bis 2 cm. Ein Aneurysma kann diesen Durchmesser verdoppeln. Einige Aneurysmen erreichen einen Durchmesser von 7 cm oder mehr.

Ein Aneurysma verursacht oft keine Symptome – das macht ihre Entdeckung so schwierig

Nicht alle Aneurysmen erreichen den Punkt, an dem sie einreißen. Viele beginnen klein und bleiben in der Größe unverändert. Andere, die gefährlichen Aneurysmen, vergrößern sich langsam im Laufe der Zeit, oft 0,3 bis 0,6 cm pro Jahr, ähnlich einem Ballon, der langsam übermäßig aufgeblasen wird. Manche dehnen sich auch schneller aus. Einige Patienten verspüren Rücken- oder Bauchschmerzen, wenn das Aneurysma wächst. Die meisten Aneurysmen allerdings sind symptomlos und wachsen stumm. Das macht ihre Entdeckung schwierig.

Die Diagnose eines Aneurysmas erfolgt meist zufällig

In manchen Fällen wird ein Aneurysma durch eine körperliche Untersuchung entdeckt. Ihr Arzt tastet möglicherweise eine pulsierende Anschwellung in Ihrem Bauch oder hört mit dem Stethoskop eine turbulente Blutströmung im Bauch.

Die meisten Aneurysmen werden jedoch zufällig bei Routineuntersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen entdeckt.

Wenn eine weitere Beurteilung nötig ist, können noch speziellere Untersuchungen wie Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (NMR) durchgeführt werden.

Mit einer gesunden Lebensweise und regelmäßigen Untersuchungen können Sie Ihr Aneurysmarisiko senken

Wenn ein Aneurysma unentdeckt bleibt und einreißt, endet das oft tödlich. Wird ein gerissenes Bauchaneurysma (Ruptur eines abdominellen Aortenaneurysmas) nicht sofort behandelt, so sterben 80% der Patienten. Nach der Einlieferung in ein Krankenhaus und Behandlung liegt die Sterblichkeit der Patienten immer noch bei 40% bis 50%.

Sie können zur Verhütung von Aneurysmen beitragen, indem Sie die Risikofaktoren meiden, die zu einer Schwächung von Gefäßwänden bzw. zur Atherosklerose führen: Stabilisieren Sie Ihren Blutdruck, hören Sie mit dem Rauchen auf und nehmen Sie weniger Cholesterin zu sich.

Wenn Sie älter als 55 Jahre sind und eine Atherosklerose haben, sollten Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Gefahren sprechen.

Aneurysmen der Bauchaorta können auch familiär gehäuft vorkommen. Wenn Sie Geschwister haben, die ein Aneurysma haben oder hatten, sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihr mögliches Risiko sprechen. Gehören Sie einer Hochrisikogruppe an, könnte Ihr Arzt eine regelmäßige Kontrolluntersuchung empfehlen.

Wie ein Aneurysma behandelt werden kann

Die Behandlung eines Aneurysmas hängt von seiner Größe, Lokalisation und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Wenn Ihr Aneurysma klein ist und Sie keine Symptome verspüren, könnte Ihr Arzt Ihnen eine regelmäßige Beobachtung und Kontrolle empfehlen. In der Tat können Personen mit einem kleinen Bauchaneurysma im allgemeinen durch Ultraschalluntersuchungen zuverlässig überwacht werden. Sie benötigen keine Operation, solange das Risiko eines Risses (Ruptur) kleiner ist als das Risiko einer Operation.

Wenn jedoch das Aneurysma schnell wächst, undicht ist oder Anzeichen für einen bevorstehenden Riß bestehen, muß es operiert werden. Es gibt 2 Hauptgruppen operativer Eingriffe:

  • Offene Bauch- oder Brustkorboperation – Dies ist der Standardeingriff, um ein Aortenaneurysma zu beseitigen. Dabei wird die Bauchhöhle oder der Brustkorb eröffnet und der Blutfluß in der Aorta unterbrochen, so daß der geschädigte Teil der Aorta durch ein künstliches Schlauchstück (Prothese) ersetzt werden kann.

Diese Operation verläuft im allgemeinen erfolgreich. Dennoch ist ein Schnitt in den Brustkorb oder die Bauchhöhle notwendig. Die Genesung dauert mehrere Wochen einschließlich eines mindestens einwöchigen Krankenhausaufenthalts.

  • Endovaskuläre Operation – In verschiedenen größeren medizinischen Zentren wird zur Zeit ein neues operatives Verfahren erprobt. Es könnte denjenigen zugute kommen, die einer Aneurysmaoperation bedürfen, bei denen jedoch ein hohes Komplikationsrisiko aufgrund einer gleichzeitig vorliegenden Grunderkrankung besteht.

Bei diesem Eingriff wird ein synthetisches Implantat an das Ende eines Katheters geheftet und dieser in das Gefäßsystem eingeführt, meist in eine Beinarterie. Der Katheter wird gegen den Blutstrom bis zur Aorta vorgeschoben und dazu benutzt, das Implantat an der Stelle des Aneurysmas zu plazieren.

An dieser Stelle angelangt, wird das Implantat zu seiner vollen Größe ausgebreitet und mit metallenen Stents (spiralförmigen Metallstücken), kleinen Haken oder Stiften befestigt. Die Prothese reduziert den Druck auf die Aortenwand.

Obwohl die endovaskuläre Operation die Genesungszeit auf wenige Tage verkürzt, ist sie dennoch mit einigen Risiken behaftet. Langzeitergebnisse sind zur Zeit noch unbekannt.

Sie beugen Aneurysmen am besten vor, indem Sie Ihre Blutgefäße gesund erhalten

Ihr Arzt könnte Ihnen verschiedene Maßnahmen empfehlen, u. a. Medikamente zur Senkung des Blutdrucks und der Minderung des Drucks auf die geschwächten Gefäße.

Aber es gibt keine Pille, die Sie zur Verhütung eines Aneurysmas einnehmen können. Das Beste ist, daß Sie Ihre Blutgefäße so gesund wie möglich erhalten.

Verweisen Sie bitte die PEF Version dieses Artikels

Röntgenbild einer Lunge

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