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Ständige Ohrgeräusche: Das Leben mit Tinnitus

Wenn Sie an einem objektiven Tinnitus leiden, kann es helfen, die zugrunde liegende Gefäßerkrankung zu behandeln. Es kann zudem hilfreich sein, das Ohrenschmalz zu entfernen, das die inneren Geräusche verstärkt. Bei einem subjektiven Tinnitus gibt es keinen allgemein gültigen Weg, um die Ohrgeräusche zu beseitigen.

Möglichkeiten zur Verminderung der Ohrgeräusche

Unter Umständen mindern Sie durch eine der folgenden Maßnahmen die Schwere der Geräusche:

  • Vermeiden Sie Reizmittel: Nikotin verschlimmert einen Tinnitus. Falls Sie Raucher sind, sollten Sie damit aufhören. Betroffenen hilft es auch, laute Geräusche, Koffein, Tonic Water (wegen des Chinins), Alkohol und Acetylsalicylsäure zu meiden.
  • Überdecken Sie das Geräusch: Vielleicht können Sie das Tinnitus-Geräusch mit einem Ventilator, leiser gedämpfter Musik, leisen Radiogeräuschen oder mit speziell für diesen Zweck hergestellten Geräuschgeneratoren überdecken, die angenehme leise Töne erzeugen. Einigen Menschen helfen Hilfsmittel, die man ähnlich wie Hörhilfen trägt und die ein leises Geräusch erzeugen.
  • Tragen Sie eine Hörhilfe: Wenn der Tinnitus mit einem Hörverlust einhergeht, verstärkt eine Hörhilfe die Umgebungsgeräusche. Das führt möglicherweise dazu, dass Ihnen das Tinnitus-Geräusch weniger bewusst ist. Ihr Arzt empfiehlt Ihnen unter Umständen eine Wahrnehmungstherapie, die Ihr Selbstverständnis und Ihre Wahrnehmung des Tinnitus ändern soll.

Auf diese Weise verändert sich Ihre Einstellung zur Erkrankung und ihr Leben positiv. Ähnliche Ziele verfolgt die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT). Dabei gewöhnt man sich an das Tinnitus-Geräusch, sodass es sich mit den Hintergrundgeräuschen vermischt. Sprechen Sie mit Ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt über diese Behandlungsmöglichkeit. Die Vielzahl an verfügbaren Möglichkeiten macht es für Sie wahrscheinlich, dass Sie einen effektiven Weg für den Umgang mit dem Tinnitus finden.

Hilfe durch TCI

Ein TCI (Tinnitus Controll Instrument) überdeckt die störenden Ohrgeräusche durch ein leichtes Rauschen. Es ist wie ein normales Hörgerät als Hinter-dem-Ohr-Gerät (HdO) oder In-dem-Ohr-Gerät (IdO) erhältlich. Das TCI-Kombi ist für Menschen gedacht, die sowohl einen Tinnitus als auch eine Hörminderung ausgleichen müssen. Die Geräte sind mit moderner digitaler Technik ausgestattet.

Eines der größten Probleme herkömmlicher Hörgeräte ist die Unterscheidung zwischen gewünschten Tönen und Nebengeräuschen. Beim gesunden Ohr übernimmt das Gehirn diese Aufgabe, indem es den Störschall „mental“ ausschaltet. Die Chips verstärken automatisch die zum Verstehen wichtigen Frequenzen und mildern die Nebengeräusche wie Straßen- oder Partylärm.

Vitalstoffe können Symptome mildern

  • Coenzym Q10 ernährt die Nervenbahnen: 100 mg (z. B. Coenzym Q10 GPH von Hecht-Pharma oder Coenzyme Q10 von Euro Nutrador, Monatsbedarf ca. 35 €)
  • Selen verhindert Blutgerinnsel: 100 µg (z. B. Cefasel 100 µg Selen Brausetabl. oder Hefe Selen Tabl. von Pharmadrog, Monatsbedarf ca. 10 €)
  • Magnesium löst Krämpfe der Blutgefäße: 300 mg (z. B. Abtei ®-Brausetabletten aus der Drogerie, Monatsbedarf ca. 4 €)
  • Zink beugt Krämpfen der Blutgefäße vor: 15 mg (z. B. Tetesept®-Brausetabletten aus der Drogerie, Monatsbedarf ca. 4 €)

Medikament gegen Tinnitus?

Ein Wirkstoff, der früher ausschließlich in der Trinkerentwöhnung eingesetzt wurde und das Verlangen nach Alkohol reduziert, hilft auch gegen Tinnitus. Einer brasilianischen Studie zur Folge gingen bei Tinnitus-Patienten, die mit dem Wirkstoff Acamprosat (Handelsname Campral) behandelt wurden, in 87 Prozent der Fälle die Ohrengeräusche deutlich zurück oder verschwanden gar gänzlich. Die unerwartete Wirkung erklären sich die Mediziner damit, dass der Wirkstoff die Durchblutung des Gehirns deutlich verbessert. Dadurch könnten auch die Tinnitus-Beschwerden reduziert werden.

Vor kurzem führte man eine Studie mit Patienten durch, die an Tinnitus mit Hörverlust litten. Bei 87 Prozent der Studienteilnehmer verbesserten sich die Beschwerden deutlich nach der Einnahme von Acamprosat. Darüber hinaus verursachte der Wirkstoff Müdigkeit. Dies kann für Patienten mit Schlafproblemen aufgrund von Tinnitus positiv sein. Allerdings sind noch weitergehende Untersuchungen erforderlich, um die Einsatzmöglichkeiten von Acamprosat zur Behandlung von Tinnitus zu erforschen.

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