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Erkältungstipps aus der Naturapotheke

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – die Winterzeit naht. Die richtigen Tricks in der Küche, Großmutters Heilmittel und Immunstärker aus aller Welt helfen Ihrer Erkältungsabwehr auf die Beine und machen Sie fit für die trüben Tage.

Der November gilt als die traditionelle Schnupfenzeit. Der Wechsel von Kälte und Feuchtigkeit draußen, Hitze und Trockenheit drinnen bietet Erkältungsviren beste Angriffschancen. Mehr als 2000 verschiedene Virusarten sind derzeit unterwegs. Sie sind zwar weitgehend harmlos, können Sie aber mit Erkältungen heftig beeinträchtigen. Im Herbst und Winter befinden sie sich überall in der Atemluft. Mit diesen Viren kommt das Immunsystem in aller Regel gut zurecht, wenn er fit genug ist. Eine Erkältung klingt meist nach einigen Tagen wieder ab. Dies gilt besonders, wenn Sie sich etwas Bettruhe gönnen, sich mit Wärme pflegen und ausreichend trinken. Im Vorfeld können Sie einiges tun, um Ihre Abwehrkraft zu stärken. Wenn es Sie doch erwischt, setzen Sie am besten auf die Kraft der Natur.

Achten Sie auf Ihren Eiweißspiegel

Verantwortlich für die Stärke Ihrer Immunabwehr ist der Eiweißhaushalt Ihres Körpers. Der Körper benötigt Eiweiß für nahezu alle Funktionen, vor allem für Muskeln, Nerven und Immunsystem. Damit ist es einer der wichtigsten Nährstoffe für Kraft und Leistungsfähigkeit. Bei zu niedrigem Eiweißspiegel arbeitet das Immunsystem halbherzig. Setzen Sie vorsorglich mehr Geflügel und Fisch sowie Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen und Hüttenkäse auf den Speiseplan.

Nehmen Sie ausreichend Zink zu sich. Es verwandelt das Eiweiß aus der Nahrung in körpereigenes Eiweiß und stärkt Ihr Immunsystem. Darüber hinaus hilft es bei der Schlafregulation. Gute Zinkspender, von denen Sie vorsorglich viel essen sollten: Austern, Hering, Lamm, Leber, Vollkornprodukte, Bohnen, Naturreis, Soja, Eier, Gemüse sowie Milchprodukte.

Nehmen Sie genügend Vitamine zu sich

Vitamin C sieht es auf Bakterien, Viren und freie Radikale ab. Nehmen Sie idealerweise über Obst und Gemüse täglich etwas mehr von dem natürlichen Vitamin zu sich nehmen, indem Sie beispielsweise mehr rote Paprika essen. Wenn Schnupfen im Anmarsch ist, hilft Vitamin C aus Apotheke, Drogerie oder Reformhaus. Um dem Vitamin-A-Bedarf auf die Sprünge zu helfen, raspeln Sie sich drei bis vier Möhren täglich. Verfeinern Sie diese mit Zitronensaft und Olivenöl oder essen Sie viel frisch zubereiteten Spinat. Die B-Vitamine päppeln Ihr Nervenkostüm auf und stabilisieren damit die Psyche. Viele schwören auf Kombucha-Saft aus dem Reformhaus. Er wird aus einem Pilz hergestellt, ist reich an Hefen, Fermenten und B-Vitaminen.

Sorgen Sie für Ihren Vitamin-D-Spiegel. Dieses Vitamin gibt Ihnen Immunpower, stärkt Knochen und Zähne. Dazu gehen Sie regelmäßig mindestens eine halbe Stunde nach draußen, denn Tageslicht unterstützt die Bildung des Vitamins in Ihrem Körper. Vitamin D steuert die Kalziumaufnahme in den Knochen und gibt Ihnen Halt und Stärke. Das Power-Mineral Kalzium kommt in Milch und Milchprodukten, Nüssen, Spinat, Gemüsefenchel und Hülsenfrüchten vor. Folsäure schenkt Ihnen neue Frische. Dieses Vitamin sorgt für die Zell- und Blutneubildung. Es ist vor allem in grünem Gemüse und Salat enthalten. Planen Sie täglich einen großen „grünen Anteil“ in Ihren Speiseplan mit ein, etwa Feldsalat, Rauke oder Spinat.

Weintrauben als Geheimwaffe gegen ein „lahmes“ Immunsystem

Man sagt Weintrauben traditionell einen hohen Gesundheitswert nach. Sie sind besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Traubenzucker (Glukose), der direkt ins Blut geht. Diese Inhaltsstoffe kräftigen das Herz, verbessern die Blutbildung, senken einen zu hohen Blutdruck, beugen Arteriosklerose vor und kräftigen die Venen. Sie schützen sogar vor Krebs. Weintrauben enthalten viele Enzyme und keimtötende Substanzen, die einem Schnupfen den Kampf ansagen. Achten Sie darauf, dass Sie möglichst Weintrauben aus biologischem Anbau kaufen. Die anderen werden häufig vor der Ernte gespritzt.

Trinken Sie zwei bis drei Liter täglich. Die Flüssigkeit feuchtet Ihre Schleimhäute gut durch. Am besten trinken Sie „Sportlersekt“: zwei Drittel Wasser mit einem Drittel Apfelsaft.

Verzärteln Sie sich nicht

Immer öfter hören wir, dass wir nicht abgehärtet genug sind. Dies passiert unter anderem, weil wir nicht mehr genügend mit Schmutz und Keimen in Berührung kommen. Dadurch bilden wir nicht mehr genügend Abwehrstoffe. Im Darm sitzt unsere größte Immuninstanz, die bei Kontakt mit kleinen Mengen verschiedener Keime Abwehrkörper bildet.

Schrubben Sie in Ihrer Küche und im Bad nicht immer alles gleich porentief rein (es sei denn, Sie hantieren gerade mit Geflügel oder Hackfleisch). Scheuen Sie sich nicht, einen ungewaschenen und ungespritzten Apfel, ungewaschene Trauben oder Möhren zu naschen. Trinken Sie Leitungswasser und beim Spazierengehen in einer bergigen Gegend auch ruhig ein wenig Wasser aus einem Bach, wenn sich nicht gerade eine Viehweide oder ein Haus darüber befinden.

Großmutters Hühnerbrühe hilft Ihnen wieder auf die Beine

Hühnerbrühe gilt als altbekanntes Heilmittel für Verschnupfte und Genesende. Forscher vermuten, dass in Hühnern eine Substanz enthalten ist, die sich positiv auf Erkältungen und andere Atemwegssymptome auswirkt. Sie ähnelt dem gegen Bronchialsymptome eingesetzten Acetylcystein. Dies gewann man ursprünglich aus Haut und Federn vom Huhn. Hühnerbrühe ist zudem ein leckeres und mageres Süppchen. Leider kam es weitgehend aus der Mode, sie frisch zuzubereiten. Doch nur frisch gekocht entfaltet sie ihre Heilwirkung. So bereiten Sie eine Heilsuppe zu:

  • Sparen Sie nicht am Huhn. Sie können auch einen jungen Hahn nehmen, denn der ist nicht so fett wie ein Suppenhuhn. Für eine normale Brühe oder einen Fond reicht ein gutes Huhn aus. Es sollte allerdings frisch und am besten aus der Freilandhaltung sein.
  • Man verwendet das ganze Huhn abgesehen von den Innereien.
  • Für ein Kilogramm Huhn (vorzugsweise in Teile zerlegt) benötigen Sie jeweils eine Hand voll Möhrenscheiben, Lauchringe, Knollensellerie, Petersilienwurzel, Zwiebelhälften, ein getrocknetes Lorbeerblatt (wenn der Lorbeer frisch ist, zwei), einige Pimentkörner, einen Esslöffel frischen Ingwer, einen halben Teelöffel Pfefferkörner, ein Bund Thymian, einige Stängel Petersilie und zwei Liter Wasser.
  • Das Ganze bringen Sie langsam zum Köcheln. Mindestens drei Stunden sanft simmern lassen. Nun die Brühe durch ein Sieb abseihen. Gemüse und Hühnerfleisch sind leider ausgekocht und nicht mehr zu verwenden, schmecken aber manchem hungrigen Haustier.
  • Brühe über Nacht erkalten lassen, dann Fettschicht abheben. Jetzt könnten Sie die Suppe portionsweise für Erkältungsnotfälle einfrieren.
  • Wenn Sie die Heilsuppe sofort verwenden wollen: Suppe leicht salzen, eine kleine Chilischote hinzufügen und aufkochen lassen. Etwas reduzieren, dann eine Knoblauchzehe hineinpressen, vielleicht etwas frisch gepressten oder fein gehackten Ingwer und einige dünne Zitronenscheiben zufügen. Mit etwas gehackter Petersilie bestreuen und fertig ist Ihre Gesundheitsbrühe. Man sollte Sie heiß servieren und sofort in kleinen Schlückchen trinken. Am besten legen Sie sich danach dick eingemummelt ins Bett und schwitzen ordentlich.

Schleimlösen und Hustenbekämpfung

Ätherische Öle von Anis, Eukalyptus, Fenchel, Thymian und Nadelhölzern desinfizieren, lösen Krämpfe, verflüssigen das Bronchialsekret und erleichtern das Abhusten. Die Öle eignen sich verdünnt für Kopfdampfbäder oder Wannenbäder. Aber Achtung: Ätherische Öle dürfen Sie nie unverdünnt anwenden! Die Reizschwelle der Hustenrezeptoren kann man durch Tees aus schleimhaltigen Pflanzen wie Eibisch, Huflattich oder Malve herabsetzen. Diese müssen Sie kalt ansetzen, um die Schleimsubstanzen nicht zu zerstören.

Tees aus Primelwurzel, Spitzwegerichkraut und Seifenkraut eignen sich ebenfalls gut als Hustenlöser. Präparate aus Efeu (Apotheke) beruhigen die gereizten Bronchien. Sie enthalten krampflösende und entzündungshemmende Stoffe, die den Hustenreiz mildern. Bitte niemals Tee aus Efeublättern selbst herstellen, das ist hochgiftig.

Schwitzen und Fiebersenken

Lindenblütentee und heißer Holundersaft bringen Sie zum Schwitzen. Hagebuttentee stärkt die Abwehrkräfte, beugt Erkältungskrankheiten vor und wirkt darüber hinaus hilfreich bei Fieber und Schnupfen. Ein Tee aus Mädesüß treibt den Schweiß und hilft bei Fieber.

Desinfektion und Entzündungshemmung

Tee aus Brombeerblättern wirkt entzündungshemmend und hilft bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhäute. Unter anderem bei Nebenhöhlenentzündungen wirkt Kamillentee desinfizierend und krampflösend. Salbeitee lindert Halsschmerzen. Ein Tee aus Weidenrinde bekämpft fieberhafte Erkältungen und damit einhergehende Kopfschmerzen (schmeckt allerdings schrecklich).

Besorgen Sie sich Ihre Tees am besten in der Apotheke. Der Apotheker muss eine gute, kontrollierte Qualität für Sie bereithalten.

Immunstärker aus Australien

Die Aborigines schwören schon seit Urzeiten auf die vielfältigen Heilkräfte des Teebaumöles, das von einem Myrtengewächs stammt. Es wirkt sowohl gegen bakterielle als auch gegen Viruserkrankungen wie Erkältungen und Grippe. Um Husten und Schleim zu lösen, mischen Sie jeweils fünf Tropfen hochwertiges Teebaumöl und Majoranöl mit einem Teelöffel Oliven-, Mandel- oder Avocadoöl. Zwei- bis dreimal täglich Brust und Rücken damit einreiben. Bei nicht frischem Teebaumöl besteht große Allergiegefahr: Das liegt daran, dass die Inhaltsstoffe oxidieren. Also immer kleine Mengen kaufen und innerhalb einer Woche verbrauchen.

Die Blätter bestimmter Eukalyptusarten schmecken nicht nur den Koalas. Ihr ätherisches Öl gilt als altbewährtes Mittel bei allen Atemwegserkrankungen. Es wirkt keimtötend, abschwellend und schleimlösend. Einer Studie zufolge halten Sie mit einem Eukalyptus-Raumspray Grippeerreger erfolgreich in Schach. Sie können stattdessen einige Tropfen Eukalyptusöl mit etwas Wasser mischen und in eine Duftlampe geben.

Immunstärker aus Lateinamerika

Die reifen Samen einer Lianenpflanze tauften die Indios Guarana (= geheime Augen). Sie setzten sie zur Leistungssteigerung sowie zur Bekämpfung von Kopfweh und Fieber ein. Koffein ist der wichtigste Wirkstoff von Guarana. Das Zusammenwirken mit den anderen Inhaltsstoffen führt zu einer lang anhaltenden Stärkung des gesamten Stoffwechsels. Bei Erkältungen und Grippe wirkt es fiebersenkend. Bereiten Sie sich aus einem halben Liter Milch, einem Päckchen Vanillezucker und einer beliebigen Menge Kakao einen Kakaotrunk zu. Geben Sie einen halben Teelöffel Guaranapulver zu und süßen Sie nach Geschmack mit Honig. Sie sollten nicht mehr als einen bis zwei Teelöffel täglich zu sich nehmen, vor allem nicht, wenn Sie an Herzklopfen oder Herzbeschwerden leiden.

Man beschwört darüber hinaus die Heilkraft des Lapacho-Baumes bei Erkältungskrankheiten. Lapacho-Tee besitzt eine Reihe von Inhaltsstoffen, die bei sich Grippeerkrankungen günstig auswirken. Lapacho-Rinde, -Tee, -Tabletten oder -Kapseln erhalten Sie in Apotheken, Reformhäusern und im Internet-Versand. Der rote Sonnenhut Echinacea gilt bei uns inzwischen als beliebte Stärkung für das Immunsystem. Er enthält neben Koffeinverbindungen Heilstoffe wie das Inulin, das die körpereigene Abwehr und das Wachstum von Killerzellen anregt. Am besten wirkt Echinacea, wenn Sie es bei den ersten Anzeichen einer Infektion anwenden. Spezielle Arzneizubereitungen bekommen Sie in der Apotheke.

Immunstärker aus Griechenland

Der berühmte griechische Arzt Dioskurides behandelte als erster Erkältungskrankheiten mit Honig. Heute ist dieses Hausmittel in aller Welt verbreitet. Seine Wirkung schreibt man den Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen und hormonähnlichen Substanzen zu, die der Honig enthält. Nehmen Sie bei den ersten Anzeichen einer Erkältung und bei Husten fünfmal am Tag einen Esslöffel Honig zu sich. Lassen Sie ihn langsam im Mund zergehen, damit die Mundschleimhaut die Wirkstoffe aufnimmt. Achten Sie darauf, dass Sie kalt geschleuderten Honig dafür verwenden.

Bei Propolis handelt es sich um den Bau- und Kittstoff der Bienenwaben. Seine bedeutendsten Wirkstoffe sind Flavone und Flavonoide. Propolis erhält man als Tinktur, Pulver, Granulat, in Tabletten- oder Kapselform in Apotheke, Reformhaus oder Drogerie. Nothilfe bei Halsweh: Träufeln Sie 10 bis 20 Tropfen Propolis-Tinktur auf eine kleine Scheibe Brot und kauen Sie diese gründlich. Leider ruft Propolis unter Umständen Allergien hervor. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, müssen Sie darauf verzichten.

Immunstärker aus dem Orient

Schwarzkümmelöl heilt jede Krankheit, außer den Tod“, wird der große Prophet Mohammed zitiert. Er arbeitete in seiner Jugend bei einem Gewürzhändler. Die Wirkstoffe des Samens der „Jungfer im Grünen“ stärken vor allem das Immunsystem, bekämpfen Entzündungen und Husten. Diese Gurgellösung wirkt desinfizierend und lindert den Hustenreiz: Geben Sie einen Teelöffel Schwarzkümmelöl auf ein Glas lauwarmes Wasser und gurgeln Sie mehrmals täglich damit.

5 „DOs“ für Ihre Erkältungsabwehr

  1. Essen Sie viel Obst und Gemüse. So erhalten Sie viele immunstärkende Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
  2. Schlafen Sie ausreichend, damit Ihr Immunsystem sich erholt und neue Kräfte schöpft. Sieben bis acht Stunden sollten es pro Nacht sein.
  3. Regelmäßige sanfte Bewegung fördert Ihr Immunsystem. Sie sollten sich dabei nicht überfordern, denn das nimmt Ihre Abwehr krumm. Gehen Sie bei Wind und Wetter täglich einmal an die frische Luft.
  4. Bauen Sie Stress ab und lassen Sie die Seele öfter mal baumeln. Musik hören, lesen, spazieren gehen, im Garten werkeln – das entspannt. Lernen Sie eine Entspannungsmethode (etwa an der Volkshochschule), die Sie regelmäßig anwenden.
  5. Lachen Sie mehrmals täglich. Gute Laune und Zufriedenheit wirken positiv auf die körpereigenen Abwehrkräfte. Meiden Sie aus diesem Grund „Miesepeter“.

5 „DON’Ts“ für Ihre Erkältungsabwehr

  1. Einseitige Ernährung, zu viel Fertigkost, Untergewicht und Übergewicht schaden Ihrem Immunsystem.
  2. Zu wenig Bewegung, körperliche Überanstrengungen, Leistungssport und übertriebener Freizeitsport wirken negativ auf die Krankheitsabwehr.
  3. Als unangenehm empfundener Stress, Hektik, Arbeitsüberlastung und zu wenig Schlaf bringen Ihr Immunsystem um seine Power.
  4. Rauchen (auch passiv) und zu viel Alkohol nimmt Ihre Abwehr ebenso übel wie Schadstoffe aus der Umwelt.
  5. Zu viel pralle Sonne oder Solarium und abrupter Klimawechsel bei Fernreisen schwächen die Abwehr.
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