Brustkrebs: Brustaufbau durch Silikon
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Brustkrebs
GNL5356
Die ersten Mammaprothesen aus Silikon wurden bereits 1963 implantiert. Heute gibt es unterschiedliche Sorten von Einlagen. Sie werden durch einen Schnitt entweder in der vorhandenen Narbe oder unterhalb der Brustwarze eingebracht und auf oder unter den Brustmuskel platziert (sofern sie nicht sofort nach der Mammaamputation an Ort und Stelle gebracht werden). Neben den mit Silikongel gefüllten Einlagen bieten sich solche mit Kochsalzlösung, Hydrogel oder Triglyzeridgel an; auch zweikammerige mit Gel und Kochsalzlösung stehen zur Verfügung. Einlagen mit Kochsalzlösung neigten in der Vergangenheit sehr oft dazu, Flüssigkeit zu verlieren. Auch sind die kosmetischen Ergebnisse nicht so gut wie bei Silikonimplantaten. Denn diese alternativen Füllmaterialien besitzen nicht die Konsistenz (Beschaffenheit), die Silikon-Einlagen der natürlichen Brust so ähnlich machen. Die Hüllen auch der alternativen Einlagen bestehen nach wie vor aus Silikon.
In den vergangenen Jahren wurde viel berichtet über ernsthafte Nebenwirkungen und Schwierigkeiten mit Silikoneinlagen. Viele Einwände wurden zurückgewiesen, aber ganz wegdiskutieren lassen sich die Probleme nicht. Die häufigste Komplikation ist die Kapselfibrose, die bei den bisher gebräuchlichen glattwandigen Implantaten in 15 bis 75% (!) der Fälle auftritt und Nachoperationen notwendig macht. Bei den neueren Einlagen mit angerauhter Außenhaut ist die Häufigkeit von Kapselfibrosen auf 2 bis 10% gesunken.
Ein weiteres Problem der Silikonprothesen: Wenn das Implantat reißt, läuft das Silikongel aus und dringt in das umgebende Brustgewebe. Zwar wird der größte Teil der Silikonpartikel in der umhüllenden Bindegewebskapsel festgehalten, doch können kleinere Mengen bis zu den Lymphknoten vordringen oder in das umgebende Unterhautfettgewebe einsickern. Die Folgen sind (evtl. sehr schmerzhafte) Reizungen. Das Implantat muss entfernt werden.
Ob dadurch Krankheiten wie Rheuma oder andere Autoimmunleiden hervorgerufen werden, ist nach wie vor umstritten. In den zahlreichen Studien, die deswegen durchgeführt wurden, konnte ein solcher Zusammenhang bislang nicht bewiesen, aber auch nicht sicher ausgeschlossen werden.