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Brustkrebs: Brustaufbau durch Silikon

Die ersten Mammaprothesen aus Silikon kamen im Jahr 1963 zum Einsatz. Heute existieren unterschiedliche Sorten von Einlagen. Der Chirurg bringt sie durch einen Schnitt entweder in der vorhandenen Narbe oder unterhalb der Brustwarze ein. Er platziert sie auf oder unter den Brustmuskel, sofern er sie nicht sofort nach der Brustamputation an Ort und Stelle bringt.

Neben den mit Silikongel gefüllten Einlagen bieten sich solche mit Kochsalzlösung, Hydrogel oder Triglyzeridgel an. Darüber hinaus stehen zweikammerige Einlagen mit Gel und Kochsalzlösung zur Verfügung. Solche mit Kochsalzlösung neigten in der Vergangenheit dazu, Flüssigkeit zu verlieren. Des Weiteren sind die kosmetischen Ergebnisse nicht so gut wie bei Silikonimplantaten. Diese alternativen Füllmaterialien besitzen nicht die Konsistenz (Beschaffenheit), welche Silikoneinlagen der natürlichen Brust so ähnlich macht. Die Hüllen der alternativen Einlagen bestehen nach wie vor aus Silikon.

Schwierigkeiten mit Silikoneinlagen

In den vergangenen Jahren berichteten die Medien viel über ernsthafte Nebenwirkungen und Schwierigkeiten mit Silikoneinlagen. Viele Einwände wurden zurückgewiesen, aber wegdiskutieren lassen sich die Probleme nicht. Als häufigste Komplikation gilt die Kapselfibrose, die bei den bisher gebräuchlichen glattwandigen Implantaten in 15 bis 75 Prozent der Fälle auftritt und Nachoperationen erfordert. Bei den neueren Einlagen mit angerauhter Außenhaut sank die Häufigkeit von Kapselfibrosen auf 2 bis 10 Prozent.

Ein weiteres Problem der Silikonprothesen: Wenn das Implantat reißt, läuft das Silikongel aus und dringt in das umgebende Brustgewebe. Zwar hält die umhüllende Bindegewebskapsel den größten Teil der Silikonpartikel fest. Nichtsdestotrotz können kleinere Mengen bis zu den Lymphknoten vordringen oder in das umgebende Unterhautfettgewebe einsickern. Die Folgen bestehen in unter Umständen schmerzhaften Reizungen. Der Chirurg entfernt in solchen Fällen das Implantat. Ob dadurch Krankheiten wie Rheuma oder andere Autoimmunleiden entstehen, bleibt nach wie vor umstritten. Die zu dem Zweck zahlreich durchgeführten Studien beweisen einen solchen Zusammenhang nicht, aber schließen die Möglichkeit auch nicht sicher aus.

Beruhigung für Frauen mit Brustimplantaten

Eine Ausgabe des New England Journal of Medicine (NEJM) aus dem Jahr 1994 berichtet, dass kein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Bindegewebserkrankungen (z. B. rheumatischer Arthritis, Lupus erythematodes (Autoimmunkrankheit) und Sklerodermie) besteht. 2 Millionen Frauen bekamen seit den 60er Jahren Brustimplantate. Etwa 25 Prozent davon zur Neuformung der Brust nach einer Krebsoperation und der Rest zur Vergrößerung der Brust. Im Januar 1992 verlangte die amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) ein Moratorium für den Einsatz von Brustimplantaten aus Silikon. Der Verfügung folgten einzelne Berichte von Frauen: Sie entwickelten eine Erkrankung des Bindegewebes, nachdem sie ein Brustimplantat bekamen.

Der Bericht des NEJM gilt als erste stichhaltige wissenschaftliche Studie zur Erforschung des vermuteten Zusammenhangs. Im Verlauf der Studie verglichen Forscher der Mayo Clinic die Krankengeschichte von 749 Frauen im Bundesstaat Minnesota, die zwischen 1964 und 1991 Brustimplantate erhalten hatten, mit der von 1.498 Frauen vergleichbaren Alters ohne Brustimplantate. Über einen durchschnittlichen Zeitraum von acht Jahren entwickelten fünf der Frauen mit Brustimplantaten eine Bindegewebserkrankung im Vergleich zu zehn Frauen ohne Implantate. Da die Studie doppelt so viele Frauen ohne Implantat einbezog, bedeuten diese Zahlen, dass das Risiko in beiden untersuchten Gruppen gleichwertig ausfällt.

Risiko kann nicht ausgeschlossen werden

Den teilnehmenden Frauen implantierte man Prothesen gefüllt mit Silikon, Kochsalzlösung oder Polyurethan. Allen Prothesen gemeinsam war eine Hülle aus Silikon. Die Forscher stellten zwischen den Gruppen keinen eindeutigen Unterschied im Auftreten von anderen Krebsarten fest. Der FDA liegen Berichte über den Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Multipler Sklerose (MS) sowie einigen Arten von Immunstörungen vor. Bis jetzt schloss man jedoch keine Studie vollständig ab, die die Frage beantwortet, ob ein Zusammenhang zwischen diesen Problemen und Brustimplantaten besteht.

Grundsätzlich gilt: Keine einzige Studie klärt ein für allemal, ob bei Brustimplantaten keinerlei Risiko besteht. Wenn Sie ein Brustimplantat erhielten, stellt diese Studie für Sie eine gewisse Beruhigung dar, dass Sie damit Ihre Gesundheit nicht gefährdeten.

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