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Bei einem Lymphödem nach Brustkrebs sollten Sie zügig zur Drainage

Gerade schrieb mir eine Leserin, die an Brustkrebs erkrankt ist. Ihr wurden unter den Achseln die Lymphknoten entfernt und nun leidet sie unter einem geschwollenen Arm. Ihre behandelnden Krebsärzte haben offenbar „vergessen“, ihr zu sagen, wie sie sich das Leben erleichtern kann.

Nach einer Brustkrebsoperation mit Entfernung der Lymphknoten kommt es oft zu einem Ödem. Dabei schwillt der Arm an, an dessen Achsel Lymphknoten entfernt wurden. Das kann in geringem Ausmaß der Fall sein, so dass die betroffene Frau es kaum merkt. Es nimmt unter Umständen jedoch auch Ausmaße von Krankheitswert an. Das verhindert dann oft, dass die betroffene Frau die Tätigkeiten wieder aufnimmt, die sie vor der Diagnose „Krebs“ ausgeübt hat.

Das Lymphödem kann sich rasch nach der Operation entwickeln, verschwindet aber auch gelegentlich schnell wieder. Es tritt manchmal noch Jahre später auf oder bleibt über lange Zeit ein treuer Begleiter. Aufgrund der schonenderen Operationsmethoden tritt das Lymphödem heute seltener auf als früher, wo es fast jede betroffene Frau traf.

Rein medizinisch gesehen ist das Lymphödem ein Abflussproblem

Die Behandlung des Lymphödems ist nicht ganz einfach. Wichtig ist es vor allem, den angeschwollenen Arm zu schonen. Das Tragen von schweren Gegenständen beispielsweise sollten Sie anderen überlassen: Einkaufswagen und Koffer mit Rollen sind ein Muss.

Da die Mediziner glauben, dass Infektionen das Entstehen eines Lymphödem beschleunigen, gibt man Frauen nach der Brustkrebsoperation diese Ratschläge:

  • Gartenarbeit nur mit Handschuhen
  • nicht an heißen Herdplatten und am Backofen hantieren
  • beim Haare entfernen unter der Achsel aufpassen
  • die Nagelhäutchen nicht mehr mit der Schere schneiden
  • Nagelbettentzündungen verhindern
  • Vorsicht im Umgang mit Nadel und Faden
  • Blutdruckentnahmen und Blutdruckmessen nicht am betroffenen Arm

Übertriebene Vorsicht ist dennoch nicht am Platz. Im Falle einer Infektion am betroffenen Arm sollte diese vom Arzt versorgt werden. Ansonsten tut es Ihnen gut, wenn Sie sich möglichst unbeschwert bewegen.

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