Beckenboden: Lageveränderungen der Gebärmutter
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GNL5356
Meist eine Folge schwerer Geburten
Die Gebärmutter ist durch Bänder im kleinen Becken aufgehängt, damit sie flexibel genug ist – vor allem für Schwangerschaften. Bei großen Belastungen kann sich deshalb die Lage der Gebärmutter verändern. Nach Schwangerschaften mit schweren Babys oder schweren Geburten kommt es häufig zu einer Knickung, Senkung oder einem Vorfall der Gebärmutter. Ein untrainierter oder geschwächter Beckenboden gilt als Risikofaktor.
- Gebärmutterknickung: Normalerweise liegt die Gebärmutter im kleinen Becken leicht zur Blase nach vorne geneigt. Eine Knickung der Achse ist die häufigste Lageveränderung des Organs. Sie ist eine angeborene Variante der Normalität, die keinerlei Beschwerden verursacht und nicht korrigiert werden muss. Früher hat man Frauen mit einer Gebärmutterknickung völlig unnötig eine ganze Reihe chirurgischer Maßnahmen „angedeihen“ lassen. Nur wenn die nach hinten geneigte Gebärmutter mit dem Enddarm verklebt oder verwächst beziehungsweise auf die Wirbelsäule drückt, sollte dem Organ wieder zu Bewegungsfreiheit verholfen werden.
- Gebärmuttersenkung: Bei dieser (in der Gynäkologie Descensus genannten) Erscheinung handelt es sich gewissermaßen um eine „tiefer gelegte“ Gebärmutter. Sie tritt dann meist in die Scheide hinein. Ursache ist eine Schwäche des Beckenbodens.
Der Beckenboden ist beim Menschen generell nicht so stark, weil er ursprünglich nicht für den aufrechten Gang ausgelegt ist. Bei Frauen hat sich dadurch eine regelrechte Schwachstelle entwickelt, die vor allem durch Geburten enorm strapaziert und ausgedehnt wird. Je häufiger die Geburten und je schwerer die Babys, desto mehr wird der Beckenboden in Anspruch genommen. Doch auch junge Frauen, die eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche haben, können bereits unter den Auswirkungen eines schwachen Beckenbodens leiden. Ebenso zählt ein weniger elastischer Beckenboden zu den Alterserscheinungen bei Frauen.
Nicht jede Gebärmuttersenkung ist gleich mit Beschwerden verbunden. Wenn Sie keinerlei Probleme haben, muss auch nichts unternommen werden. Allerdings sollten Sie Ihrem Beckenboden selbst mit einer gezielten Gymnastik wieder auf die Beine helfen – schon um eine Verschlechterung zu vermeiden.
Viele Frauen spüren jedoch ein Druckgefühl in der Scheide. Das Tiefertreten der Gebärmutter wird als unangenehm und störend empfunden. Manche klagen über Kreuzschmerzen. Auch die Blase kann in Mitleidenschaft gezogen sein – mit Entzündungen und Inkontinenz als Folge. Zur Behandlung wird vor allem Beckenbodentraining empfohlen, denn damit können eventuelle Operationen vermieden werden. Durch Pessare und Ringe, die in die Scheide eingelegt werden, kann versucht werden, die Gebärmutter zu stützen. Als letzte Möglichkeit wird die Gebärmutter durch die Scheide hindurch herausoperiert; dabei werden die Scheidenwände gestrafft. Dieser Eingriff sollte jedoch so weit wie möglich vermieden werden. Zudem nimmt er Ihnen nicht das Trainieren Ihres Beckenbodens ab.
Der Beckenboden besteht aus einem in Schichten angeordneten System von Muskeln und Bindegewebsplatten. Er hält die inneren Organe an Ort und Stelle.
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