Geschwollene Lymphknoten: Es gibt viele Auslöser
unseren Experten des "Mayo Clinic Gesundheits-Brief", Täglich Gesund vom 22.06.2004 16:00
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Dr. Martina Hahn-Hübner
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Sie fühlen sich körperlich gesund, doch beim Duschen entdecken Sie in der Achselhöhle einen Knoten von der Größe einer Murmel. Der Knoten befindet sich schon seit einer Woche an dieser Stelle. Zwar schmerzt der Knoten nicht, doch machen Sie sich Sorgen. Welche Ursachen können einem solchen Knoten zugrunde liegen? Als eine mögliche Ursache kommt ein geschwollener Lymphknoten in Frage. Lymphknoten sind kleine Drüsen, die sich über den ganzen Körper verteilen. Sie sind Sammelstellen des Immunsystems, filtern krank machende Keime heraus und helfen bei der Bekämpfung von Infektionen. Wenn ein oder mehrere Lymphknoten anschwellen, kann das auf eine bisher unentdeckte Krankheit hinweisen. Die Ursachen von geschwollenen Lymphknoten reichen von Infektionen wie Streptokokkenangina bis zum Krebs.
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Um das Video jetzt anzusehen, klicken Sie bitte hier!Das lymphatische System ist ein wichtiger Teil der körpereigenen Abwehr. Es besteht aus einem komplexen Netzwerk dünnwandiger Gefäße, die sich in den Geweben des Körpers verzweigen. In diesen Gefäßen fließt die Lymphflüssigkeit mit den weißen Blutkörperchen, die der Abwehr von Infektionen dienen. Entlang des Netzwerks befinden sich hunderte kleiner Drüsen (Lymphknoten), in denen sich Krankheitserreger fangen und unschädlich gemacht werden. Lymphknoten kommen an bestimmten Stellen des Körpers gehäuft vor: in den Achselhöhlen und den Leistenbeugen, Becken, am Nacken, in der Brust und im Bauch. Zum lymphatischen System gehören außerdem Milz, Thymus, Mandeln (Tonsillen), Rachenmandeln (Polypen), Knochenmark und Leber.
Unter den vielen möglichen Ursachen für geschwollenen Lymphknoten ist Krebs relativ selten. Tumore, die im Lymphsystem entstehen, heißen Lymphome. Man unterscheidet zwei Formen: das Hodgkin-Syndrom und das Non-Hodgkin-Lymphom. Darüber hinaus können Krebszellen aus benachbarten Organen, wie Brust, Lunge oder Haut in das lymphatische System eindringen, sich dort vermehren und zu Schwellungen führen. Auch die Leukämie kann zu solchen Schwellungen führen. Meistens liegen jedoch andere Krankheiten zu Grunde:
- Virale Infektionen wie Pfeiffersches Drüsenfieber oder sogar HIV.
- Bakterielle Infektionen wie Streptokokkeninfekte, Tuberkulose oder Hautinfektionen.
- Erkrankungen der Bindegewebe wie die chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) oder der systemische Lupus Erythematodes.
- Medikamenten-Unverträglichkeiten wie zum Beispiel gegen Penicillin oder Chinidin.
Vergrößerte Lymphknoten können innerhalb von ein paar Tagen wieder abschwellen. Wenn aber die Schwellung nach einer Woche immer noch besteht, größer wird oder mit Fieber, Nachtschweiß oder unerklärlichem Gewichtsverlust einhergeht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Geschwollene Lymphknoten können schmerzhaft oder auf Berührung empfindlich reagieren. Meistens sind dies Hinweise auf eine gutartige Ursache (also kein Krebs) wie zum Beispiel Erkältungen, Gürtelrose, Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose), Mundfäule oder Streptokokken- und Staphylokokken-Infektion. Um die Ursachen für die geschwollenen Lymphknoten herauszufinden kann Ihr Arzt folgende Befunde berücksichtigen:
- Dauer der Schwellung – Wenn eine Infektion oder ein anderer gutartiger Prozess vorlag, schwellen im Allgemeinen die Lymphknoten spätestens nach 7 bis 10 Tagen wieder ab. Wenn die Schwellung schon über einen Monat besteht, kann sich dahinter eine ernstere Ursache wie eine chronische Infektion oder Krebs verbergen.
Ort der Schwellung – Am häufigsten findet man geschwollenen Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle und der Leistengegend. Gerade in der Leiste sind die Schwellungen aber häufiger und nicht so ernst zu nehmen. In anderen Körperregionen wie oberhalb des Schlüsselbeins können Schwellungen dagegen auf schwerwiegende Krankheiten (z. B. Krebs) hinweisen.
- Größe der Schwellung – Lymphknoten, welche die Größe einer Murmel (etwa 1 cm.) erreichen oder größer sind und seit über einem Monat bestehen, sind wahrscheinlich krebsartig. Dies trifft besonders auf Schwellungen zu, die an Größe ständig zunehmen.
- Alter der Patienten – Das Alter spielt eine wichtige Rolle. Auch bei Kindern treten geschwollenen Lymphknoten häufiger auf, die aber meist nach einigen Tagen wieder verschwinden. Bei Erwachsenen über 50 Jahre muss der Arzt dagegen immer auch die Möglichkeit von Krebs in Betracht ziehen.
Der behandelnde Arzt kann die Schwellung zunächst bis zu 4 Wochen beobachten, bevor er sich zu einer Behandlung entschließt. Wenn die geschwollenen Lymphknoten nach dieser Zeit noch bestehen, wird er einige Blutuntersuchungen machen oder eine Gewebeprobe entnehmen (Biopsie), um die Ursache zu klären. Sobald er diese gefunden wurde, wird Ihr Arzt zuerst die Ursache behandeln, da dadurch auch die Schwellung des Lymphknotens zurückgehen kann.
Der Tastbefund eines geschwollenen Lymphknotens kann dem Arzt einen wichtigen Hinweis zur Krankheitsursache geben. Feste, aber nicht verhärtete Knoten können das Ergebnis einer Infektion oder Entzündung sein. Steinharte Knoten sind dagegen eher ein Zeichen für Metastasen, die sich im Lymphknoten abgesiedelt haben. Dies trifft besonders, wenn sich der befallene Lymphknoten mit dem benachbarten Gewebe in einem Stück verschieben lässt. Knoten, die sich gummiartig anfühlen, können auf Lymphome hinweisen. Mehr zum Thema lesen Sie auch hier:
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Kommentare
- von Witzgall (29.12. 2009 15:54 Uhr):
Frage. Können sich Lymphknoten in der Achsel und in der Brust auch mit Eiter füllen und aufgehen? Oder war das ein Abszess? Mein Arzt meinte, nervlich bedingte Knötchenbildung. Bekam Kortison und Antibiotikm. Heilt langsam ab, leider habe ich nun sehr viele Narben.
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