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Frühstück: Cornflakes oder Knäckebrot – auf die richtige Mischung kommt es an

von Dr. Michael Spitzbart, Chefredakteur von Dr. Spitzbart’s Gesundheits-Praxis

Viele finden es selbstverständlich, dass sie mit ihrem Auto zur Tankstelle fahren und dort den besten Sprit tanken, der für das Fahrzeug notwendig ist. Sie denken aber nicht daran, am Morgen Ihren Organismus mit den besten Vitalstoffen zu versorgen. Und sie wundern sich, wenn sie dann bereits am Vormittag müde und ausgelaugt sind. Statistiken besagen: Rund 45 % aller Deutschen gehen morgens ohne Frühstück aus dem Haus. Nur wenige nehmen sich wirklich Zeit für eine Mahlzeit am Morgen.

Das Frühstück ist nach ernährungswissenschaftlichen Kriterien die wichtigste Mahlzeit des Tages: Es ist das Sprungbrett in einen erfolgreichen Tag. Denn wenn Ihr Körper mit dem Frühstück die richtige Energie bekommt, kann er für den restlichen Tag leistungsfähiger sein. Daher brauchen wir am Morgen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Bioaktiv-Stoffe.

Wir haben ein stärkeres Immunsystem, bleiben gesund, haben eine bessere Konzentration und erbringen bessere Leistungen. Zudem leiden Menschen, die täglich frühstücken, seltener an Fettleibigkeit und Diabetes.

Welcher Frühstücks-Typ sind Sie?

1. Der Sportliche: Er trinkt Fruchtsäfte, natürlich frisch gepresst, genießt Obst und Joghurt oder Milch. So bekommt er eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Kraft für die Knochen. Nachteil: Hier werden zu wenig Ballaststoffe aufgenommen. Diese machen satt und fit, beispielsweise Vollkornbrot oder Müsli. Sie sind wichtig für die Verdauung und für gesunde Cholesterinwerte. Es sind langkettige Kohlenhydrate, die dem Körper auf gesunde Weise Energie liefern und nicht dick machen.

2. Der Öko-Typ: Er beginnt seinen Tag mit Vollkorn-Produkten: Vollkornmüsli mit Trockenfrüchten und Milch oder Joghurt, dazu Kräutertee. Eine optimale Versorgung für Muskeln, Knochen, Gelenke und Nerven durch die B-Vitamine aus dem Vollkorn.

Nachteil: Oft essen diese Menschen zu wenig Obst und Gemüse am Morgen und tanken nicht genügend Vitamin C und Beta-Carotin. Die Trockenfrüchte haben kaum Vitamine. Eine weitere Gefahr: viele essen einfach zu viel Müsli und nehmen zu. Niemals mehr als 3 bis 4 Esslöffel Getreideflocken fürs Müsli verwenden. Füllen Sie Ihren Magen lieber mit frischem Obst in Stücken und Nüssen auf.

3. Der Deftige: Diese Menschen brauchen schon am Morgen Wurst und Käse zum Vollkornbrot. Dazu ist zu sagen: Damit tanken Sie Eiweiß, aber leider auch viel Fett. Das Eiweiß ist wichtig für die Laune und gegen den Stress des Tages. Sie haben auch genügend Ballaststoffe sowie Vitamin A und B.

So ein Frühstück ist gut für einen stressreichen Tag. Aber Wurst und Käse sollten unbedingt fettarm sein. Nachteil: Das Frühstück enthält zu wenig Vitamin C, daher sollten Sie unbedingt Orangensaft oder Sanddorn– Sirup zu einem Saft aufgießen. Oder zu frischen Früchten wie Kiwis, Erdbeeren, Äpfel oder Birnen greifen.

4. Der Franzose: Diese Menschen lieben morgens Milchkaffee, Weißbrot, vor allem Croissants, dazu Butter und Marmelade. Nachteil: Sie essen wenig Ballaststoffe, keine Vitamine und Mineralstoffe, nur schnelle Kohlenhydrate. Diese machen mit der Zeit dick. Der Blutzuckerspiegel steigt schnell an, die Bauchspeicheldrüse produziert viel Insulin.

Solange der Insulinspiegel durch „schnelle“ Kohlenhydrate hoch ist, kann Fett nicht abgebaut werden – es lagert sich direkt in den Fettspeicherdepots an. Vorschlag: Tauschen Sie zumindest zweimal pro Woche das Weißbrot mit Vollkornbrot, essen Sie frische Früchte, Joghurt und trinken Sie Orangensaft.

5. Der Ei-Fan: Diese Menschen brauchen Eier in Form von 4-Minuten-Ei, Spiegelei oder Rührei. Dadurch tanken sie hochwertiges Eiweiß. Wichtig wäre dazu Vollkornbrot. Nachteil: Sie essen zu wenig Vitamine und Mineralstoffe. Daher sollten Sie rohes Gemüse dazu knabbern: Radieschen zum Beispiel oder Paprikaschoten. Oder frische Früchte wie Äpfel, Birnen, Beeren, Trauben. Sehr sinnvoll: Joghurt wegen des Kalziums.

6. Der Asket: Diese Menschen nehmen lediglich Kaffe zu sich und denken, sie werden dadurch richtig wach, sind dann aber immer wieder enttäuscht, wenn sie kurz darauf müde werden. Kein Wunder: Der Kaffee macht zuerst wach, dann aber zieht das Koffein die Gefäße im Kopf zusammen. Es kommt zu wenig Blut und damit auch zu wenig Sauerstoff ins Gehirn.

Dos and Don’ts:

Mit Vollkornbrot liegen Sie immer richtig. Optimal sind zwei Scheiben Vollkornbrot. Das ist ein guter Start in den Tag mit Vitamin A für Augen, Atemwege und Immunkraft, Vitamin E für Vitalität, B6 für Herz und Kreislauf und vielen Ballaststoffen, die lange satt und nicht dick machen.

Croissants sind eine Fett-Bombe. Wer schlank werden und bleiben möchte – Hände weg, höchstens einmal die Woche. Manche Menschen essen zum Frühstück gern Toastbrot. Auch da sollten Sie zum Vollkorn-Toast greifen. Er hat weniger Fett, mehr Ballaststoffe.

Sie sollten Margarine meiden, die gehärtete Fett enthält. Diese sind auf der Verpackung gekennzeichnet. Auch Margarine mit so genannten Transfetten sollten Sie meiden: All diese Fette fördern hohe Cholesterinwerte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und erhöhen das Risiko für frühzeitige Arteriosklerose. Butter – allerdings in bescheidenen Mengen – ist für den Organismus wichtig. Unsere Leberzellen vertragen Butter sehr gut.

Was kommt auf das Brot? Zwei bis drei Esslöffel Konfitüre sind erlaubt, Gelee hat mehr Zucker. Wichtig ist ein hoher Fruchtgehalt bei den Konfitüren um 50 bis 55 %. Schoko-Nuss-Cremes haben viel Zucker und viel zu viel Fett, machen dick und morgens träge. Hier sollten Sie höchstens einmal pro Woche zugreifen. Käse liefert wichtige Vitalstoffe wie Calcium und Eiweiß sowie B-Vitamine.

Tauschen Sie Cornflakes gegen Müsli aus. Sie sind sehr praktisch, rasch mit Milch zubereitet. Aber es handelt sich um schnelle, schlechte Kohlenhydrate. Daher machen Cornflakes – jeden Tag gegessen – dick. Müsli hingegen ist ein viel besserer Energie-Lieferant, durch die Zusammenstellung auch vielfältiger bei den Nährstoffen.

2 Tassen Kaffee sind erlaubt, aber Sie müssen dazu etwas essen. Sonst lässt die anregende Wirkung zu schnell nach. Ich empfehle Ihnen, nach 1 Tasse Kaffee 1/4 Liter Wasser zu trinken, weil das Koffein eine ausschwemmende Wirkung hat. Schwarzer und grüner Tee wirken anregend. Beide sind magenschonender als Bohnenkaffee.

Tee hat viele gesundheitsfördernde Stoffe wie Fluorid für die Zähne, Mangan für den Blutzucker, Tannin für den Magen, viele Vitamine und Mineralstoffe. Grüner Tee mit seinen Polyphenol-Schutzstoffen senkt das Krebsrisiko, schützt vor Umweltschadstoffen und bremst die Hautalterung.

Am besten gehen Sie nicht zu spät am Abend zuvor zu Bett, stehen früher auf und nehmen sich mindestens 30 Minuten Zeit für einen stressfreien Start in den Tag. Die ideale Bio-Rhythmus-Zeit fürs Frühstücken ist zwischen 7 und 9 Uhr morgens. Sie sollten niemals im Stehen frühstücken. Nur dann ist der Magen genügend durchblutet und kann das Essen besser verdauen.

Was tun, wenn Sie morgens keinen Appetit haben? Zuerst sollten Sie versuchen, das Dinner Cancelling Concept anzuwenden: nach 17 Uhr nicht mehr zu essen. Oft reicht es aber auch, nicht zu spät, nicht zu viel und nicht zu fett zu essen. Gehen Sie nicht zu spät schlafen und trinken Sie abends keinen Alkohol mehr.

Wenn Sie morgens nicht viel Hunger haben,essen Sie einfach nur Obst und löffeln Sie einen Joghurt. Lassen Sie Ihrem Magen Zeit, wach zu werden, dann kann sich das Hungergefühl langsam entwickeln. Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch hier:

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