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Trockene Haut: Mit der richtigen Pflege und Ernährung gegen Juckreiz & Co.

Vor allem im Winter macht sie sich bemerkbar: die trockene Haut. Sie wird durch die Heizungsluft sowie durch die großen Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen rissig und schuppig. Hier hilft eine konsequente Pflege mit den richtigen Produkten.

Inhalt

Pflege für trockene Haut© Adobe Stock

Aufbau der Haut

Die sichtbare Haut des Körpers bildet die Hornschicht. Sie besteht aus toten, abgestoßenen Hautzellen und ist bis zu 4 mm dick. Bei einer gesunden Haut erneuert sich die Hornschicht innerhalb von 28 Tagen durch Zellteilung in der Epidermis. Unterhalb der Epidermis liegt die Dermis (Lederhaut). Diese weist zwei Fasertypen auf: Die elastischen Fasern bringen die Haut nach Verformung in die ursprüngliche Form zurück.

Die kollagenen Fasern bewirken die Reißfestigkeit und Spannkraft der Haut. Kollagen bindet Wasser und trägt zu einem straffen Aussehen der Haut bei. In der Dermis sind wichtige Anhangsgebilde wie Haarwurzeln, Talgdrüsen und Schweißdrüsen eingebettet. Die Unterhaut stellt das Druckpolster gegen Schläge und Stöße dar und enthält fast den gesamten Fettanteil der Haut.

Gründe für das Austrocknen der Haut

Trockene Haut tritt besonders im Winter auf. Dann nimmt die Luft wegen der tiefen Temperatur wenig Feuchtigkeit auf und ist aus diesem Grund besonders in geheizten Räumen sehr trocken. Für die unbedeckte Haut im Gesicht und an den Händen stellen die großen Temperaturunterschiede zwischen beheizten Räumen und einem Aufenthalt im Freien eine große Belastung dar. Des Weiteren wirkt sich der natürliche Alterungsprozess auf die Haut aus. Sie verliert ihre Fähigkeit der Wasserspeicherung und die Talgdrüsen vermindern ihre Aktivität. Die gealterte Haut ist aus dem Grund dünn, feinrunzlig, trocken und leicht verletzlich.

Das gleiche Bild zeigt sich als Folge von übermäßiger Sonnenexposition. Man spricht in solchen Fällen vom Umweltaltern der Haut. Häufiges Waschen und Duschen sowie Kontakt mit Chemikalien, Seifen und Kosmetika machen der Haut zu schaffen. Nach Einnahme gewisser Medikamente, bei falscher Ernährung und bei Stress reagiert die Haut ebenfalls mit einer Veränderung ihres Erscheinungsbildes. Das Hauptproblem trockener Haut liegt im Verlust ihrer Elastizität. Als Folge bilden sich leicht kleine Risse und Sprünge in der Hornschicht, was die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigt. Trockene Haut neigt zu allergischen Ekzemen und anderen Hautausschlägen und kann zu Bakterien- und Pilzinfektionen führen. Durch eine rechtzeitige und richtige Pflege der Haut sind diese Beeinträchtigungen vermeidbar.

Zwei Typen trockener Haut

Grundsätzlich unterscheidet man zwei unterschiedliche Typen:

  1. Die sehr verbreitete trocken-fettarme Haut, mit der rund 30 Prozent der Bevölkerung zu kämpfen haben. Sie tritt mit fortschreitendem Alter vermehrt und ab dem 50. Lebensjahr bei jedem zweiten Erwachsenen auf. Die Ursache stellt eine abnehmende Talgproduktion dar, die zu einer rauen Oberfläche sowie Juckreiz und Spannungsgefühl führt.
  2. Die trocken-feuchtigkeitsarme Haut produziert zwar ausreichend Fett, aufgrund des Feuchtigkeitsmangels spannt sie jedoch unangenehm.

Unabhängig vom speziellen Typ ist trockene Haut in der Regel spröde, sehr dünn und reißt leicht ein, schuppig, sehr empfindlich gegenüber Umweltreizen wie Kälte oder Wärme, zart, durchscheinend, feinporig, gerötet und leicht entzündet sowie fleckig aufgrund der ungleichmäßigen Durchblutung. Darüber hinaus juckt und spannt sie großflächig. Das homöopathische Mittel Sulfur hat sich bei trockener, juckender Haut bewährt. Erfahren Sie mehr über die Symptome, Ursachen und Wirkungen des Heilmittels.

Beachten Sie diese Tipps, wie Sie trockene Haut vorbeugen können

Es gibt mehrere Möglichkeiten, der Austrocknung Ihrer Haut entgegenzuwirken. Vertrauen Sie nicht allein auf kosmetische Pflegeprodukte, sondern nehmen Sie sich auch einige wichtige Verhaltensregeln zu Herzen.

  • Duschen oder baden Sie mit kühlerem, lauwarmem Wasser und kürzer.
  • Tupfen Sie sich direkt nach dem Baden mit dem Handtuch ab, statt sich trocken zu rubbeln. Sie sollten sich nicht zu gründlich abtrocknen: Hinterlassen Sie lieber einen kleinen Wasserfilm auf der Haut und tragen darauf augenblicklich die Feuchtigkeitscreme auf.

So halten Sie die Feuchtigkeit auf der Haut

  • Verwenden Sie eine milde Seife (Babyseife, Cremeseife) oder Waschlotionen und Syndets mit rückfettenden Substanzen.
  • Seifen Sie lediglich die Körperpartien ein, die dies benötigen: Gesicht, Hände, Achselhöhlen, Unterleib und Füße.
  • Baden Sie nicht zu häufig. Beschränken Sie das Duschen auf einmal pro Tag oder sogar alle zwei Tage. Die Körperhygiene benötigt kein tägliches Baden. Ölbäder empfindet die Haut als angenehmer im Vergleich zu Schaumbädern, die die Haut austrocknen.
  • Pflegen Sie empfindliche Hautpartien mit speziellen fettreichen Cremes. Nacht- und Fettcremes sowie Salben haben einen höheren Öl- als Wassergehalt. Probieren Sie, ob Sie tagsüber eine Feuchtigkeitscreme (mehr Wasser- als Ölgehalt) vertragen.
  • Vermeiden Sie alkoholhaltige Gesichtswässer oder Peelingcremes und Gesichtsdampfbäder zur „Tiefenreinigung“.
  • Reizen Sie Ihre empfindliche Haut nicht zusätzlich durch die Verwendung von Pflegeprodukten mit Konservierungsstoffen. Kaufen Sie lieber öfter eine kleine Packung ohne Konservierungsstoffe (z.B. Formaldehyd) zu kaufen, da diese Hautallergien unter Umständen auslösen.

Allgemeine Ratschläge, die Ihre Haut Ihnen danken wird!

  • Schlafen Sie in ausreichendem Maße: als ideal gelten sieben bis acht Stunden pro Nacht.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter am Tag (vor allem Wasser, Früchtetees, Frucht- und Gemüsesäfte), um die Hautzellen mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Prall gefüllte Zellen spannen die Haut.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Die Vitamine und Nährstoffe kommen allen Körperzellen zugute und Ihre Haut sieht vitaler aus.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, um die Durchblutung anzuregen und sich gleichzeitig bei körperlichen Aktivitäten zu entspannen.
  • Meiden Sie trockene Heizungsluft und klimatisierte Räume. Geht das nicht, sorgen Sie mit Luftbefeuchtern, Pflanzen und durch regelmäßiges Lüften für ein gesundes Raumklima.
  • Tragen Sie bei der Haus- und Gartenarbeit Schutzhandschuhe oder benutzen Sie eine Hautschutzcreme.
  • Meiden Sie intensive Sonnenbäder, denn UV-Strahlung trocknet die Haut zusätzlich aus. Vor dem Sonnenbad sollten Sie fettreiche Sonnenschutzcremes auftragen. Vermeiden Sie Gels, denn diese enthalten zu wenig oder kein Fett, Sonnenschutzöle dagegen haben meist einen zu geringen Lichtschutzfaktor. Verwenden Sie in der Sonne einen Lippenpflegestift mit UV-Filtern.
  • Pflegen Sie Ihre Haut nach dem Sonnenbad mit besonders reichhaltigen Produkten.

Was tun bei trockener Haut im Winter?

Im Winter wird unsere Haut schneller trocken, rau und rissig, denn Heizungsluft produziert trockene Wärme. Ihre Haut transportiert dadurch mehr Feuchtigkeit an die Oberfläche, die dann verdunstet. Der natürliche Hautschutzmantel ist geschwächt. Jetzt am Ende des Winters wird es Zeit, Ihre Haut zu verwöhnen. Für Trockenheit, die an den Ellenbogen, aber auch an Knien oder Fersen auftreten können, empfiehlt sich ein Meersalz-Bad. Dazu kaufen Sie sich Meersalz in der Apotheke oder im Bioladen; manchmal bekommen Sie es auch im Drogeriemarkt. Geben Sie zwischen einem halben und einem Kilo davon in Ihr Badewasser; die genaue Dosierung unterscheidet sich je nach Sorte. Schauen Sie dazu am besten in die Gebrauchsanweisung Ihres Präparates.

Entspannen Sie rund zehn Minuten im Badewasser, wobei Sie darauf achten sollten, dass alle betroffenen Hautstellen immer gut vom Wasser bedeckt sind. Danach sollten Sie die Stellen mit einem Luffaschwamm oder Massagehandschuh gründlich abreiben. Achten Sie aber darauf, dass Sie bei dieser Abreibung wunde Hautstellen aussparen. Sind bestimmte Hautpartien bei Ihnen sehr trocken, bietet sich für zwischendurch auch ein Meersalzpeeling an. Dazu tauchen Sie den Massagehandschuh oder Schwamm erst in Olivenöl und anschließend in grobes Meersalz. Reiben Sie dann vorsichtig über die betroffenen Stellen. Lassen Sie die Öl-Salz-Mischung erst gut einziehen, dann spülen Sie die Reste mit kühlem Wasser ab. Anschließend cremen Sie die Partien mit einer Feuchtigkeitscreme ein.

Ein Cleopatrabad hilft auch

Wie wäre es ansonsten mit einem regenerierenden Cleopatrabad? Zwar badete die ägypthische Kaiserin in Eselsmilch, mit Buttermilch erzielen Sie jedoch dieselbe Wirkung. Fügen Sie für ein hautpflegendes Vollbad Ihrem Badewasser einen Liter Buttermilch und eine Tasse naturreines Olivenöl hinzu. Wenn Sie außer der Hautglättung noch weitere therapeutische Effekte haben möchten, können Sie das Bad mit ein paar Tropfen eines ausgewählten ätherischen Öls bereichern.

Als sanfte Einschlafhilfe eignet sich hierzu vor allem Lavendelöl. Es beruhigt überdrehte Nerven und bereitet Sie auf den Schlaf vor. Eher stimulierend, etwa bei niedrigem Blutdruck und Kreislaufschwäche, wirkt dagegen Rosmarinöl. Es erhöht die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Für welche Zusätze Sie sich auch entscheiden, bleiben Sie nicht länger als 20 Minuten in der Badewanne. Eine längere Badedauer würde Ihre Haut auslaugen und den pflegenden Effekt des Milch-Öl-Bads verringern.

Ist verschrumpelte Haut nach dem Schwimmen gefährlich?

Sie brauchen keine Angst zu haben, verschrumpelte Haut nach langem Aufenthalt in einem Schwimmbad oder in der Badewanne ist nicht gesundheitsgefährdend. Aber es gibt eine einfache Erklärung dafür, warum ausgerechnet an Händen und Füßen dieses Phänomen auftritt. Die Hornzellen, die in der oberen Hautschicht liegen, nehmen Wasser auf. Nur diese Zellen können Wasser binden und quellen dadurch auch auf. An Händen und Füßen befinden sich rund zehnmal mehr dieser Zellen als am anderen Körper. Das kommt durch die Belastung, der diese Stellen ausgesetzt sind. Die Hornschicht dient im Alltag nämlich als Schutz für die sensible Haut.

Kommen diese Zellen nun mit Wasser in Berührung, saugen sie dieses auf und dehnen sich aus. Aber Hornzellen sind immer mit der Unterhaut verbunden. Daher können sie sich nicht gleichmäßig ausdehnen, sondern werfen Wellen und Falten. Trocknet die Haut wieder, wird sie, wie Sie sicher schon oft beobachten konnten, ganz glatt. Sie sollten sich trotzdem nach dem Schwimmen gründlich eincremen, um ein Austrocknen der Haut zu vermeiden.

Mit dieser Naturkosmetik beruhigen Sie raue Winterhaut

Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl sanfter Helfer aus der Natur: Sie nähren Ihre beanspruchte Haut, wirken teils antientzündlich und sorgen wieder für einen zarten Teint.

Beruhigende und rückfettende Gesichtsmaske

Zutaten: Sahnequark, Karotten (oder Karottenöl), Zitronenmelisse

Effekte: Zitronenmelisse beruhigt nicht nur das Gemüt, sondern auch Ihre Haut. Dies gilt auch bei Lippenherpes. Die Karotten bzw. das Karottenöl (Apotheke) liefern Betacarotin als Vorstufe von Vitamin A. Letzteres wirkt wie ein wahrer Jungbrunnen in Ihrer Haut. Es fördert die Neubildung der Hautzellen, deren Regeneration und die Elastizität.

Zubereitung: Verrühren Sie 50 g Sahnequark (zimmerwarm), 1/4 fein geraspelte Karotte bzw. ½ Teelöffel Karottenöl sowie einen Tee aus 50 ml Wasser und 3 EL Zitronenmelisseblättern. Die Masse können Sie je nach Belieben mit Reismehl oder etwas mehr Quark noch etwas andicken.

Anwendung: Tragen Sie die Masse mit einem Kosmetikpinsel oder einem Finger auf (Hände vorher waschen). Lassen Sie die Maske 10 bis 15 Minuten einwirken und waschen Sie sie mit einem Waschlappen und lauwarmem Wasser ab.

Antientzündliche Gesichtsmaske

Zutaten: Sahnequark, Haferflocken

Effekte: Die in Haferflocken enthaltenen Polyphenole wirken juckreizstillend und entzündungshemmend. In Verbindung mit der rückfettenden Basis, dem Sahnequark, ist diese Maske ideal bei rauer Gesichtshaut, geröteten Schnupfnasen und aufgeplatzten Lippen.

Zubereitung: Rühren Sie eine Handvoll Haferflocken (oder sofort lösliche Schmelzflocken) in etwa die gleiche Menge Sahnequark ein. Rühren Sie nun die Mischung mit Milch glatt, bis eine streichfähige Masse entsteht.

Anwendung: Tragen Sie die Maske auf Ihr Gesicht auf, auch auf die geröteten Stellen an der Nase und auf die Lippen (alles Weitere wie bei obiger Gesichtsmaske).

Pflegepackung gegen raue, rissige Hände

Zutaten: Banane, Oliven- oder Kürbiskernöl plus Sahnequark

Effekte: Die reife Banane spendet Feuchtigkeit und Nährstoffe, die regenerierend wirken. Die Pflanzenöle liefern wertvolle Fettsäuren und ebenfalls Nährstoffe zum Schutz Ihrer Haut.

Zubereitung: Zerdrücken Sie eine reife Banane und geben Sie 1 Esslöffel des Öls in die Masse. Fügen Sie noch 1 bis 2 Esslöffel Sahnequark hinzu und rühren Sie die Zutaten zu einer streichfähigen Paste an.

Anwendung: Bestreichen Sie Ihre Hände rundherum dick mit der Packung. Am einfachsten geht’s mit Ihren Händen. Die Einwirkzeit beträgt 30 bis 45 Minuten. Wenn Sie in ein paar Einweghandschuhe schlüpfen (wenn sie groß genug sind), verkürzt sich die Zeit auf etwa 20 Minuten, denn die entstehende Wärme intensiviert die Wirkung.

Bananen für schöne Gesichtshaut

Gesichtsmasken sind schnelle Schönmacher und für viele Frauen der Inbegriff von Entspannung und Luxus. Zu dieser „Waffe“ greifen sie entweder wenn sie sich für ganz allein etwas Gutes tun wollen oder sich auf einen schönen Ausgeh-Abend vorbereiten. Hier ein Rezept für eine tolle Naturmaske:

Reinigen Sie Ihre Haut gründlich, drücken Sie einen warmen Waschlappen mehrmals für einige Sekunden auf das Gesicht, um die Poren etwas zu öffnen. Zerdrücken Sie eine halbe Banane mit einem Teelöffel süßer Sahne. Tragen Sie diese Masse mit den Finger auf, sparen Sie dabei die Augenpartie aus. Lassen Sie die Maske etwa 20 Minuten auf dem Gesicht und spülen Sie sie dann mit viel warmem Wasser ab. Danach tragen Sie Ihre normale Feuchtigkeitscreme auf und massieren Sie diese gut ein. Bananen enthalten spezielle Zuckermoleküle, die ein hohes Wasserbindungsvermögen haben und der Haut Feuchtigkeit geben. Die Sahne sorgt für Fett und Geschmeidigkeit.

Spröde Lippen? Falscher Stift!

Wintersonne, Kälte, Heizungsluft: Da kommt es leicht zu aufgesprungenen Lippen. Oft liegt es aber auch nur am falschen Lippenstift. Grundsätzlich ist es gut, wenn Sie Ihre Lippen in dieser Jahreszeit mit einem Pflegestift pflegen. Denn sonst reißt die zarte Lippenhaut schnell ein. Fette und Wachse legen sich wie eine Schutzschicht auf Ihre Lippen. Besonders empfindlich reagieren Ihre Lippen nach der Sauna, wenn Sie krank sind oder einen Schnupfen haben. Dann sind die Lippen noch trockener als sonst, denn sie haben keine Schweiß- und kaum Talgdrüsen.

Wenn Ihre Haut bereits gereizt ist, nehmen Sie einen speziellen Lippenpflegestift für strapazierte Lippen. Er enthält Substanzen mit beruhigender Wirkung. Massieren Sie die Wirkstoffe mit einem Wattestäbchen oder einer Zahnbürste sanft ein. Ihre Lippen sollten sich danach wohlig entspannt anfühlen. Haben Sie allerdings das Gefühl, sie müssten den Stift immer häufiger anwenden, wird es wahrscheinlich der falsche für Sie sein. Sie müssen dann ausprobieren, ob Sie mehr oder weniger Fett brauchen. Oder Sie haben einen Stift mit Glyzerin erwischt, das als Feuchtigkeitsbinder eingesetzt wird. Er stiehlt Ihren Lippen gewissermaßen die Feuchtigkeit. Auch hier hilft nur: Präparat wechseln.

So entsteht der quälende Kratzzwang

Der Juckreiz entsteht durch den Botenstoff Histamin, der aus den Mastzellen der Haut oder aus dem Blut ausgeschüttet wird. Er wirkt auf freie Nervenenden in der Haut ein und ruft dort den Juckreiz hervor. Dieser ist stets verbunden, mit dem quälenden Wunsch, sich zu kratzen. Dieser Reflex lässt sich auf Dauer durch Willensstärke nicht beeinflussen. Doch das Kratzen mindert den Juckreiz nur ganz kurzfristig, wenn der Kratzschmerz den Juckreiz überlagert. So löst die Kratzattacke letztlich einen Teufelskreis aus. Die Haut wird verletzt, entzündet sich in vielen Fällen, die Juckreizschwelle herabgesetzt. In den aufgekratzten Hautpartien werden Botenstoffe ausgeschüttet, die einen noch stärkeren Juckreiz auslösen.

Neben einem mehr oder weniger normalen Alterjuckreiz durch ausgetrocknete Haut, können Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, oder Schilddrüsenleiden, Neurodermitis, Nesselsucht, Venenschwäche, Nebenwirkungen von Medikamenten (ACE-Hemmer, Betablocker, Antidiabetika, Hormone, Entwässerungsmittel, Antibiotika) oder psychische Leiden hinter dem Hautproblem stecken. Chemische Stoffe, bestimmte Nahrungsmittel, Pollen, Kälte oder seelischer Druck können die Histaminausschüttung anregen. Menschen mit Leber- und Nierenschäden leiden häufig unter quälendem Juckreiz, weil sich bei ihnen Giftstoffe im Gewebe sammeln.

So bezähmen Sie den quälenden Kratzzwang bei trockener Haut

  • Widerstehen Sie dem Kratzreiz, auch wenn es Ihnen noch so schwer fällt. Denn sonst geraten Sie in den beschriebenen Teufelskreis.
  • Lenken Sie sich ab, so gut es geht. Nehmen Sie sich eine bestimmte Arbeit vor oder suchen Sie das Gespräch mit anderen. Wenn Sie abgelenkt sind, werden Sie den Juckreiz nach einer Weile nicht mehr so stark empfinden.
  • Schneiden Sie sich die Nägel so kurz wie möglich, damit Sie sich damit nicht zwangsläufig die Haut aufkratzen.
  • Tragen Sie leichte Baumwollhandschuhe, insbesondere Nachts.
  • Schaffen Sie sich ein kleines Kratzkissen an, dass Sie nach Herzenslust stellvertretend kratzen können, wenn der Drang zu stark wird.
  • Legen Sie einen nassen Waschlappen auf die juckenden Hautstellen.
  • Duschen Sie nur kurz und nicht zu heiß.
  • Cremen Sie sich nach dem Duschen oder Baden immer gründlich ein.
  • Suchen Sie nach einigen Tagen den Arzt auf, um die Ursache des Leidens herausfinden und gegebenenfalls behandeln zu lassen.

Trockene Haut Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Bakterien am Wasserhahn

Ein gesundes Mittelmaß zwischen mangelnder und übertriebener Hygiene kann sich als ideale Alternative empfehlen. Im Folgenden sollen dazu einige Ergebnisse und interessante Anregungen präsentiert werden.