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Rosazea: Rote Haut mit Pickeln und Pusteln lässt sich erstaunlich gut bessern

von Sylvia Schneider

Immer mehr Frauen bekommen Probleme mit ihrer Haut, wenn sie das 40. Lebensjahr überschritten haben – sei es, dass sie eine Akne (Acne tarda) ausbilden oder sich – wie bei Ihnen – eine Rosazea entwickelt. Das plagt auch diejenigen, die noch nie damit zu tun hatten. Hellhäutige Frauen sind häufiger betroffen, Männer seltener, dafür aber schwerer. Warum das so ist, weiß man noch nicht. Neben einer genetischen Veranlagung kommen hormonelle Umschwünge in Betracht, wie Frauen sie in den Wechseljahren bewältigen müssen.

Die Rosazea gilt als chronische Hauterkrankung. Heilen kann man sie nicht, sehr wohl aber erfolgreich in den Griff bekommen. Zunächst stellen sich kleine rötliche Flecken ein, die erst einmal nur wie „rote Bäckchen“ aussehen. Dann kommt es zu Pickeln, Pusteln und kleinen Gefäßaussackungen (Teleangiektasien). Talgdrüsen und Bindegewebe können zu wuchern beginnen und – in sehr seltenen Fällen – zu einer „Knollennase“ (Rhinophym) führen. Es muss aber nicht zwangsläufig zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen.

Eine Reihe von Faktoren können die Rosazea verstärken

Hierzu gehören:

  • zu intensive Sonneneinstrahlung
  • Genuss von Kaffee und Alkohol scharfe Speisen oder zu heiße Speisen und Getränke
  • starke Temperaturwechsel (Wechselduschen, Sauna, Dampfbad, zu heiße Duschen oder Bäder)
  • zu anstrengender Sport
  • Peelings und zu aggressive Hautbehandlungen (Vitamin-A-Säure-Behandlung, Mikrodermabrasion)
  • Kosmetika, die Säuren, Alkohol oder Reizstoffe enthalten
  • die Einnahme von Kortison, Vitamin-B- oder jodhaltigen Tabletten,
  • Medikamente, die die Blutgefäße erweitern,
  • Kortisoncremes
  • Hitzewallungen während der Wechseljahre
  • Stress und Ärger

Stellen Sie Ihre Ernährung um und geben Sie Ihrer Haut sanfte Pflege

In den Stadien 1 und 2 verordnen die Hautärzte meist eine Antibiotika-Salbe (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Metronidazol), die als sehr wirkungsvoll gilt. Sie wirkt in erster Linie entzündungshemmend und drängt Pickeln und Pusteln zurück. Auch Schwefelpräparate oder die Einnahme von Zink gelten als hilfreich.

In schweren Fällen werden orale Antibiotika verschrieben

Oft werden am Anfang Salbe und Medikamente gleichzeitig verordnet. Zusätzlich ist es wichtig, dass Sie die möglichen Verstärker reduzieren oder eliminieren. Manchmal verbessert sich der Zustand der Haut dann schon von alleine wieder. Von guten Erfahrungen mit einer Umstellung der Ernährung berichten Naturheilmedizinier und Heilpraktiker. Dabei ist es wichtig, dass Sie viel kaliumreiches Obst, Gemüse und Getreide essen – etwa Erbsen, Bohnen, Bananen, Kohl, Kartoffeln, Amaranth oder Quinoa,

  • ballaststoffreiche Nahrungsmittel bevorzugen – wie Müsli und Vollkornbrot,
  • auf süße und salzige Snacks verzichten, ebenso auf Kuchen, andere Süßigkeiten und Limonaden,
  • den Fleischkonsum reduzieren,
  • bei empfindlichem Darm zunächst einige Zeit lang Frischkost vermeiden und schonend Gekochtem den Vorzug geben,
  • zwischen den Mahlzeiten und nicht zu den Mahlzeiten viel trinken – am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte, Früchte- oder Kräutertee,
  • gelegentlich für einige Wochen eine Brottrunkkur (Reformhaus) machen, um die Talgproduktion in den Talgdrüsen der Haut zu verringern.

Zur Pflege der Haut werden kühlende und zusammenziehende Heilpflanzenumschläge etwa mit Eichenrinde oder Schwarztee empfohlen: Schwarzen Tee oder Eichenrinde mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, nach dem Abkühlen einen Waschlappen damit tränken, auswringen und auf das Gesicht legen. Einen zusammenziehenden oder entzündungshemmenden Effekt haben Malve, Kamille, Ringelblume und Johanniskraut. Tees aus Löwenzahn, Brennnesselblättern oder Schachtelhalm beeinflussen den Stoffwechsel positiv. Eine Darmreinigung und -stärkung soll den Zustand der Haut ebenfalls verbessern. In der Apotheke erhalten Sie spezielle Präparate zum Pflegen und Abdecken geröteter Haut.

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