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Informatives über Leberflecken

Bei Leberflecken oder Muttermalen handelt es sich um harmlose, pigmentbildende Ansammlungen von Hautzellen. Ihre Farben reichen von einem hellen, fast beigen Braun bis dunkelbraun und schwarz. Sie können sommersprossenähnlich klein sein oder bis zu mehrere Zentimeter groß wachsen. Aus manchen Leberflecken wachsen Haare, andere wölben sich spürbar auf der Haut. Muttermale empfindet man oft als kosmetisch störend, wenn sie sich auf immer öffentlich sichtbaren Hautstellen befinden, wie zum Beispiel im Gesicht oder auf dem Handrücken.

Auch wenn der Name dies andeutet, haben Leberflecken nichts mit der Leber zu tun. Vermutlich kommt der Name von der typischen braunschwarzen Farbe. Hautärzte hingegen bezeichnen die Flecken häufig als „Lentigo senilis“: „Lentigo“ für Linse, was vom linsenförmigen Aussehen kommt, und „Senilis“ für gealtert. In der Regel meint man damit Altersflecken.

Muttermal© rufar – Fotolia

Ursachen und Behandlung

Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung von Muttermalen. Manche sind bereits bei der Geburt vorhanden, andere entwickeln sich im Laufe der Zeit. Bei letzteren spielen Erbanlage und Sonnenbestrahlung eine große Rolle. Helle Haut und viel Sonne begünstigen die Bildung von Muttermalen. Ein regelmäßiges Besuchen von Sonnenstudios fördert ebenso die Vermehrung von Muttermalen oder Leberflecken und führt unter Umständen zu Hautkrebs.

Abgesehen von einem kosmetischen Eingriff ist es in manchen Fällen gesundheitlich notwendig, Leberflecken oder Muttermale zu entfernen. Sobald ein Muttermal juckt oder blutet, bedeutet dies ein Warnzeichen. Kontrolliert werden müssen Muttermale, die im Durchmesser größer als sieben Millimeter sind, mehrere Farben oder einen unregelmäßigen Rand haben. In seltenen Fällen entwickelt sich aus einem harmlosen Leberfleck ein bösartiges Melanom. Ein Arzt entscheidet darüber, ob sich ein Fleck zu bösartigem Krebs entwickelt oder nicht. Im Verdachtsfall entfernt er Ihnen das Muttermal und untersucht es gegebenenfalls. Das geschieht chemisch oder durch Laser, aber auch durch Vereisen lassen sich Muttermale entfernen. Abhängig vom Ergebnis legt der Arzt nachfolgende Therapien fest.

Vorbeugung von Leberflecken und Muttermalen

Vollständig schützen kann man sich vor dem Auftreten von Muttermalen oder Leberflecken nicht. Man verhindert ein vermehrtes Auftreten der Flecken, indem man zu lange und zu häufige Sonneneinstrahlung meidet: Auch im Schatten kann man sich bräunen. Schützen Sie sich durch Cremes und Lotionen mit Lichtschutzfaktor. Sonnenstudios gelten als Tabu.

Generell sind Leberflecken oder Muttermale harmlos und nicht gefährlich. Wenn Sie Ihre Flecken regelmäßig mit der ABCDE (Aussehen, Begrenzung, Color, Durchmesser, Erhabenheit)-Methode untersuchen und bei Veränderungen sofort Ihren Hautarzt aufsuchen, gehen Sie kein Risiko ein. Abgesehen von der Selbstkontrolle: Denken Sie daran, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.

Pigmentierte Hautveränderungen und Krebs

Die meisten Hautmale sind harmlos. Aber eine spezielle Sorte, genannt dysplastische Naevi, bedeutet für Sie unter Umständen ein erhöhtes Melanomrisiko. Dysplastische Naevi sind flach oder teilweise flach und mindestens 5 mm im Durchmesser (größer als ein Bleistift-Radiergummi). In der Regel weisen sie unregelmäßige Begrenzungen und Pigmentierungen auf, häufig beige bis dunkelbraun vor einem rosafarbenen Hintergrund. Wenn Sie oder andere Familienmitglieder eine große Zahl dieser Male besitzen und Melanome in ihrer Familie vorkommen, tragen Sie ein erhöhtes Risiko.

Behalten Sie Ihre Leberflecken im Auge!

Pro Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben des Deutschen Krebsregisters fast 25.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs (Melanom). Nicht selten endet diese Erkrankung tödlich. Doch gerade bei dieser Krebsart stehen die Heilungschancen gut, wenn er rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Wenn Sie älter als 35 Jahre sind, bezahlen Ihnen die gesetzlichen Krankenkassen daher alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt. Dieses Angebot sollten Sie auch unbedingt wahrnehmen. Zusätzlich ist es sinnvoll, dass Sie Ihre Haut regelmäßig selbst untersuchen. Dabei hilft Ihnen die ABCDE-Regel.

Die Warnzeichen nach der ABCDE-Regel

  • A wie Asymetrie: Leberflecken, die nicht gleichmäßig rund oder oval gefomt sind
  • B wie Begrenzung: verwaschene Konturen, gezackte oder raue Ränder
  • C wie Colour (engl.: Farbe): unregelmäßige Färbung, z. B. rosa und grau oder besonders tiefschwarze Farbe
  • D wie Durchmesser: jedes Muttermal, das einen größeren Durchmesser als 5 Millimeter hat, muss ärztlich kontrolliert werden
  • E wie Evolution: verdächtige Veränderungen an einem Leberfleck in einem Zeitraum von drei Monaten

Wenn Sie eines dieser Merkmale an einem Ihrer Muttermale beobachten, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. Er kann mit Hilfe einer Speziallupe (Dermatoskop) genau beurteilen, ob Ihr Leberfleck bösartige Veränderungen zeigt. Rechtzeitig entfernt, ist dann die Gefahr schnell gebannt.

Smartphones sollen Hautveränderungen „checken“

In Zukunft kann es sein, dass Sie die Erstdiagnose selbst stellen können: Mit Smartphone oder Computer. So haben Sie dann schon einmal einen Anhaltspunkt, ob der Fleck gut- oder bösartig ist. Forscher der Standford-University haben sich nämlich mit dem Thema Leberflecke befasst und hierzu ein Computerprogramm entwickelt. Es soll einfach anhand von Fotos funktionieren und auf diesen erkennen, ob es sich um einen bösartigen Leberfleck handelt oder ob kein Grund zur Sorge besteht.

Die Wissenschaftler haben für ihr Programm einen lernfähigen Algorithmus genutzt. Diesen haben sie dann trainiert: mit fast 130.000 beschriftete Fotos wurde der Algorithmus „gefüttert“. Sie zeigten entweder gutartige oder aber bösartige Veränderungen der Haut. Auf diese Weise gelang es den Forschern, dem Computerprogramm beizubringen, was bösartige Hautveränderungen sind.

Trefferquote ist sehr hoch

Nach der Programmierarbeit folgte der Test. 370 Fotos von Hautveränderungen wurden in das Programm eingegeben. Dabei handelte es sich um Fotos von Patienten, bei denen der Leberfleck im Vorfeld per Biopsie eindeutig als gut- oder bösartig bestimmt worden war. Am Test nahmen zudem 21 erfahrene Hautärzte teil. Auch diese mussten nur aufgrund der Bilder beurteilen, ob es sich um eine gut- oder um eine bösartige Hautveränderung handelte.

Es zeigte sich: Keiner von beiden, weder die Ärzte noch das Computerprogramm, hatten die Nase vorn. Anders ausgedrückt: sowohl Ärzte als auch Programm lagen in 91 Prozent mit ihrer Diagnose richtig. Das zeigt, dass das Computerprogramm zumindest ein großer Helfer sein kann, wenn Patienten beunruhigt sind und eventuell noch etwas auf den nächsten Arzttermin warten müssen.

Zukunftsmusik Handyapp

Die Forscher wollen es allerdings nicht beim Computerprogramm belassen. Vielmehr wollen sie mit ihren Erkenntnissen noch deutlich mehr Menschen erreichen und das Programm für (fast) jeden zugänglich machen. Aus diesem Grunde soll nun auch eine App für das Smartphone entstehen. Der Vorteil ist, dass nicht nur viele Menschen ein solches Gerät besitzen. Hier ist die Kamera direkt mit eingebaut. Zudem können die Wissenschaftler sich vorstellen, die Handy-App so zu programmieren, dass man mit ihr quasi seine Haut scannen kann und dementsprechend gezielt nach bösartigen Veränderungen suchen kann.

Zuvor, so die Forscher, muss das Programm streng geprüft und bewertet werden. Erst dann kann es zur Untersuchung genutzt werden. Weiterhin weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass die Programme, egal ob am PC oder per Handy genutzt, natürlich keine ärztliche Beratung ersetzen können. Allerdings können sie helfen, Hautkrebs, eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland, so früh wie möglich zu erkennen und damit die Heilungschancen stark zu verbessern.

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