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Gesundheitsrisiko Haarefärben

Alle künstlichen Haarfarben – ob auswaschbar oder nicht – greifen Ihre Haare an. Denn damit sich die Farbpigmente im Haar einlagern können, muss zunächst die schützende Schuppenschicht jedes einzelnen Haars gelockert werden. Das geschieht meistens durch den Zusatz von Ammoniak. Unterstützt von einem Oxidationsmittel (Wasserstoffperoxyd) quellen die im Färbeprodukt enthaltenen Farbpigmente auf und lagern sich dauerhaft im Haar ein. Intensivtönungen, die erst nach etwa 24 Haarwäschen verblassen, und dauerhafte Färbemittel verzichten auf Ammoniak und schleusen zunächst ein Bleichmittel (Wasserstoffperoxid in höheren Konzentrationen) durch die Schuppenschicht. Auswaschbare Tönungen enthalten nur Ammoniak und keine Bleichmittel. Daher legen sie sich auch nur wie ein Film um die Haare, dringen nicht dauerhaft ein und waschen sich nach sechs bis acht Haarwäschen wieder aus. Durch all diese chemischen Behandlungen leidet jedoch nicht nur die Gesundheit Ihres Haares, einige der Inhaltsstoffe können auch Gesundheitsschäden im ganzen Organismus verursachen.

Bei diesen Inhaltsstoffen besteht ein Allergie-Risiko:

  • aromatische Amine (z. B. P-Phenylendiamin (PPD), P-Toluylendiamin, Toluene-2,5-Diamine, Aminophenole)
  • Resorcin
  • Formaldehydabspalter (z. B. DMDM Hydantoin)
  • Konservierungsstoffe (z. B. Parabene)
  • Duftstoffe (v. a. Moschusverbindungen)

Wenn Sie diese Stoffe bei den Inhaltsangaben finden, besteht die Gefahr, dass Sie mit einem heftig juckenden Ekzem der Kopfhaut sowie Gesichts-Schwellungen auf die Farbe reagieren können. Auf den Stoff PPD sind immerhin 12 von 1.000 Bundesbürgern allergisch, wie die weltweit größte Datenbank für Kontaktallergien an der Universität Göttingen bekannt gegeben hat.

Aromatische Amine gehören bei vielen Haarfarben zu den Bausteinen der Farbstoffe. Seit den 1980er Jahren stehen diese Substanzen im Verdacht, krebserregend zu wirken. So konnten in den frühen 2000er Jahren z. B. einige Studien einen Zusammenhang zwischen Haarfärbungen und dem Auftreten von Blasenkrebs nachweisen. Darauf hat die Europäische Kommission in Brüssel reagiert und im Jahr 2006 22 chemische, damals in Haarfarben enthaltene Substanzen verboten. Andere, nicht minder schädliche Folgesubstanzen sind jedoch immer noch im Einsatz. Obwohl das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin im Jahr 2009 Entwarnung gab, sind leider immer noch krebsverdächtige Substanzen wie Aminophenole in einigen Haarfarben enthalten.

Die Vorteile von Pflanzenhaarfarben

Die gesündeste Möglichkeit, die Haarfarbe zu verändern, bieten Pflanzenfarben. Dabei legen sich die natürlichen Farbpigmente um das Haar, kräftigen es und verleihen ihm durch die Stärkung der Schuppenschicht einen leuchtenden Glanz.

Mit diesen Natursubstanzen färben Pflanzenfarben:

  • Henna
  • Walnussschalen
  • Curcuma
  • Johannisbeeren
  • Baumrinden
  • Rhabarberwurzel
  • Hibiskus
  • Kaffee

Aber Achtung: Nicht alles, was mit dem Wort „Natur“ wirbt, ist auch chemiefrei! Im Jahr 2010 hat die Zeitschrift Öko-Test 34 Pflanzenhaarfarben genau unter die Lupe genommen. 16 der untersuchten Produkte enthielten trotz Bezeichnungen wie „Natur“ oder „Henna“ u.a. krebsverdächtige Aminophenole 3-Aminopheol, p-Aminophenol). Auch Formaldehyd-Abspalter, die häufig zu Kontaktallergien führen, fanden die Tester in den vermeintlichen Naturprodukten. Absolut natürlich und unbedenklich waren die Pflanzenpulver von Logona, Santé 100 % und Puravera (jeweils 100 mg Pulver ab 8 €, im Reformhaus oder Bioladen).

Wenn Sie rein natürliche Pflanzenfarben verwenden, tun Sie sowohl Ihrer Gesundheit als auch Ihren Haaren etwas Gutes. Achten Sie aber darauf, dass die Pflanzenfarbe das Gütesiegel „NaTrue“ oder „BDIH“ trägt, damit Sie ganz sicher sein können, ein reines Naturprodukt zu erwerben.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Warmuth schrieb am 04.10.2014, 19:16 Uhr

    Kann ich nur jedem empfehlen, Finger weg lassen, war jahrelang beim Allergologen beschäftigt und die meisten Allergien haben Friseure durch die ganzen chemischen Mittel. Viele müssen ihren Beruf aufgeben.Wollen Sie das wirklich auf ihrem Haar und Kopfhaut haben? Es wird ja über diese auch aufgenommen und gelangt somit in den Körper, wo keiner so recht weiß was es da anrichtet.