Nach der Operation
In Abhängigkeit von der Art des Eingriffs werden Sie wahrscheinlich nach der Operation in einen so genannten Aufwachraum gebracht.Wichtige Lebensfunktionen wie der Blutdruck, die Atmung und Ihr Wohlbefinden werden dort überwacht. Wenn Ihre Narkose abklingt und Ihr Zustand stabil ist, wird man Sie wahrscheinlich in ein normales Krankenzimmer bringen. Wenn Ihre Ärzte der Meinung sind, dass Sie intensiver überwacht und gepflegt werden müssen, werden sie Sie auf eine Intensivstation bringen.
Zu Beginn Ihrer Genesung werden Sie sich möglicherweise so fühlen:
Sie frieren – Verlangen Sie nach einer Decke oder sogar nach einer Heizdecke.
Sie haben einen trockenen, wunden Hals – Das kann durch die Beatmungsschläuche während des Eingriffs verursacht werden oder durch das Fasten vor der OP.
Sie fühlen sich angeschlagen, vergesslich oder befinden sich zu einem bestimmten Grad in einem Durchgangssyndrom – Dieses Gefühl ist weit verbreitet, besonders dann, wenn Sie eine Vollnarkose hatten. Ein Durchgangssyndrom, das häufig durch Verwirrung, Sprachprobleme, Angstgefühle und Reizbarkeit gekennzeichnet ist, tritt nach Operationen vornehmlich bei älteren Menschen auf.
Zu einem Durchgangssyndrom können beitragen: die Vollnarkose, der Stress der Operation, eine Demenz, Aufenthalt in einer ungewohnten Umgebung, Einnahme vieler verschiedener Medikamente und Schlaflosigkeit. Normalerweise geht das Durchgangssyndrom nach 1 oder 2 Tagen vorüber. Wenn Sie sich deswegen sorgen, sprechen Sie mit Ihrem Chirurgen oder Anästhesisten darüber, wie die möglichen Auslöser eines Durchgangssyndroms bei Ihnen minimiert werden können.
Die Behandlung von Schmerzen und Übelkeit nimmt eine zentrale Rolle der ersten Genesungsphase ein. Die Übelkeit entsteht durch eine Kombination verschiedener Faktoren. Dazu gehören eine gewisse Veranlagung für Übelkeit, die Art der Operation und die Wirkstoffe, die Ihr Anästhesist für die Vollnarkose verwendet hat. Ältere Patienten sind weniger von Übelkeit nach einer Vollnarkose betroffen als jüngere. Wenn Ihnen übel ist, können die Ärzte Ihnen helfen, indem sie Ihre Schmerzen lindern und die Medikamente umstellen. Zusätzlich kann die Übelkeit auch durch Medikamente behandelt werden.
Eines der vorrangigsten Ziele der Ärzte nach der Operation ist es, die Schmerzen der Patienten in den Griff zu bekommen. Die Schmerzen gut unter Kontrolle zu haben, ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens – es wirkt sich auch positiv auf die Genesung und Ihren Gesundheitszustand aus. Wenn die Schmerzen minimiert werden können, senkt das gleichzeitig auch den körperlichen und psychischen Stress.
Das führt wiederum dazu, dass Ihre Herzfrequenz und der Blutdruck normal bleiben. Außerdem erleichtert Ihnen die Schmerzlinderung das Abhusten und das Umhergehen, beides wichtige Faktoren für eine schnelle und gesunde Genesung. Ihr Arzt hat folgende Möglichkeiten, Ihre Schmerzen zu lindern:
Injektionen von Lokalanästhetika – Dabei injiziert der Arzt in der Regel ein Schmerzmittel in die Operationsregion.
Epiduralanästhesie oder regionale Blockaden – Diese Anästhesietechnik kann auch nach einer Operation eingesetzt werden, um in bestimmten Körperbereichen eine Schmerzlinderung zu erreichen.
Bei minimal-invasiven Eingriffen operiert Sie Ihr Chirurg mithilfe eines Endoskops. Dieses wird durch eine kleine Öffnung in den Bauch einführt und ermöglicht, von innen den Bauchraum zu betrachten, wie hier auf dem Bild bei einer Gallenoperation. Über weitere Einschnitte werden kleine Instrumente eingeführt, mit deren Hilfe die Operation durchgeführt wird.
Vom Patienten kontrollierte Schmerzmedikation (Analgesie) – Durch Knopfdruck können die Patienten bei Bedarf selbst bestimmen, wann sie sich eine bestimmte Dosis an Schmerzmedikamenten direkt in ihre Venen applizieren.
Die Schmerzpumpe wird vom Krankenhauspersonal so programmiert, dass nur eine bestimmte Höchstdosis pro Zeiteinheit abgegeben wird. Viele Patienten empfinden mit dieser Methode eine bessere Schmerzlinderung und brauchen weniger Schmerzmittel, als wenn sie die Schmerzmittel konventionell nach einem bestimmten Zeitmuster erhalten. Die patientenkontrollierte Schmerzmedikation wird meistens bei stationär behandelten Patienten eingesetzt.
Kontinuierliche Wundinfusion – Bei dieser Methode wird kontinuierlich eine geringe Dosis an Schmerzmedikamenten in der Operationswunde aus einem Katheter frei gesetzt. Diese Art der Schmerzkontrolle wird häufig bei ambulant durchgeführten Eingriffen verwendet.
Kontinuierliche Nervenblockade – Hierbei wird ständig eine bestimmte Dosis eines Betäubungsmittels durch einen Katheter an einer Gruppe von Nerven freigesetzt. Dadurch wird das Schmerzgefühl im Operationsgebiet unterdrückt, solange der Katheter liegt. Auch diese Methode findet häufig Einsatz bei ambulanten Operationen.
Opiate – Diese Wirkstoffe, zu denen auch Morphium, Fentanyl und Codein gehören, sind hoch wirksam bei der Schmerzreduktion nach Operationen. Opiate können oral verabreicht werden, als Zäpfchen, durch Injektionen in die Blutbahn, in die Haut oder einen Muskel, als Pflaster oder Inhalationsspray.
Wenn Opiate zur Schmerzkontrolle nach einer Operation eingesetzt werden, besteht keine Gefahr, davon süchtig zu werden. Wenn Ihr Bedarf an Betäubungsmitteln gegen die Schmerzen abnimmt, kann Ihr Arzt die Dosis langsam reduzieren, sodass Sie sie letztendlich ohne Entzugserscheinungen absetzen können.
Schmerzmittel, die nicht unter die Betäubungsmittel fallen – Derartige Wirkstoffe sind Paracetamol und nichtsteroidale entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen und COX-2-Inhibitoren. Sie können alleine oder kombiniert mit anderen Methoden zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
Nicht medikamentöse Methoden – Dazu können kalte oder warme Kompressen gehören, Massagen sowie zahlreiche Entspannungstechniken wie beispielsweise die Atemtherapie. Am besten setzen Sie solche Methoden zusätzlich und nicht als Ersatz anderer Maßnahmen zur Schmerzlinderung ein.
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