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Trockene Augen können zu irreparablen Sehbehinderungen führen

Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter dem „Trockenen Auge“. Dennoch wird dieses Krankheitsbild verharmlost, obwohl es keineswegs eine Bagatellerkrankung ist. Augenärzte warnen: Bleibt das Leiden unbehandelt, droht Ihnen beispielsweise eine Eintrübung der Linsen.

Kein anderes Organ des menschlichen Körpers ist mit so viel empfindlicher Oberfläche direkt der Umwelt ausgesetzt wie Ihr Auge mit seiner Hornhaut. Damit es nicht austrocknet und geschützt wird, schließen Sie reflexartig regelmäßig Ihre Augenlider. Der feine Tränenfilm benetzt die Hornhaut, versorgt sie mit Sauerstoff und spült Staub sowie Krankheitserreger fort. Außerdem schützt er sie vor dem Austrocknen. Keinen Moment kann Ihr Auge diesen Schutz entbehren. Reißt der Tränenfilm, empfinden Sie Schmerzen und Sie beginnen „wie ein Weltmeister“ zu blinzeln, um den schützenden Film wieder zu schließen.

Das Trockene Auge – medizinisch Sicca-Syndrom beziehungsweise Keratokonjunktivitis sicca – ist eine Benetzungsstörung der Oberfläche des Augapfels. Diese besteht aus Bindehaut und einer durchsichtigen Hornhaut, die ein dreischichtiger Tränenfilm bedeckt. Er besteht aus einer äußeren Fettschicht, die den Tränenfilm vor Verdunstung schützt, einer mittleren wässrigen Schicht, die die Hornhaut mit Sauerstoff versorgt und einer inneren Schleimhautschicht, die Unebenheiten auf der Augenoberfläche ausgleicht und deren Befeuchtung ermöglicht. Mit jedem Zwinkern wird der Tränenfilm wie mit einem Scheibenwischer über der empfindlichen Hornhaut verteilt. Ist der dünne Film intakt, wird er kontinuierlich neu gebildet.

Meine 10 Tipps gegen trockene Augen:

  1. Sie brauchen ausreichende Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Arbeitsräumen. Lüften Sie deshalb regelmäßig und stellen Sie Luftbefeuchter auf.
  2. Blinzeln Sie bewusst und häufig, um das Austrocknen zu verhindern, insbesondere wenn Sie am PC oder vor dem Fernsehen sitzen.
  3. Schauen Sie öfter in die Ferne, um auch die starren Blickbewegungen zu unterbrechen.
  4. Schützen Sie sich vor Zugluft.
  5. Tragen Sie bei schnellen Sportarten eine Schutzbrille.
  6. Gähnen Sie „künstlich“: Finger an den Nasenflügeln reiben und Mund dabei leicht öffnen oder vor den Ohren über die Kieferknochen reiben und dabei den Mund öffnen und schließen.
  7. Decken Sie Ihre Augen mit den Händen dreimal für 30-60 Sekunden pro Stunde ab (das ist das so genannte Palmieren, über das ich Ihnen gestern berichtet habe) – das lässt die Augen intensiv entspannen.
  8. Kalte Wassergüsse über die geschlossenen Augen beleben und erfrischen.
  9. Gehen Sie mindestens einmal täglich an die frische Luft.
  10. Verzichten Sie auf Rauchen und trinken Sie mindestes 1 ½ bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag.

Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie Ihren Augenarzt aufsuchen.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • Ilona Bock schrieb am 07.11.2011, 07:57 Uhr

    Gute Tipps. Werde ich beherzigen. Danke Ilona