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Grundlagenwissen zum Thema Blindheit

Blindheit ist eine starke Sehbehinderung die unterschiedliche Ursachen haben kann. In Deutschland ist die juristische Sachlage vom Grad der Blindheit abhängig.

Blindheit stellt die extremste Form einer Sehbehinderung dar. Mediziner sprechen davon, wenn die Augen über ein sehr geringes bis vollkommen fehlendes Sehvermögen verfügen. Das Fehlen jeglicher Lichtwahrnehmung bezeichnen Mediziner als Vollblindheit oder Amaurose. In diesem Fall weist die Pupille selbst bei direkter Lichteinwirkung keine Reaktion auf. Blindheit kann angeboren oder erworben sein und ist in den meisten Fällen unheilbar. Laut der WHO erblinden in Deutschland jährlich etwa 10.000 Menschen.

Ursachen für Blindheit

  • angeborene Blindheit, hier können beispielweise Teile des Sehapparats fehlerhaft im Mutterleib angelegt worden sein oder die Vernetzung zwischen Auge und Gehirn fehlt
  • Blindheit aufgrund einer frühkindlichen Entwicklungsstörung, beispielsweise starken Schielens
  • genetische Veranlagung, die oft erst nach jahrelanger schleichender Erkrankung zur Erblindung führt, wie zum Beispiel eine Makuladegeneration
  • erworbene Blindheit, beispielsweise durch Grauen Star, Infektionen, Verletzungen oder einer schweren Formen von Diabetes

Gefäßentzündung als Ursache oft übersehen

Immer wieder erblinden ältere Menschen, weil man eine Entzündung der Schläfenarterien nicht rechtzeitig erkennt. Darauf wies Professor Dieter Schmidt von der Universität Freiburg im September 2005 in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift hin. Diese Riesenzellarteriitis greift unter Umständen auf die Arterie über, die den Sehnerv versorgt. Verödet dieses Blutgefäß, ist eine Erblindung unausweichlich, da der Sehnerv keine andere Blutversorgung besitzt.

Nach Angaben von Professor Schmidt erkranken in Deutschland jährlich etwa 50 von 100.000 Menschen über 80 Jahren an dieser autoimmunbedingten Gefäßentzündung, ohne davon zu wissen. Die Erblindung tritt plötzlich innerhalb weniger Stunden ein und ist dann nicht mehr rückgängig zu machen. Suchen Sie baldmöglichst einen Augenarzt auf, falls Ihre Schläfenarterie knötchenförmig verdickt ist, sich Ihre Schläfe taub anfühlt oder beim Haarekämmen schmerzt. Der Arzt prüft die Blutversorgung Ihres Sehnervs und überweist Sie gegebenenfalls an einen Gefäßspezialisten.

Juristische Richtlinien in Deutschland

In Deutschland gilt eine Person als blind, wenn die maximale Sehschärfe bei 2 Prozent liegt. Dies trifft des Weiteren bei einer massiven Einschränkung des Gesichtsfeldes zu. Bei einem Sehtest von höchstens 5 Prozent auf dem besseren Auge gilt der Betroffene als hochgradig sehbehindert. Ab einer Sehschärfe von weniger als 30 Prozent sprechen Experten von einer Sehbehinderung. Eine Blindheit, die beide Augen betrifft, gilt in Deutschland als schwere Behinderung. Dem Blinden steht eine finanzielle Beihilfe (Blindengeld) zu. Betrifft die Blindheit ein Auge, so liegt eine medizinische Blindheit vor. In diesem Fall sprechen Juristen nicht von einer Blindheit, da das verbleibende Auge eine Orientierung ermöglicht.

Die fließenden Übergänge von extrem schlechtem Sehen bis zur vollständigen Blindheit führen leicht zur Begriffsverwirrung. Im medizinischen Sinne gilt eine Person als „blind“, wenn sie in einem Meter Entfernung eine Zahl nicht lesen kann, die andere noch in 50 m Entfernung lesen können. Das heißt, die Sehschärfe liegt unter 1/50 der normalen Sehschärfe.

Blindheit im Alltag

Blindheit führt im Alltag zu erheblichen Einschränkungen. Blinde Menschen benötigen feste Strukturen, um sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Krankenkassen bieten mittlerweile Kurse an, um Mobilität und Orientierung zu schulen und zu fördern. Zudem kann man Hilfsmittel wie ein Blindenstock und ein eigens trainierter Blindenhund beantragen. Auch Bücher in Blindenschrift und spezielle Computerprogramme sind mittlerweile leicht erhältlich.

Blindheit Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Nachtblindheit

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