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Wenn der Zahnersatz ansteht – eine Frage der Lebensqualität

Inhaltsverzeichnis:

  1. Zahnersatz ist nicht gleich Zahnersatz
  2. Regelversorgung oder höherwertige Leistung
  3. Ist höherwertiger Zahnersatz immer sinnvoll?
  4. Thema Erstattung – die Bedeutung der Zahnzusatzversicherung
  5. Fazit Zahnersatz: Von der Zahnbrücke bis zum Implantat ist alles dabei

Gesunde Zähne – im Alltag sind sie selbstverständlich. Und so lange sich weder Karies noch Zahnfleischentzündungen bemerkbar machen, treibt Patienten wenig zum Zahnarzt. Eines muss aber immer sein: Der regelmäßige Check-Up beim Zahnarzt. Hier geht es nicht nur um den kurzen Blick auf die Zähne. Vorsorge zahlt sich später aus – wenn das Thema Zahnersatz im Raum steht.

Stichwort Bonusheft: Über die regelmäßige Vorsorge sichern sich Kassenpatienten einen Bonus beim Zuschuss für die Behandlung. Sobald ein Zahn fehlt – warum auch immer – rückt die Bedeutung der Zähne nicht nur in den Mittelpunkt. An diesem Punkt stehen plötzlich viele Fragen im Raum.

Wie teuer wird die Behandlung? Welcher Zahnersatz stellt die optimale Behandlung dar? Und nicht immer greifen diese beiden Aspekte nahtlos ineinander. Während in der Zahnbehandlung die Kosten in aller Regel überschaubar sind, kapituliert beim Zahnersatz so manche Haushaltskasse.

Zahnersatz kostet allein die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) jedes Jahr – laut Jahresbericht der KZBV – mehr als drei Milliarden Euro. Trotzdem übernimmt die GKV nur einen Teil der Kosten der sogenannten Regelversorgung. Dieser Artikel soll das Thema Zahnersatz etwas genauer aufzeigen und einen Überblick über verschiedene Optionen in diesem Bereich bieten.

gebissmodell

Vom Thema Zahnersatz ist nahezu jeder irgendwann betroffen – doch welche Optionen existieren in diesem Bereich und was ist dabei zu beachten?

Zahnersatz ist nicht gleich Zahnersatz

Das Thema Zahnersatz ist ein aus zahnmedizinischer Sicht komplexes Feld. Der Grund liegt einerseits in der Vielzahl verschiedener Diagnosen. Zahnärzte mit mehrjähriger Berufserfahrung haben in ihrer Praxis von der einfachen Zahnlücke bis zum zahnlosen Kiefer wahrscheinlich schon alles gesehen.

Auf der anderen Seite ergeben sich ganz unterschiedliche individuelle Rahmenbedingungen für eine Versorgung mit Zahnersatz. Eine Rolle spielt beispielsweise das Alter oder die Frage nach materialspezifischen Unverträglichkeiten usw. Neben diesen beiden Faktoren, welche in erster Linie vom Patienten ausgehen, kommt ein dritter Aspekt hinzu – der medizinische Fortschritt.

Materialien wie:

  • bioverträgliche Keramiken
  • Zirkonoxid
  • Kunststoffe usw.

haben über viele Jahre die Behandlungsmethoden deutlich verbessert. Gleiches gilt für die medizinische Forschung – sprich die Entwicklung neuer Methoden. Gängige Maßnahmen im Bereich Zahnersatz sind daher heute:

  • Teilprothesen
  • ein- bzw. mehrgliedrige Zahnbrücken
  • Teleskopkronen
  • Implantate mit Suprakonstruktion
  • Vollprothesen mit künstlichem Gaumen

Sich mit dem medizinisch bestmöglichen Zahnersatz zu versorgen, ist allerdings eine Utopie. Die Kosten für eine entsprechende Behandlung erreichen schnell vierstellige Summen. Kein Wunder, dass die Krankenkassen hier auf die Bremse treten. Diese zahlen nämlich nur Festzuschüsse zur sogenannten Regelleistung, die wiederum nur das medizinisch absolut Notwendige umfasst.

Regelversorgung oder höherwertige Leistung

An diesem Punkt muss einfach über das Thema Regelversorgung gesprochen werden. Letztere basiert darauf, dass ein zentraler Ausschuss die medizinisch notwendige UND kostengünstige Behandlung festgelegt hat. Bestes Beispiel ist die Zahnlücke im Seitenzahnbereich. Die Regelversorgung sieht hier eine metallische Zahnbrücke vor. Im Regelfall wird diese aus NEM (Nichtedelmetalle) hergestellt.

Das Problem: Eine Verblendung ist in der Regelversorgung für die hinteren Zähne im Ober- und Unterkiefer eigentlichen nicht vorgesehen. Beispiel Zahnlücke Oberkiefer:

DiagnoseBehandlung/KostenFestzuschuss (ohne Bonus)Eigenanteil
Zahn 15 fehltBrücke teilverblendet NEM/

rund 975 Euro

ca. 430 Euroca. 545 Euro

In diesem Fall wird das hintere Brückenglied nicht mehr verblendet und ist somit als Metall erkennbar. Als Patient kann von dieser Behandlung abgewichen werden – und zwar wie folgt:

  • gleichartiger Zahnersatz – Zahnbrücke, aber anderes Material und z. B. Vollverblendung
  • höherwertiger Zahnersatz – Implantat mit Zahnkrone

Welchen Einfluss hat diese Entscheidung auf die Kosten für den Zahnersatz?

DiagnoseBehandlung/KostenFestzuschuss (ohne Bonus)Eigenanteil
Zahn 15 fehltBrücke vollverblendet Edelmetall/

rund 1.935 Euro

ca. 430 Euroca. 1.505 Euro

 

Bereits der gleichartige Zahnersatz kann doppelt so teuer wie die Regelversorgung sein. Implantate – also die höherwertige Behandlung – gehen noch einen Schritt weiter. Hier wird die Implantatkonstruktion im Kiefer verankert, verwächst mit dem Knochen und nimmt anschließend die künstliche Zahnkrone auf. Die Abrechnung der Leistungen außerhalb der Regelversorgung wird heute entsprechend der GOZ abgerechnet und kann mitunter den 3,5fachen Satz erreichen.

Ist höherwertiger Zahnersatz immer sinnvoll?

Welchen Weg sollte man als Patient beim Zahnarzt einschlagen? Eine solche Frage kann niemand pauschal beantworten. Grundsätzlich sind an diesem Punkt ganz verschiedene Faktoren in die Betrachtung einzubeziehen.

Dass die höherwertige Versorgung immer das beste Ergebnis darstellt, ist falsch. Ebenso muss sich jeder Patient von der Ansicht lösen, die höherwertige Versorgung ist haltbarer. Nur auf den Zahnersatz bezogen haben alle Varianten eine hohe Lebensdauer. Entscheidend ist letztlich die Frage, wie sich die inkorporierte Zahnsubstanz verhält.

Gerade bei der Brücke besteht das Risiko für Karies oder Entzündungen im Bereich der Pfeilerzähne. Eine Behandlung ist meist nur möglich, indem der eigentliche Zahnersatz zerstört wird.

Mitunter müssen die Ankerzähne selbst extrahiert werden – was zu neuen Problemen führt. Aber: Das Implantat hat diesen Nachteil nicht. Letzteres hat andere Nachteile. Reicht die Knochensubstanz im Kiefer nicht, muss ein entsprechender Knochenaufbau stattfinden.

Und dies macht die Behandlung:

  • komplexer
  • schmerzhafter
  • vor allem teurer

Zudem kommt in der Implantologie das OP-Risiko in allen Facetten dazu. Letztlich ist es einfach eine sehr persönliche Entscheidung, in welcher auch der finanzielle Aspekt eine Rolle spielt. Nicht jeder Haushalt kann in den Zahnersatz schließlich mehrere tausend Euro investieren.

Ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen Unverträglichkeiten im Hinblick auf verwendete Materialien. Prinzipiell ist zu empfehlen, sich vom behandelnden Zahnarzt eingehend beraten zu lassen.


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Sofern die Behandlungsplanung in Zweifel gezogen wird, ist auf eine Zweitmeinung hinzuarbeiten. Unterstützung gibt es hierfür beispielsweise von der KZBV (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung). Auf diese Weise lässt sich letztlich der Zahnersatz finden, der die eigenen Bedürfnisse sowie Möglichkeiten gut vereint.

Thema Erstattung – die Bedeutung der Zahnzusatzversicherung

Zahnersatz ist teuer. Dieser Grundsatz muss heute leider bereits für die Regelversorgung gelten. Patienten haben die Möglichkeit, über regelmäßige Vorsorge den Zuschuss der Krankenkassen zu erhöhen. Für Beispiel 1 würde sich hieraus im besten Fall ein Eigenanteil von circa 418 Euro ergeben.

Trotzdem: Am Ende des Tages verbleibt ein finanzielles Risiko. Mithilfe einer Zahnzusatzversicherung lässt sich dem entgegentreten, wie Informationen auf ergodirekt.de zeigen. Die Tarife zielen darauf ab, Kosten für Zahnbehandlung und Zahnersatz zu erstatten. Insofern sehen selbst Verbraucherorganisationen dieses Segment positiv.

Aber: Eine hochwertige und leistungsfähige Zahnzusatzversicherung fällt niemandem in den Schoß. Heute ist das Feld der Versicherungstarife erheblich. Die Palette reicht von:

  • Zahnzusatzversicherungen mit
    • Zahnbehandlung
    • Zahnersatz
    • Prophylaxe
  • Zahnerhalttarifen
  • Zahnersatztarifen
  • Versicherungen mit Sofortleistung

In den letzten Jahren ist es angesichts dieser Vielfalt schwieriger geworden, die richtige Entscheidung zu treffen. Versicherten ist anzuraten, in Vorbereitung auf die Entscheidung, einen Katalog der Leistungen zu entwerfen, denen besonderes Augenmerk zukommt.

Prophylaxe wie die Zahnreinigung oder eine Zahnbehandlung bleiben meist im höheren zwei- bis niedrigen dreistelligen Bereich bei der Rechnungssumme. Grundsätzlich muss umfassenden Leistungen beim Zahnersatz die Aufmerksamkeit gewidmet sein.

implantate

Implantate sind zwar recht teuer, sorgen jedoch auch für ein annähernd natürliches Gefühl im Mund. Doch für wen ist eine solche Lösung letztlich geeignet?

Fazit Zahnersatz: Von der Zahnbrücke bis zum Implantat ist alles dabei

Eine Zahnlücke entsteht schnell. Ein Sturz mit dem Rad oder im Winterurlaub – nur zwei Schreckmomente. Und oft sind es Karies oder Entzündungen des Zahnnervs, welche zur Extraktion führen. Im ersten Moment ist jeder Patient froh, von seinen Schmerzen erlöst zu werden. Der Schreck folgt meist mit dem Heil- und Kostenplan.

Hier wird offensichtlich, was die Behandlung kosten wird. Leider ist selbst die Regelversorgung so teuer, dass nicht jede Haushaltskasse diese Ausgabe ohne weiteres verkraftet. Besonders teuer sind höherwertige Behandlungen wie das Implantat, welche mit Krone oder Steg versehen werden kann. An dieser Stelle sind 3.000 Euro bis 4.000 Euro keine Seltenheit. Einen gewissen Schutz bieten Zahnzusatztarife – aber nur, wenn sich Patienten nicht blind entscheiden. Wie bei jeder Versicherung ist hier intensiv zu prüfen, was der Tarif in der Praxis wirklich leisten kann.

 

Bildquellen:

Abbildung 1: © dental-inno (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: © muklinika (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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