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Inkontinenz: Wenn die Blase außer Kontrolle gerät

Eine Harn-Inkontinenz ist zwar keine gefährliche Krankheit, aber für die Betroffenen macht sie schon die kleinen Dinge des Lebens schwierig: Kann ich immer „das Wasser halten“, wenn ich huste? Schaffe ich es noch rechtzeitig zur Toilette? Soll ich mich wirklich zu dem Busausflug anmelden? Das sind Fragen, die das Leben der Patienten bestimmen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Inkontinenz: Was ist das eigentlich?
  2. Risikofaktoren für eine Harninkontinenz
  3. Behandlungsmöglichkeiten
  4. Auswirkungen einer vergrößerten Prostata
  5. So ändern Sie Ihren Lebensstil
  6. Kräftigen Sie gezielt Ihre Beckenbodenmuskulatur

Inkontinenz© DOC RABE Media – Fotolia

Inkontinenz: Was ist das eigentlich?

Bei Inkontinenz müssen die Patienten bis zu achtmal nachts raus und auch tagsüber drückt die Blase oft. Wenn sie Glück haben, erreichen sie die Toilette gerade noch rechtzeitig. Manchmal ist es allerdings schon zu spät. Mehr als 60 Prozent der Menschen über 60 Jahren leiden an einer Blasenschwäche. Etwa jeder dritte Mensch leidet unter einer quälenden Harninkontinenz. Im höheren Lebensalter sind es sogar 60 bis 80 Prozent.

Wenn Sie davon betroffen sind, scheuen Sie sich nicht, wegen Ihrer Probleme den Arzt Ihres Vertrauens aufzusuchen. Als erstes verschafft dieser sich einen Überblick über das Erscheinungsbild Ihrer Inkontinenz und schließt andere Erkrankungen aus. Denn die Art der Behandlung richtet sich nach der Form Ihrer Inkontinenz. Auch wenn der Volksmund den unfreiwilligen Harnverlust häufig als „schwache Blase“ bezeichnet, ist die Blase nicht immer der Auslöser des Problems. Je nach Ursache unterscheiden Mediziner verschiedene Arten der Inkontinenz; die Medizin hat sich inzwischen auf eine neue Definition der Formen geeinigt:

Hyperaktive Blase (früher: Dranginkontinenz)

Ihre Blase ist noch fast leer und trotzdem empfinden Sie immer wieder einen starken, plötzlichen Harndrang? Und manchmal gehen dabei auch ein paar Tröpfchen unkontrolliert ab? Ursache ist eine nervöse Überaktivität der Blasenmuskulatur. Schuld sind also überaktive Kontraktionen des Blasenentleerungsmuskels und die Rezeptoren in Ihrer Blasenwand, die den Füllstand messen. Diese melden dem Gehirn vorschnell, dass die Blase gefüllt ist. Das Gehirn sendet dann zu früh das Signal an die Blase zurück, dass diese entleert werden soll. Das löst wiederum einen starken, krampfartigen Drang aus. Die abgehenden Urinmengen sind dabei meist nur gering. Organische Ursachen liegen bei dieser Konstellation nicht vor. Die Psyche hingegen ist ein häufiger Auslöser dieser fehlerhaften Kommunikation. Diese Form der Inkontinenz geht weniger mit einem unwillkürlichen Harnabgang einher als mit einem häufigen und besonders fordernden Harndrang – auch nachts. Eine weitere treffende Bezeichnung für die Dranginkontinenz ist „Reizblase“.

Mögliche Ursachen:

Die Symptome äußern sich in ständigem Harndrang, der sich oft nicht willkürlich unterdrücken lässt. Typisch sind nächtliche Gänge zur Toilette, die den Schlaf empfindlich stören. Betroffen sind hiervon vor allem Männer.

Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Ihre Harnröhre muss dem Druck der vollen Blase mit Gegendruck standhalten. Allerlei Faktoren können die Verschlussmuskulatur rund um die Blase schwächen. Hält der Blasenschließmuskel nicht mehr dicht, können unkontrolliert kleine bis größere Mengen Urin abgehen. Bei körperlicher Belastung (Heben von Lasten, Husten und Niesen) geht also unwillkürlich Urin ab. Häufig liegt zusätzlich eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur vor. Diese Form wird Belastungsinkontinenz genannt. Die frühere Bezeichnung „Stressinkontinenz“ ist jedoch etwas missverständlich, da Stress eher als ein psychisches Problem verstanden wird. Psychischer Stress gehört aber nicht zu den Ursachen einer solchen Form von Inkontinenz.

Auslöser können sein:

  • banale, alltägliche Vorgänge (z. B. Husten, Niesen, Lachen)
  • körperliche Anstrengungen (z. B. Heben eines Getränkekastens, Tragen, Springen auf dem Trampolin)
  • im fortgeschrittenen Stadium z. B. das Aufstehen, Hinsetzen und sogar Liegen (Lagewechsel)
  • Schwangerschaften und (schwere) Geburten
  • Übergewicht
  • chronischer Husten
  • schwaches Bindegewebe / Gewebsschwäche im Alter
  • eine niedrige Östrogenausschüttung
  • Prostata-Operationen

Symptome sind ungewollter Urinverlust beim Lachen, Niesen oder bei körperlicher Anstrengung. Frauen bis zum Alter von etwa 50 Jahren leiden häufiger unter einer Belastungsinkontinenz. Ältere Frauen sind dagegen eher von einer hyperaktiven Blase bzw. einer Mischung aus beiden Inkontinenzformen betroffen.

Überlaufinkontinenz

Es gibt noch eine dritte Form, die Überlaufinkontinenz. Sie wird durch ein Hindernis im Bereich des Blasenausgangs verursacht. Da es sich hierbei meistens um eine vergrößerte Prostata handelt, sind von dieser Form fast immer Männer betroffen.

Bei allen Inkontinenzformen sollten Sie immer zuerst einen Arzt konsultieren (Gynäkologe oder Urologe), um Infektionen, Blasensteine oder Tumore auszuschließen.

Risikofaktoren für eine Harninkontinenz

Frauen:

  • anlagebedingte Bindegewebsschwäche
  • Schädigung, Überdehnung oder Schwächung der Beckenbodenmuskulatur durch Schwangerschaften, Entbindungen oder Operationen am Unterleib
  • Östrogenmangel während/nach der Menopause (die Harnröhrenschleimhaut erschlafft)

Männer:

  • gutartige Vergrößerung der Prostata (Abflusshindernis am Blasenausgang)
  • die dafür notwendige Medikation (z. B. Alpha-Rezeptoren-Blocker)
  • Operationen (z. B. Teilentfernung der Prostata; insbesondere des Teils der Drüse, der die Harnröhre einengt)
  • übermäßiger Genuss von Kaffee

beide Geschlechter:

  • Übergewicht (erhöht den Druck im Bauchraum)
  • Medikamente wie blutdrucksenkende ACE-Hemmer oder Antidepressiva können eine schon bestehende Blasenschwäche verstärken
  • psychosomatische Ursachen: Stress und Aufregung können zu einer Reizblase führen
  • ständige Reizungen durch Harnwegsinfekte, Harnröhrenverengung oder Blasensteine
  • Nervenschäden oder Reizungen (z. B. durch Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder aufgrund eines schlecht behandelten Diabetes mellitus)
  • übermäßiger Genuss von Alkohol und/oder Nikotin

Kaffee erhöht Inkontinenzrisiko bei Männern

Kaffee hat bei vielen Menschen den Effekt, dass er die Urinproduktion steigert. Bei Männern kann sich das enthaltene Koffein allerdings noch anders auf die Blase auswirken, das zeigt eine Untersuchung der University of Alabama at Birmingham: Die Wissenschaftler hatten Daten von fast 4.000 Männern ausgewertet, die von 2005 bis 2008 an zwei großen Ernährungsstudien in den USA teilgenommen hatten. Im Rahmen dieser Studien gaben sie auch Auskunft über ihren Koffeingenuss. Außerdem äußerten sie sich zu ihren gesundheitlichen Problemen und Gewohnheiten. Die Forscher entdeckten, dass fast 13 Prozent der Teilnehmer unter Harninkontinenz litten:

  • Männer, die pro Tag mindestens zwei Tassen Filterkaffee tranken, hatten ein um 72 Prozent erhöhtes Risiko für Inkontinenz unabhängig davon, ob sie unter anderen gesundheitlichen Problemen litten.
  • Bei Männern, die drei Tassen und mehr tranken, verdoppelte sich das Risiko für eine mittelschwere bis schwere Inkontinenz.

Auf Frauen hat der Kaffeekonsum nicht solche Auswirkungen. Bei einer Auswertung von medizinischen Daten von 21.000 Frauen hat sich gezeigt, dass Koffein sich nicht negativ auf die Inkontinenz auswirkt.

Behandlungsmöglichkeiten

Alle bisherigen Medikamente haben so viele Nebenwirkungen, dass bis zu 90 Prozent der Inkontinenzpatienten die Therapie entnervt abbrechen. Eine überaktive Blase wird heute vor allem mit Medikamenten aus der Klasse der Anticholinergika behandelt. Um deren Wirkung zu verstehen, ist ein Blick auf die Kontrolle der Blasenentleerung nötig.

Diese wird durch das autonome (vegetative) Nervensystem gesteuert. Das verfügt über einen anregenden Teil (Parasympathikus). Diese Nerven schütten vor allem Acetylcholin aus. Der Botenstoff bewirkt, dass sich die Muskeln der Blasenwand zusammenziehen und dass die Blase entleert wird. Anticholinergika blockieren die Wirkung des Acetylcholins und vermindern so die unwillkürliche Blasenentleerung.

Häufige Nebenwirkungen der bisherigen Medikamente

Aufgrund dieser Nebenwirkungen setzen 70 bis 90 Prozent der Patienten die Anticholinergika innerhalb eines Jahres wieder ab und nehmen stattdessen lieber die Unannehmlichkeiten der Inkontinenz auf sich.

Mirabegron: Das neue und verträglichere Mittel

Falls auch Sie bisher mit diesen Medikamenten schlechte Erfahrungen oder keinen Erfolg hatten, sollten Sie Ihren Arzt auf den neuen Wirkstoff Mirabegron ansprechen. Es ist kein Anticholinergikum, sondern ein Beta-3-Adrenozeptor-Antagonist. Er wirkt auf den zweiten Teil des vegetativen Nervensystems (Sympathikus). Diese Nerven schütten Adrenalin aus und das hat auf die Blasenmuskulatur eher eine entspannende Wirkung. Mirabegron unterstützt diese Wirkung und reduziert so den Harndrang.

Das sollten Sie beim Einsatz von Mirabegron beachten

  • Die Wirkung stellt sich oft erst nach zwei bis vier Wochen ein. Gehen Sie also nicht davon aus, dass Ihnen bereits die ersten Tabletten helfen.
  • Das Medikament ist vor allem dann geeignet, wenn Sie bereits mehrere andere Medikamente einnehmen, da es weniger Wechselwirkungen als die bisher üblichen Anticholinergika hat. Mirabegron kann auch bei Grünem Star (Glaukom) verordnet werden. (Hier dürfen die herkömmlichen Reizblasenmedikamente nicht eingenommen werden.)
  • Ihr Arzt sollte die Pulsrate und den Blutdruck regelmäßig kontrollieren, da Mirabegron diese Werte leicht erhöhen kann.

Die Wirksamkeit von Mirabegron wurde zum Beispiel im Jahr 2014 an der Universität von Alberta in Edmonton (Kanada) an über 8.400 Patienten untersucht. Nach zwölf Wochen verringerte sich die Zahl der Inkontinenzepisoden etwa um die Hälfte. Im Vergleich zu den herkömmlichen Anticholinergika war auch die Verträglichkeit besser. Beispielsweise trat Mundtrockenheit unter Mirabegron sechsmal seltener auf.

Vibrationstraining stärkt den Beckenboden

Eine sehr erfolgreiche Methode gegen Belastungsinkontinenz ist das Beckenbodentraining. An der Universität Göttingen haben Mediziner diese gymnastischen Übungen durch ein Vibrationstraining ergänzt. Dabei stehen die Patienten auf einer Art Wippe, die von einem Motor angetrieben wird. Sie hebt und senkt sich sehr schnell, aber lediglich um einige Millimeter. Die Patienten spüren das als eine leichte Vibration. Die Muskulatur reagiert dabei unwillkürlich und versucht, diese Bewegung auszugleichen. Pro Minute kommt es dabei im Bereich des Beckenbodens zu fast 1.800 Muskelkontraktionen. Regelmäßig angewandt ist das ein perfektes Training für Ihre Beckenbodenmuskeln.

In Göttingen wurden im Jahr 2003 im Rahmen einer Studie 90 Frauen, die an Belastungsinkontinenz litten, mit der Kombination aus Vibrations- und Beckenbodentraining behandelt (zwölf Wochen lang, jeweils zweimal wöchentlich). Zuerst standen sie acht Minuten auf der Vibrationsplatte und dann wurde 30 Minuten lang ein herkömmliches Beckenbodentraining durchgeführt. Vier von fünf Patientinnen konnten so vollkommen geheilt werden. Beim herkömmlichen Training liegt diese Rate lediglich bei zwei von fünf.

Die richtige Anwendung des Vibrationstrainings

In diesen Fällen dürfen Sie das Vibrationstraining nicht anwenden:

Mittlerweile verfügen viele Krankengymnasten oder Ärzte über die entsprechenden Geräte (z. B. Galileo 2000). Die Behandlung wird nicht von den Krankenkassen übernommen und kostet pro Trainingseinheit zwischen 10 und 20 Euro. Alternativ können Sie auch ein Gerät für die Anwendung zu Hause kaufen (Kosten ab 2.000 Euro, preisgünstiger sind gebrauchte Geräte).

Gelinjektionen: Ein ambulanter Eingriff verengt die Harnröhre

Einen anderen Ansatz zur Heilung der Harninkontinenz bietet das Zuidex®-System. Dabei werden in einer ambulanten Operation feine Injektionsnadeln durch den Harnleiter vorgeschoben. Dann wird an vier ringförmig angeordneten Punkten ein Gel in die Wand der Harnröhre injiziert. So wird die Harnröhre von einer kleinen ringförmigen Wulst verengt und der Harn kann (z. B. beim Niesen oder beim Sport) besser zurückgehalten werden.

Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen und dauert lediglich 15 Minuten. Die Krankenkassen sind nicht verpflichtet, die Kosten zu tragen. Daher müssen Sie diese Frage vorher mit Ihrem Kassensachbearbeiter klären. Die Erfolgsrate liegt mit dieser Methode bei 70 bis 80 Prozent. Nachteil der Methode: Das Implantat muss nach etwa vier Jahren erneuert werden. Seltene Nebenwirkungen sind kurzfristige Schmerzen beim Wasserlassen und Schwellungen im Genitalbereich.

Auswirkungen einer vergrößerten Prostata

Bis vor Kurzem waren die Ärzte schnell bei der Hand, diese Symptome allein einer gutartig vergrößerten Prostata zuzuschreiben. Sie verschrieben Medikamente, die die Prostata schrumpfen und entspannen bzw. empfahlen einen entsprechenden operativen Eingriff. Neue medizinische Erkenntnisse weisen immer häufiger darauf hin, dass eine vergrößerte Prostata oft nur eine Neben- bzw. manchmal sogar überhaupt keine Rolle bei der Entstehung dieses Symptoms spielt. Das bedeutet, dass viele Männer einen Eingriff ganz vermeiden können.

Da die Prostata die Harnröhre umschließt, wird diese oft zusammengedrückt, wenn sich die Prostata vergrößert. Die Folge: Der Harnstrom wird schwächer. In diesem Fall ist die Ursache tatsächlich das Wachstum der Prostata. Doch es gibt in diesem Zusammenhang auch andere Probleme, die sich etwa durch plötzlichen, heftigen Harndrang und durch wiederholtes Wasserlassen tagsüber sowie auch nachts bemerkbar machen. Ärzte sprechen dann von der Reizblase. Diese Symptome haben aber nach neuesten Erkenntnissen weniger mit der Prostata, als vielmehr mit der Blase zu tun. Denn bei einer Querschnittsverengung der Harnröhre muss die Blase einen höheren Druck aufbauen. Dadurch verstärkt sich die Blasenmuskulatur und es wird schwieriger, sie unter Kontrolle zu halten.

Diagnose und konventionelle medikamentöse Behandlung

Eine Prostatavergrößerung stellt der Arzt durch Abtasten der Prostata via Darm-Ausgang und/oder durch die Bestimmung eines Enzyms (freie PSA) im Blut fest. Meist verschreibt er Ihnen ein Medikament. Lassen die Beschwerden nach, lagen die Probleme beim Wasserlassen tatsächlich an einer gutartig vergrößerten Prostata.

Alpha-Blocker

Mittel der Wahl sind zum einen die Alpha-Blocker wie etwa Terazosin (z. B. Flotrin) oder Doxazosin (Doxacor). Sie entspannen die Muskulatur im Bereich der Prostata und im Blaseneingang. Die Symptome verschwinden oft bereits nach einer Woche.

Als Nebenwirkungen können niedriger Blutdruck und Schwindel beim Aufstehen auftreten. Beides verschwindet meist innerhalb von drei Tagen. Alpha-Blocker sollten Sie nicht einnehmen, wenn gleichzeitig eine Operation des Grauen Stars ansteht.

5-alpha-Reduktase-Inhibitoren

Zum anderen kommen die 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren in Betracht, beispielsweise Finasterid (Proscar) oder Dutasterid (Avodart). Diese Wirkstoffe lassen die vergrößerte Prostata schrumpfen, wodurch der Druck auf die Harnröhre nachlässt. Die Wirkung kann allerdings bis zu mehreren Monaten auf sich warten lassen und ist nicht so effizient wie die der Alpha-Blocker. Nebenwirkungen sind verminderte Libido und Impotenz in 3 bis 10 Prozent der Fälle.

Kombination aus Prostata- und Blasenmedikamenten

In einer im Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie wurden 879 Prostatapatienten in vier Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe erhielt das Prostatamedikament Tamsulosin (Alna Ocas), die zweite Gruppe ein Medikament gegen Reizblasensymptome, die dritte bekam beide Medikamente und die vierte ein Placebo.

Die Mittel gegen Prostatavergrößerung, gegen überaktive Blase und das Placebo zeigten eine vergleichbare Wirkung, indem sie die Symptome etwas verringerten. Anders die Gruppe 3, die beide Medikamente erhielt: Diese Wirkstoffkombination hatte bei Weitem den besten Effekt. Bei 80 Prozent der Männer in dieser Gruppe ließen die Symptome deutlich nach. Wenn Sie von Ihrem Arzt prostatawirksame Medikamente verschrieben bekommen haben, aber keine Besserung verspüren, fragen Sie ihn nach einer entsprechenden Kombination aus Prostata-und Blasenmedikamenten.

Wann ist welche Operation notwendig?

Wenn sich die Beschwerden bei Einnahme des Kombinationpräparats innerhalb von zwei bis vier Monaten nicht legen, kann ein Eingriff erforderlich werden. Hierzu stehen diese drei Methoden zur Verfügung:

  • Bei der TURP (Transurethrale Resektion der Prostata) werden via Harnröhre die einengenden Gewebeschichten der Prostata abgetragen und somit der Harnweg wieder freigemacht. Dabei ist es meist mit einem einmaligen Eingriff getan. Voll- oder Teilnarkose und Krankenhausaufenthalt sind hierbei erforderlich. Als Komplikationen treten in seltenen Fällen Inkontinenz und Impotenz auf.
  • Bei der TUMT (Transurethrale Mikrowellen-Thermotherapie) wird eine Sonde in die Harnröhre eingeführt, an deren Spitze Mikrowellen austreten, die das Gewebe der Prostata erhitzen und schrumpfen lassen. Dieser Eingriff geschieht ambulant und ohne Narkose. Häufig sind jedoch wiederholte Behandlungen erforderlich (Nebenwirkungen wie bei der TURP, jedoch seltener). Bei gutartiger Prostatavergrößerung bzw. bei Patienten, die nicht narkosefähig sind, ist die TURP die Therapie der Wahl.
  • Grünlicht-Laser- oder Holmium-Laser-Therapie – Hierbei wird das störende Gewebe entweder verdampft (Grünlichtlaser) oder scheibchenweise abgetragen (Holmiumlaser). Auch hier können mehrere Behandlungen erforderlich werden. Der Eingriff erfolgt sowohl ambulant als auch stationär. Vorteil des Holmiumlasers: Die Gewebeteile können gleich auf das Vorhandensein bösartiger Zellen untersucht werden (Nebenwirkungen wie bei der TUMT).

So ändern Sie Ihren Lebensstil

Bei den Behandlungsmaßnahmen der Inkontinenz steht eine Veränderung des Lebensstils an erster Stelle:

  • Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie Ihr Gewicht und damit den Druck im Bauchraum reduzieren.
  • Hören Sie auf zu rauchen.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung auf eine ausgewogene Frischkost um.
  • Schränken Sie einen zu starken Kaffeekonsum ein.
  • Sollten Sie zu viel trinken, reduzieren Sie Ihre Trinkmenge.
  • Regulieren Sie Ihren Stuhlgang.
  • Kreuzen Sie beim Husten oder Niesen ihre Beine, um den Harnabgang zu verringern.
  • Lassen Sie sich Beckenboden- und Blasentraining zunächst von einem Profi zeigen.

Trink-Urin-Tagebuch: Erziehen Sie Ihre Blase mit Kontinenztraining

Eine Reizblase ist nicht nur ein lästiges Übel, sie kann auch die Lebensqualität drastisch einschränken. Das Gefühl, ständig eine Toilette aufsuchen zu müssen, kann einen Kinobesuch oder Einkaufsbummel zur echten Qual werden lassen. Nicht wenige Betroffene ziehen sich daher immer mehr in die eigenen vier Wände zurück. Wenn Sie das Problem in den Griff bekommen möchten, sollten Sie zunächst ein Trink-Urin-Tagebuch führen. Hierin notieren Sie folgende Daten:

  • wann Sie wie viel getrunken haben
  • wie oft Sie zur Toilette mussten
  • wie stark der Drang vorher war
  • bei welchen Gelegenheiten es zu unfreiwilligem Harnabgang kam

Dieses Tagebuch ist die Grundlage für ein gezieltes Toilettentraining. Dabei trainieren Sie Ihre Blase, sich wieder an einen normalen Füllungszustand zu gewöhnen. Die Basis für Ihr Training bildet dabei Ihr Trink-Urin-Tagebuch. Anhand der hier ermittelten Abstände zwischen den Toilettengängen können Sie nun Ihre „Toilettenzeiten“ festlegen.

Kontinenztraining: So funktioniert’s

Das könnte beispielsweise so aussehen, dass Sie zunächst exakt alle zwei Stunden zur Toilette gehen und urinieren, egal ob Sie Harndrang haben oder nicht. Verlängern Sie dann allmählich die Zeitabstände jeweils um fünf Minuten. Beginnen Sie Ihr Training damit, dass Sie beim nächsten Harndrang den Gang zur Toilette etwas hinauszögern:

  • Warten Sie zunächst fünf Minuten, bis Sie dem Drang nachgeben.
  • Steigern Sie die Wartezeit nach einigen Tagen um weitere fünf Minuten.
  • Fahren Sie in den nächsten Wochen so fort und zögern Sie auf diese Weise die Blasenentleerung immer weiter hinaus.

Protokollieren Sie die Trinkmengen, den Harndrang und die Toilettengänge wieder in einem kleinen Tagebuch. So stellt sich nach einigen Wochen Ihr individueller Rhythmus ein. Das Fassungsvermögen der Blase steigt und Sie erhalten Schritt für Schritt wieder die Kontrolle über Ihre Blase. Den Erfolg können Sie schwarz auf weiß sehen, wenn Sie Ihre aktuellen Einträge mit dem ursprünglichen Trink-Urin-Tagebuch vergleichen. Keine Sorge: Dieses Training kann Ihrer Blase nicht schaden – im Gegenteil: Sie lernt schrittweise, sich wieder an einen normalen Füllungszustand zu gewöhnen. Sollte der Drang einmal zu stark werden, können Sie sich mit einem einfachen Trick helfen: Beugen Sie Ihren Oberkörper nach vorne und unten. Dadurch verändern Sie die Druckverhältnisse in Bauch und Becken, wodurch der Harndrang nachlässt.

Diese Maßnahmen unterstützen Frauen bei einer Harn-Inkontinenz

Bei Frauen mit einer Belastungsinkontinenz ist ein Beckenboden- und Blasenverschlusstraining am aussichtsreichsten. Beckenbodentraining hilft Ihnen dabei am meisten; falsches Training verstärkt hingegen Ihr Harntröpfeln. Daher sollten Sie dies unter professioneller Anleitung erlernen. Denn falsch ausgeführte Übungen können Ihre Inkontinenz verstärken, da sie den Druck im Bauchraum erhöhen. Hilfreich können ebenfalls Beckenbodentraining mit Vaginalkonen (kleine Gewichte, die in der Scheide getragen werden) bzw. mit einer Vaginalsonde mit Elektrostimulation sowie Biofeedback sein.

Frauen, die nur bei bestimmten Anlässen (z. B. beim Sport) Urin verlieren, profitieren von der Einlage von Vaginaltampons oder Urethralpessaren. Erst wenn all diese Maßnahmen nicht zur Besserung führen, sollten Medikamente oder Operationen in Betracht gezogen werden.

Kräftigen Sie gezielt Ihre Beckenbodenmuskulatur

Ihr Beckenboden übernimmt wichtige Stützfunktionen, denn er hält Ihre Bauch- und Beckenorgane in der korrekten Position. Mit Beckenbodentraining stärken Sie den Schließmechanismus der Harnröhre. Bei bis zu 70 Prozent aller Frauen verringert ein konsequentes Beckenbodentraining die Beschwerden deutlich.

Männer leiden wegen ihrer anderen Anatomie wesentlich seltener unter den Folgen eines schwachen Beckenbodens. Allerdings gehört ein Beckenbodentraining zur Rehabilitation nach einer Prostatakrebsoperation, da viele Männer danach zunächst harninkontinent sind. Durch gezielte Übungen werden etwa 90 Prozent der Operierten jedoch wieder (annähernd) kontinent. Übrigens: Oft reagieren auch chronische Rückenleiden positiv auf eine kräftigere Beckenbodenmuskulatur.

Positive Nebenwirkung: Mehr Potenz!

Frauen und Männer berichten, dass sie mit einem starken Beckenboden mehr Spaß an ihrer Sexualität haben. Studien urologischer Kliniken zeigen zudem, dass die meisten impotenten Männer durch die Kräftigung der Beckenbodenmuskeln ihre Erektionsfähigkeit zurückerhalten. Auch zur Behandlung eines vorzeitigen Samenergusses (Ejaculatio praecox) wird das Training mit Erfolg eingesetzt.

So „finden“ Sie Ihren Beckenboden

Stellen Sie sich vor, Sie würden den Urinstrahl beim Harnlassen anhalten. Dabei ziehen Sie automatisch den Schließmuskel für die Harnröhre zusammen. Haben Sie richtig angespannt, ziehen Sie Ihren Bauchnabel automatisch nach innen und spüren eine leichte Hebung der Beckenbodenmuskeln. Halten Sie die Spannung für zehn Sekunden, während Sie tief und ruhig weiteratmen. Führen Sie diese unauffällige Übung mehrmals täglich jeweils fünfmal durch.

Bei Reizblase: Kräftigende Übungen plus Entspannung

Bei einer hyperaktiven Reizblase kombinieren Sie am besten kräftigende und entlastende Maßnahmen miteinander:

  • Beim Entspannen nach den Beckenbodenübungen hilft beispielsweise ein Wärmekissen (z. B. ein erwärmtes Kirschkernkissen) auf dem Unterbauch. Das beruhigt Ihre gereizte Blase und entkrampft sie.
  • Mit weiteren Übungen zur Entspannung packen Sie die Ursache eventuell sogar an der Wurzel: Progressive Muskelentspannung entspannt nicht nur, sondern schärft Ihre Körperwahrnehmung insgesamt.
  • Aber auch Pilatestraining hat neben dem seelischen Effekt den Beckenboden immer im Fokus.

Steigen Sie in den Sattel

Sattelsportarten wie Fahrradfahren oder Reiten trainieren Ihren Beckenboden ebenfalls effektiv. Im Trab oder Galopp wird der Beckenboden besonders gefordert und auf dem Fahrrad ist die Wirkung umso besser, je stärker Sie in die Pedale treten. Das kontinuierliche Anspannen und Halten des Beckenbodenmuskels trainiert vor allem den Blasenschließmuskel. Achten Sie jedoch auf einen Fahrradsattel in für Sie optimaler Form und richtiger Sattelstellung.

Weniger geeignet sind bei Harninkontinenz allerdings Sportarten wie Tennis und Squash; bei ihnen wird durch die ruckartigen Bewegungen der Beckenboden stärker belastet. Prüfen Sie in Ihrem Fall, wie sich die Aktivitäten auswirken. Walken und/oder sanftes Joggen beeinträchtigen die Blasenfunktion hingegen nicht zusätzlich und sind als Ausdauersportarten gut geeignet.

Schnupperübungen für Ihren Beckenboden

Üben Sie täglich, dann zeigen sich erste Erfolge schon nach vier bis sechs Wochen:

Bauchlage:

  • Legen Sie sich auf den Bauch und winkeln Sie das rechte Bein an, sodass Sie in einer bequemen Position liegen. Ihre Stirn liegt auf den Händen.
  • Spannen Sie ihre Beckenbodenmuskulatur so stark es geht an.
  • Halten Sie diese Position für zehn Sekunden und lassen Sie dann locker.
  • Wiederholen Sie diese Übung insgesamt achtmal und wechseln Sie dann die Beine, indem Sie das linke Bein anwinkeln und das rechte strecken.

Froschposition:

  • Gehen Sie auf Ihre Knie.
  • Legen Sie die Füße zusammen, die Knie sind etwas geöffnet.
  • Senken Sie den Oberkörper nach vorne und legen Sie die Stirn auf Ihre Hände.
  • Spannen Sie die Beckenbodenmuskulatur an.
  • Halten Sie diese Spannung für einige Sekunden und lassen Sie dann locker.
  • Wiederholen Sie diese Übung etwa zehn- bis zwölfmal.

Seitlift:

  • Legen Sie sich ausgestreckt auf die linke Seite.
  • Stützen Sie den linken Unterarm am Boden ab, sodass sich der Ellenbogen unter Ihrer Schulter befindet.
  • Schieben Sie jetzt zunächst Schulter und Ohr „auseinander“, sodass Sie Ihren Hals strecken.
  • Ziehen Sie nun den Bauchnabel Richtung Wirbelsäule ein.
  • Heben Sie langsam die Hüfte vom Boden ab. Einige Sekunden oben halten und langsam wieder absenken und kurz locker lassen.
  • Wiederholen Sie die Übung sechsmal und wechseln Sie dann die Seite.

Fortgeschrittenere Übungen für den Beckenboden

Aftermuskeln anspannen:

  • Setzen Sie sich mit rundem Rücken auf einen Stuhl.
  • Spannen Sie nun die Muskeln rund um den After an, als ob Sie Stuhlgang zurückhalten wollten. Ziehen Sie dabei den After nach oben.
  • Atmen Sie ein, halten Sie die Spannung und zählen Sie beim Ausatmen bis 10.
  • Lassen Sie nun wieder locker.

Harnröhrenmuskeln anspannen:

  • Bleiben Sie auf dem Stuhl sitzen, kippen Sie aber jetzt Ihr Becken vor, sodass ein Hohlkreuz entsteht.
  • Spannen Sie beim Einatmen die Muskeln rund um die Harnröhre kräftig an.
  • Zählen Sie beim Ausatmen wieder bis 10.
  • Entspannen Sie danach die Harnröhrenmuskeln.

Dieses Training sollten Sie jeden Tag durchführen. Wiederholen Sie dabei jede Übung zehnmal. Da niemand etwas von Ihren Übungen bemerken wird, können Sie durchaus auch unterwegs (z. B. im Bus oder im Auto) trainieren. Beide Übungen sind sowohl für Frauen als auch für Männer geeignet.

Unterbauchlift:

  • Legen Sie sich entspannt auf den Rücken und atmen Sie ruhig.
  • Klemmen Sie sich ein zusammengerolltes Handtuch, eine Decke oder ein kleines Kissen zwischen Ihre Knie. Ihre Arme legen Sie locker neben Ihrem Körper ab.
  • Nun spannen Sie Ihren Bauch und Ihren Beckenboden leicht an, als würden Sie ihn nach innen „saugen“. Ihr Becken hebt sich dabei leicht vom Boden ab.
  • Drehen Sie das Becken nun langsam nach rechts und anschließend nach links, 20-mal im Wechsel.
  • Dann ablegen und eine kurze Pause machen.

Diese Übung sollten Sie ein- bis zweimal wiederholen. Intensivere Variante: Alternativ zu der Seitdrehung können Sie nach dem Abheben Ihres Beckens in dieser Haltung mit Ihrem Beckenboden pulsieren: an- und entspannen im Sekundentakt für etwa fünf bis zehn Atemzüge, pausieren und wiederholen.

Biofeedback

Manche Menschen haben Probleme, die Muskulatur ihres Beckenbodens zu spüren. Hierbei kann Ihnen das Biofeedback helfen. Dazu erhalten Sie über Ihren Arzt ein kleines Gerät, mit dem Sie das Training zu Hause durchführen können. Sie führen eine Sonde, die mit dem Messgerät verbunden ist, als Frau in die Scheide und als Mann in den After ein. Nun beginnen Sie mit dem Beckenbodentraining. Wenn Sie die gewünschte Muskulatur fest genug angespannt haben, erhalten Sie entweder ein optisches oder ein  akustisches Signal. Auf diese Weise gelingt es Ihnen leichter, den Beckenboden zu kontrollieren.

Homöopathie

Gute Erfolge in der Behandlung der Harninkontinenz haben auch homöopathische Einzelmittel:

  • Wenn der Urin vor allem beim Lachen, Husten oder Niesen abgeht, lohnt sich ein Versuch mit Causticum.
  • Bei häufigem Harndrang, der sich beim Hinlegen verschlimmert und zu Urinabgang in der Nacht führt, kann in vielen Fällen Pulsatilla helfen. Allerdings handelt es sich hierbei eher um ein „Frauenmittel“.
  • Gegen ein ständiges Harntröpfeln aufgrund einer vergrößerten Prostata hat sich Pareira bewährt.

Am besten nehmen Sie von dem jeweils passenden Mittel einmal täglich zwei Tablettchen in der Potenz D4 ein.

Inkontinenz nach Prostatabehandlung

Inkontinenz ist nach Impotenz die gefürchtetste Folge einer Prostataoperation. Durch gezieltes Training lässt sich dies weitgehend verhindern. Insbesondere wird durch sportliche Aktivität auch das Wohlbefinden gefördert. Das belegt eine Studie von Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule in Köln, wie die medizinische Zeitschrift „Medical Tribune“ berichtet. Durch eine auf den Prostatatumor abgestimmte Bewegungstherapie werden danach gravierende Nebenwirkungen gemindert. Das fanden die Wissenschaftler heraus, als sie Rad- und Wanderprojekte für Prostatakrebspatienten anboten. Die Nachfrage stieg und stieg. Deswegen wurde 2011 der Verein „Über den Berg e. V.“ gegründet. Für die Zukunft hat sich der Verein das Ziel gesetzt, die Zahl der professionell betreuten Weit- und Kurzwanderungen zu erhöhen, ebenso wie regelmäßige Sportangebote (v. a. im Raum Köln) anzubieten.

Die Kölner Sportwissenschaftler geben noch folgende Ratschläge:

  • Am besten beginnen Sie Ihre Bewegungstherapie schon, bevor Sie operiert werden.
  • Ihre Trainingsdauer sollte mindestens drei Monate andauern; besser noch länger.
  • Trainieren sollten Sie drei- bis viermal pro Woche.
  • Dabei sollte der Beckenboden zehn- bis 15-mal für fünf bis zehn Sekunden zusammengezogen werden.

Harndrang: Sportliche Männer müssen nachts seltener raus

Nächtliches Wasserlassen gehört zu den häufigsten und besonders lästigten Beschwerden des unteren Harntrakts. Auslöser sind beispielsweise:

  • eine gutartige Prostata-Vergrößerung,
  • vermehrte (nächtliche) Urin-Produktion,
  • Blasenspeicher-Probleme
  • oder einfach nur Schlafstörungen.

Möglicherweise hilft körperliche Aktivität, die Beschwerden einzudämmen. Darauf weisen Ärzte der Universität von Maywood (USA) hin. Sie haben in einer Studie den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und nächtlichem Harndrang untersucht (Medicine & Science in Sports & Exercise 2014). Einbezogen waren 28.404 Männer mit einer gutartigen Prostatavergrößerung im Durchschnittsalter von rund 63 Jahren: Jeder dritte (8.967) berichtete über nächtliches Wasserlassen.

Männer, die sich wöchentlich mindestens eine Stunde bewegten (Schwimmen, strammes Gehen), waren zu 35 Prozent weniger von schwerem Harndrang mit mindestens dreimaligem „Rausmüssen“ betroffen als solche, die keinen Sport betrieben. Die Studie zeigt aber auch, dass die schützende Wirkung nur erhalten bleibt, wenn die Männer nicht nur in jungen Jahren sportlich waren, sondern auch im Alter aktiv blieben. Körperliche Aktivität könnte demnach vor der Entwicklung von nächtlichem Harndrang schützen. Am Schutzeffekt gegen Harndrang könnten verschiedene Mechanismen beteiligt sein:

  • Gewichtsabnahme
  • verminderte Nerven-Aktivität (Sympathikus)
  • Verringerung von Entzündungsprozessen
  • Nicht zu vergessen: die simple Tatsache, dass Bewegung müde macht. Wer tiefer schläft, geht nachts vermutlich auch seltener zur Toilette.
Inkontinenz Beate Rossbach Harndrang: Wie Ihre Blase mit Training wieder dicht wird

Unsere Harnblase hat zwei Aufgaben: Sie muss den Urin speichern und bei Bedarf ausscheiden. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema.

Inkontinenz Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Die TVT-Plastik bei Harn-Inkontinenz

Hier erklären wir Ihnen, was es mit der TVT-Plastik (Tensionfree Vaginal Tape) nach Prof. Dr. Ulf Ulmsten aus dem schwedischen Uppsala auf sich hat.