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Psychosen auch durch normale Zigaretten möglich

Frau am rauchen
Rauchen kann das Psychose-Risiko erhöhen © Adobe Stock - GVS

Rund drei bis vier Prozent der Menschen entwickeln mindestens einmal im Leben einen psychotischen Zustand. Unter einer solchen Psychose versteht man psychische Störungen, die dazu führen, dass die Betroffenen die Realität anders wahrnehmen. Halluzinationen sind typische Begleiterscheinungen.

Psychosen sind häufig vorübergehend, oft betroffen sind Menschen mit Schizophrenie oder einer bipolaren Störung. Lange ist schon bekannt, dass Cannabis-Konsum eine solche Psychose fördern kann.

Nun haben Wissenschaftler vom Center for Life Course Health Research an der Universität Oulu, Finnland, herausgefunden: Bei jungen Menschen geschieht dies auch durch das Rauchen normaler Zigaretten.

(Frühes) Rauchen erhöht Risiko für Psychose

Die Forscher entdeckten: Jugendliche, die mehr als zehn Zigaretten am Tag rauchen, entwickeln innerhalb der nächsten 15 Jahre dreimal so oft eine Psychose wie Nichtraucher. Dabei hatten die Wissenschaftler schon andere Faktoren für Psychosen, wie Drogen- oder Alkoholkonsum, psychotische Anzeichen oder eine familiäre Vorbelastung berücksichtigt. Diese anderen Risikofaktoren wurden dann aus der Studie herausgerechnet.

Hinzu kommt: Je jünger die Untersuchten waren, als sie anfingen zu rauchen, desto größer war das Erkrankungsrisiko. Diejenigen, die schon mit 13 Jahren anfingen, hatten ein deutlich höheres Risiko, es wurden rund 5,5 Prozent später psychotisch. Bei denen, die erst später zur Zigarette griffen, waren es nur 2,8 Prozent.

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So wurde die Studie ausgewertet

Die finnischen Forscher gewannen ihre Zahlen aus einer Studie, die sie von 2001 bis 2002 begonnen hatten. In dieser Zeit hatten sie über 9.000 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 16 Jahren befragt. Alle gaben Auskunft zu Zigaretten-, Drogen- und Alkoholkonsum. 12 Prozent der Befragten rauchten damals bereits. Ein spezieller Fragebogen kam außerdem zum Einsatz, er diente dazu, frühe Psychoseanzeichen zu erfassen.

Danach verfolgten die Forscher die Entwicklung der Studienteilnehmer weiter, sofern ihnen das möglich war. Bei rund 6.000 Teilnehmern konnten sie immerhin Gesundheitsdaten sammeln, bis die jungen Leute 30 Jahre alt waren. Danach wurden diese Daten ausgewertet – unter Berücksichtigung der Frage, wer eine Psychose entwickelt hatte und wie das Rauchverhalten war.

Warum kommt es zur Psychose durch Zigaretten?

Von den 6.000 Teilnehmern, die weiterhin beobachtet wurden, entwickelten 110 während dieses Zeitraums eine Psychose. Dabei handelte es sich um 1,8 Prozent aller Studienteilnehmer. Aber warum ist das Risiko für eine Psychose auch durch normales Rauchen deutlich erhöht – und zwar umso stärker, je jünger die Raucher bei der ersten Zigarette sind?

Wissenschaftler vermuten, dass die Inhaltsstoffe der Zigarette schuld sind. Sie wirken sich negativ auf die Ausrichtung des Gehirns während seiner Entwicklung aus. So schaden sie der Gehirngesundheit und führen zu den psychischen Problemen.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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