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Zwiebeln - vielseitig und gesund!

Inhalt

Viele der gesundheitlichen Wirkungen von Zwiebeln entstehen durch bestimmte Schwefelverbindungen, die Alliine. Wenn Zwiebeln zerkleinert werden, gehen diese Stoffe durch eine enzymatische Umwandlung in Lauchöle über. Eines dieser flüchtigen Öle (Thiopropanal-S-oxid) ist dafür verantwortlich, dass es Ihnen beim Zwiebelschneiden die Tränen in die Augen treibt. Gleichzeitig können diese schwefelhaltigen Verbindungen aber auch das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen.

Zwiebelsorten
In der Volksmedizin gilt die Zwiebel als schleimlösend, immunstärkend und verdauungsfördernd. Auch als Wurmmittel ist die Zwiebel bekannt. © Adobe Stock

Warum fließen die Tränen beim Zwiebelschneiden?

Beim Bearbeiten von Zwiebeln, den engen Verwandten der Knoblauchknollen, fließen bei den meisten Menschen reichlich Tränen.

  1. Ein Schnitt und schon entweichen den Zellen Stoffe, aus denen sich einGas bildet, das die Augen reizt.
  2. Dort vermischt es sich mit Tränenflüssigkeit zu Schwefelsäure.Allerdings nur in geringer Konzentration. Für das Gehirnreicht das jedoch als Signal.
  3. Das Gehirn schüttet sogleichmehr Tränen aus, um den unangenehmen Stoff auszuspülen.

Chemisch stellt sich das so dar:

  1. Beim Schneiden bildet sich aus dem fast geruchlosen Alliin, der schwefelhaltigen Substanz der Zwiebel, das stechend riechende und Tränen auslösende Allicin.
  2. Oxidation spaltet die Schwefelverbindungen und oxidiert sie zu Schwefelsäure.

Einige Tricks verhindern das beißende Martyrium:

  • Sie können die Zwiebeln unter fließendem, kaltem Wasser pellen und grob schneiden (der Tränen auslösende Faktor ist wasserlöslich).
  • Weitere Möglichkeiten bestehen darin, Kontaktlinsen zu tragen oder eine Taucherbrille aufzusetzen.
  • Schneiden Sie das untere Ende der Zwiebel zuletzt auf.
  • Oder legen Sie die Zwiebel einige Zeit vor dem Schneiden in den Kühlschrank.

Knoblauch zu schneiden verursacht glücklicherweise nicht so eine Pein.

Die Zwiebel als Wunderheilmittel

Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer priesen die „Jungfer mit den sieben Häutchen“ als Wunderheilmittel. Die Zwiebel (Allium cepa) galt ihnen als Aphrodisiakum und Arznei. Auch unsere Vorfahren wussten die Heilkraft der Zwiebel zu schätzen.

Die Zwiebel ist eine unserer beliebtesten Würzpflanzen aus der Küche und wurde durch die Römer nach Europa gebracht. Zuvor war sie lange auch in Indien, China und dem Vorderen Orient für ihre heilende Wirkung bekannt.

Heute haben es die Lauchgewächse Zwiebel, Knoblauch und Porree zu einem großen Ruhm als Lebensverlängerer gebracht. Denn ihre Schutzwirkung auf die Gefäße ist mittlerweile unumstritten.

Warum die Zwiebel so gesund ist

Die Zwiebel enthält viele Stoffe, die sie so gesund machen.

Inhaltsstoffe

  • Allicin
  • ätherische Öle
  • Mineralien wie Eisen und Zink
  • Vitamine wie Folsäure und Vitamin C
  • Flavonoide

Wissenschaftlich belegte Wirkungen der Zwiebel

  • desinfizierend
  • antibakteriell
  • antiviral
  • entgiftend
  • pilztötend
  • enzündungshemmend
  • die Blutfettwerte senkend
  • blutdrucksenkend
  • die Fließfähigkeit des Blutes verbessernd

Außerdem helfen die Schwefelberbindungen, bei Erkältungsbeschwerden den zähen Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen, sodass er leichter abgehustet werden kann.

Was kann die Zwiebel?

Die Zwiebel kann Krankheitserreger abtöten und Entzündungen auf Haut und Schleimhäuten lindern, weil sie etwa zwölf verschiedene Substanzen mit ähnlichen Wirkungen wie Antibiotika enthält .

Vor allem der Zwiebelwirkstoff Allicin hat eine solche Durchschlagskraft. Er entfaltet aber auch eine Schutzwirkung in den Gefäßen. Darüber hinaus senkt er Bluthochdruck, verbessert die Durchblutung und beugt auf diese Weise Herz- und Kreislauferkrankungen vor.

Zwiebeln helfen beiZwiebeln verursachen
  • Entzündungen auf Haut und Schleimhaut
  • hohem Blutdruck
  • Kreislauf- und Herzproblemen (als Vorbeugungsmaßnahme)
  • Blähungen (wenn roh verzehrt)
  • unangenehmen Mundgeruch

Es gibt keine Gegenanzeigen für den Verzehr oder die Verwendung von Zwiebeln. Allerdings kann der Genuss roher Zwiebeln Blähungen hervorrufen. Überdies wird bisweilen der Mundgeruch als unangenehm empfunden. Am besten verwenden Sie große, saftige Zwiebeln aus dem Bio-Anbau, wie sie vor allem im Sommer ganz frisch auf dem Markt sind.

Vergessen Sie die homöopathische Zwiebel nicht!

Das aus der Zwiebel gewonnene homöopathische Mittel Allium cepa ist altbewährt bei Erkältungen mit Fließschnupfen. Wenn Ihre Beschwerden ganz ähnlich sind, als wenn Sie eine Zwiebel schneiden, mit brennend tränenden Augen und wässrigen Absonderungen aus der Nase, wird das Medikament Ihnen sicher helfen. Wenn diese Beschreibung auf „Ihren“ Schnupfen zutrifft, werden drei Globuli des Mittels in der Potenz D6 den Schnupfen rasch zum Versiegen bringen.

Neu ist die Anwendung von Zwiebelextrakten zur Narbenpflege. Ab der neunten Woche nach der Wundversorgung aufgetragen, sorgen die Inhaltsstoffe der Zwiebel dafür, dass Narben nach Verletzungen oder Operationen unauffällig werden.

So können Sie Zwiebeln anwenden

Bevorzugen Sie für medizinische Anwendungen kleine bis mittelgroße Sorten; Gemüsezwiebeln sind für diese Zwecke eher ungeeignet.

Zwiebelsirup gegen Husten
Bei Bronchialerkrankungen hat sich vor allem Zwiebelsirup zum lösen von Schleim bewährt. © Heike Rau – Fotolia

Zwiebel-Sirup gegen Husten

  1. Schneiden Sie eine mittelgroße Zwiebel in feine Würfel.
  2. Vermischen Sie sie mit 3 Esslöffeln braunem Rohrzucker.
  3. Geben Sie etwa 125 ml Wasser hinzu.
  4. Lassen Sie die Mischung einige Minuten lang köcheln.
  5. Pressen Sie den Sud, nachdem er einige Stunden gezogen hat, durch einen Stoffteebeutel
  6. Füllen Sie ihn in ein dunkles Gefäß.

Kühl aufbewahrt, ist er etwa ein halbes Jahr lang haltbar. Nehmen Sie von dem Sirup 3-mal täglich ein bis zwei Teelöffel ein.

Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen

  1. Hacken Sie eine kleine Zwiebel in feine Würfel.
  2. Erwärmen Sie die Zwiebelstückchen vorsichtig in einem Topf.
  3. Füllen Sie anschließend ein Mullsäckchen oder eine Babysocke damit.
  4. Legen Sie das Säckchen auf das schmerzende Ohr.

Sie können die Auflage, die 30 bis 60 Minuten einwirken sollte, mit einer Mütze oder einem Stirnband fixieren.

Zwiebelsöckchen vertreiben Erkältungen

Dieses Zaubermittel aus Omas Trickkiste ist schon fast ganz in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, denn mit den Söckchen können Sie eine beginnende Erkältung im Keim ersticken.

  1. Schneiden Sie dazu eine Zwiebel in Scheiben.
  2. Legen Sie am Abend ein paar Scheiben unter jede Fußsohle.
  3. Legen Sie ein kleines Läppchen darauf.
  4. Ziehen SieSöckchen darüber und lassen Sie die Zwiebelsöckchen über Nacht einwirken.

Die ätherischen Zwiebelöle werden dann während der Nacht über die Fußsohle aufgenommen und an den Organismus abgegeben, wo sie ihre virenvernichtende Wirkung entfalten.

Zwiebelwickel gegen Bronchitis

  1. Hacken Sie 2 mittelgroße Zwiebeln klein.
  2. Dünsten Sie die Würfel mit Schmalz in einer Pfanne an.
  3. Bestreichen Sie die Brust mit dem warmen Brei.
  4. Decken Sie die Auflage mit einem Tuch ab.
  5. Lassen Sie den Wickel1 Stunde lang in der Bettwärme einwirken.

Zwiebelsaft gegen Haarausfall

Bestreichen Sie einmal täglich die lichter werdenden Stellen der Kopfhaut mit frisch gepresstem Zwiebelsaft.

Zwiebelsaft, Zwiebel gegen Haarausfall, Zwiebel für Haare
Zwiebelsaft stärkt Ihre Haarwurzeln und fördert das Wachstum. © Adobe Stock – sachi_yn

Zwiebelsaft erhalten Sie fertig im Reformhaus. Er hat zusätzlich eine darmreinigende Wirkung, kann aber auch kurmäßig zur Vorbeugung gegen Arteriosklerose eingenommen werden. Darüber hinaus finden Sie in Apotheke und Reformhaus Zwiebelölkapseln.

Zwiebelsalbe löst die Erkältung

Eine selbsthergestellte Salbe löst bei Erkältungen den Schleim, lindert Husten und verbessert die Nasenatmung.

  1. Lassen Sie 150 Gramm Schweineschmalz langsam in einer Kasserolle zerfließen.
  2. Geben Sie 1 bis 2 gehackte Zwiebeln hinzu. Sie sollten das Fett aufsaugen.
  3. Köcheln Sie die Mischung 10 Minuten leise.
  4. Kühlen Sie sie kurz ab und passieren durch ein Sieb.

Diese Masse streicht man gleichmäßig auf ein Leintuch und legt dies für etwa 1 Stunde auf. Wickeln Sie es dafür um Brust und Rücken oder geben Sie jeweils ein Tuch auf die Brust und eines auf den Rücken.

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