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Wermut - So bringt er Ihre Galle wieder in Fluss

Der Wermut (Artemisia absinthium) aus der Familie der Korbblütler wurde schon vor über 3000 Jahren von den Ägyptern als verdauungsstärkende Heilpflanze geschätzt. Die bis 1 m hohe ausdauernde Staude wächst wild auf mageren Böden wie z. B. Schuttplätzen, Brachland, an Wegrändern und Zäunen.

Wermut; Artemisia, Absinthium, Heilpflanze
Wermutstaude © Adobe Stock – emer

Ihre grünlich-weißen Stängel werden recht hart. Die tief eingeschnittenen Blätter sind oben graugrün, unten weiß und seidig behaart. Die Blätter und die kleinen gelben Blüten, die ab Juli erscheinen, strömen ein starkes Aroma aus, das vielen Menschen unangenehm ist.

Medizinisch werden ausschließlich die frischen oder getrockneten Blätter und Blütensprosse verwendet.

Artemisisa absinthum, Wermut
Blätter des Wermut zur medizinischen Anwendung © Adobe Stock – hjschneider

Artemisia absinthium – Wirkung des Wermuts

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen des Wermuts gehören:

  • ätherische Öle (inkl. des Giftstoffs Thujon)
  • Bitter- und Gerbstoffe
  • Harze
  • Absinthin
  • verschiedene Säuren

Der Inhaltsstoff Thujon ist ein starkes Nervengift, das zu Hirnschäden, Muskelkrämpfen, Schwindel und körperlichem Verfall führt. Er ist besonders gut in Alkohol löslich. Daher wurde der berüchtigte Wermutschnaps Absinth, ein Modegetränk im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, schließlich verboten. Der maßvolle Genuss der modernen Wermutliköre und Absinthgetränke gilt jedoch als unbedenklich.

Wermutschnaps
Absinth © Adobe Stock – Wolna

Wermut regt Ihre Magen-Darm-Tätigkeit an

Wermut gilt nach dem Gelben Enzian als eine der bittersten Heilpflanzen, die die Natur hervorbringt. Da Bitterstoffe den Fluss der Verdauungssäfte und auch den Appetit anregen, ist Wermut auch heute noch ein unverzichtbarer Bestandteil pflanzlicher Verdauungstropfen und -tees.

Das sind die Hauptwirkungen des Wermuts:

  • Anregung der Verdauungssäfte
  • Verbesserung der Fettverdauung
  • Verhinderung von Gärung und Fäulnis im Darm
  • Anregung der Magen-DarmMuskulatur
  • allgemeine Leistungssteigerung

Das frühere Bundesgesundheitsamt hat den Wermut als offizinelle Heilpflanze zur inneren Anwendung bei Verdauungsstörungen und Appetitmangel anerkannt.

Wo hilft Wermut noch?

Hier hilft Wermut:

  • Appetitmangel
  • Mangel an Magensaft
  • Mangel an Gallenflüssigkeit
  • Blähungen
  • Leberschwäche mit Verstopfung

Wermutzubereitungen wie Tee, Tinkturen oder Heilwein können Sie mit wenig Aufwand selbst herstellen. Sie werden ausschließlich innerlich angewendet.

Wichtiger Warnhinweis zur Verwendung von Wermut

Bei Einhaltung der Tagesdosis von 2 bis 3 g getrocknetem Kraut als Tee sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Wegen seiner muskelanregenden Wirkung ist die Anwendung von Wermut in der Schwangerschaft und bei akuten Gallenerkrankungen nicht erlaubt, da er Fehlgeburten bzw. Gallenkoliken auslösen kann.

So wenden Sie den Wermut an

Wermutkraut für die Zubereitung von verdauungsförderden Tees und Tinkturen können Sie selbst im Garten ernten oder in der Apotheke kaufen.

Grundrezept für Wermuttee

Überbrühen Sie 1 TL getrocknetes Wermutkraut mit 1/4 l kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen, bevor Sie ihn abseihen. Trinken Sie 3-mal täglich 1 Tasse frisch zubereiteten Tee vor dem Essen, um Ihre Verdauungssäfte anzuregen.

Altbewährte Teemischung gegen Blähungen

Mischen Sie 10 g getrocknetes Wermutkraut mit 10 g getrockneten Pfefferminzblättern sowie je 10 g Koriander-, Fenchel-, Kümmel- und Anisfrüchten (alle aus der Apotheke). Überbrühen Sie 2 TL dieser Teemischung mit 1/4 l siedendem Wasser, lassen Sie den Tee 10 lang ziehen und seihen Sie ihn dann ab.

Trinken Sie den warmen Tee bei Bedarf schluckweise. Verzichten Sie auf Honig oder Zucker, da Süßungsmittel die beruhigende Wirkung der Bitterstoffe stören.

Diese Tinktur bringt Ihren Appetit zurück

Setzen Sie frisches Wermutkraut mit der fünffachen Menge an hochprozentigem Alkohol (z. B. Korn) in einer hellen Flasche an und lassen Sie den Ansatz 5 bis 6 Tage an einem kühlen Ort ziehen. Schütteln Sie das Gemisch täglich einmal kräftig durch. Nach dem Abseihen durch ein Leinentuch füllen Sie die Tinktur in kleine dunkle Flaschen.

Nehmen Sie bei Appetitlosigkeit, z. B. nach einer längeren Erkrankung, 3-mal täglich 20 bis 30 Tropfen in 1/2 Glas Wasser vor dem Essen. Wegen ihres hohen Alkoholgehalts ist diese Tinktur mehrere Jahre haltbar.

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