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Vogelmiere - ein sagenumwobener Vitaminspender

Sie ist eine eher unscheinbare Pflanze in unseren Gärten und wird meist als Unkraut ausgezupft. Doch bei näherem Hinsehen ist die Vogelmiere (Stellaria media) ganz bezaubernd: An schönen Tagen öffnet sie morgens gegen 9 Uhr ihre sternförmigen winzigen weißen Blüten und lacht die Sonne an.

Nach fast genau zwölf Stunden schließt sie sie wieder. Darüber hinaus ist die Pflanze ein wichtiges Heilmittel gegen Hautentzündungen.

Die Vogelmiere sät sich immer wieder selbst aus und bringt es locker auf fünf bis sechs Generationen im Jahr. Sie wächst sogar im Winter. Wer sie im Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Denn sie ist als Salat ein unglaublicher Vitaminspender. Zudem heilt sie Ihre angeschlagene Haut.

Stellaria media© Adobe Stock – emer

Vogelmiere

Hintergründe der Heilpflanze

Die Vogelmiere ist sehr raumgreifend, sie überwuchert Gartenbeete, Weinberge und brachliegende Äcker. Sie bildet mit ihren langen, auf dem Boden liegenden Stängeln dicke grüne Teppiche, die sich munter weiter ausbreiten, wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird. An den Stängelknoten auf dem Boden bildet sie neue Wurzeln.

Die Vogelmiere gehört zur Familie der Nelkengewächse, was man ihr nicht ansieht. Wegen ihrer kleinen Blätter und Blüten macht sie einen eher empfindlichen Eindruck. Doch besitzt sie eine schier unverwüstliche Lebenskraft und ist eine kleine Schönheit.

Eine alte englische Bauernregel besagt, dass es in den nächsten Stunden keinen Regen gibt, wenn die Pflanze ihre Blüten morgens ganz öffnet. Bleiben sie geschlossen, empfiehlt es sich, den Regenschirm mitzunehmen.

In Bayern glaubte man, ihr unbändiges Wachstumnur mit Zauberei unterbinden zu können: Man rupfte sie genau mittags um Zwölf an allen vier Hausecken aus.

Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass Vögel und Hühner gern an ihr zupfen, denn sie ist eine sehr nahrhafte Pflanze, reich an Vitamin A und C sowie an Mineralstoffen. Mancherorts glaubt man, dass das liebe Federvieh mehr Eier legt, wenn es nur tüchtig Vogelmiere pickt.

Sie wird deshalb auch Hühnerabbiss oder Hühnerdarm genannt. Hasen und Kaninchen fressen ebenfalls liebend gerne Vogelmiere.

Wirkung der Vogelmiere

Magen-Darm-Trakt, Vogelmiere, Gesundheit© detailblick – Fotolia

Vogelmiere erzielt positive Wirkung auf Magen- und Darm

Früher aß man sie als Salat und verwendete sie als Bluttonikum. In der Schweiz wurde sie zur Herzstärkung und zur Verbesserung des Sehvermögens gegessen.

Vogelmiere gilt als gutes Mittel gegen entzündliche Hautprobleme, denn sie hat herausziehende Eigenschaften und bringt Eiter und Giftstoffe an die Oberfläche. Das Kraut kühlt Ausschläge und Sonnenbrand.

Die kühlenden Eigenschaften werden auch bei inneren Entzündungen festgestellt – etwa bei Magen– und Darmentzündungen, Reizdarm, Halsentzündungen, Bronchitis oder Rippenfellentzündung. Die Vogelmiere ist zudem als wirksames Diuretikum bekannt.

Als homöopathisches Mittel wird sie darüber hinaus gegen Entzündungen eingesetzt – insbesondere bei Gelenk– und Leberentzündungen.

Als Blütenessenz findet sie Verwendung bei unverarbeiteten Gefühlen, die den Energiehaushalt beeinträchtigen. Vogelmiere hilft die Vergangenheit loszulassen.

Inhaltsstoffe:

  • Saponine
  • Vitamin A
  • Provitamin A
  • Vitamin B
  • Vitamin C
  • Eisen
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Kalium
  • Kieselsäure

Vorschläge zur Zubereitung und Anwendung der Stellaria media

Verwendet wird das Kraut mitsamt der Blüten, das Sie von April bis September und auch länger selbst sammeln können. Oft reicht schon ein Gang durch den Garten für eine Schüssel voll Vogelmiere. Sie können sie für leckere Salate, Suppen, Saucen und Würzpasten verwenden.

Der leicht nussige Geschmack der Vogelmiere erinnert an junge Maiskolben. Früher verwendete man die Vogelmiere auch als Suppengrün.

In der Küche nehmen Sie die Blättchen, die jungen Triebe sowie die Blüten und bereiten diese wie Spinat zu: Kurz blanchieren, gut abtropfen lassen, würzen und mit einem Stich Butter oder Sahne verfeinern. Mit einer Soße aus Weißweinessig und Olivenöl können Sie einen herrlich frischen Salat zubereiten. Dazu passen auch andere würzige Kräuter wie Löwenzahn, Sauerampfer und Wegerich.

Dieses Rezept für Vogelmierenpaste (eine Art Pesto) ist nicht nur lecker, es stärkt auch Ihr Immunsystem und macht Ihre Haut schön: Sie brauchen 200 g gut geputzte frische Vogelmiere, 2 EL geriebenen Meerrettich, 2 Knoblauchzehen, guten Weißweinessig, Olivenöl, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer.

Geben Sie Vogelmiere, Meerrettich und Knoblauch mit 1 EL Öl in einen Mixer oder Mörser. Träufeln Sie etwas Öl nach, so dass eine geschmeidige Paste entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Essig pikant abschmecken.

In verschraubbare Gläser geben und in den Kühlschrank stellen. Dort hält sich die Paste mehrere Tage. Essen Sie mindestens zwei bis drei Esslöffel pur täglich. Die Paste schmeckt gut zu Wurst und Käse, gedünstetem Fisch, Spaghetti oder Tomaten und Mozzarella.

Für einen Tee übergießen Sie 1 bis 2 TL Vogelmierenkraut pro Tasse (frisch oder getrocknet) mit heißem Wasser. Lassen Sie den Aufguss fünf Minuten ziehen, bevor sie ihn abseihen. Bei Erkältung, Husten, Halsweh, Rheuma und Gicht trinken Sie zwei bis drei Tassen täglich.

Den Aufguss können Sie als Auflage bei Hautproblemen und -entzündungen verwenden. Auch frisch zerstampftes Kraut können Sie für Auflagen gegen Entzündungen auf ein Geschirrtuch oder eine saubere Babywindel geben. Brei und starken Tee-Aufguss können Sie ins Badewasser geben.

Breiumschläge auf der Brust hemmen den übermäßigen Milchfluss bei stillenden Müttern. Der in der Saftpresse frisch gewonnene Saft lindert Sonnenbrand und Hautprobleme. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

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