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Teufelskralle - Afrikanischer Wurzelextrakt gegen Rheumabeschwerden

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) gehört zur Familie der Sesamgewächse und ist im südlichen Afrika beheimatet. Den Namen erhielt die Pflanze wegen ihrer verholzenden Früchte, die krallenähnliche Haken bilden. Nur die Wurzeln der Pflanze werden medizinisch genutzt.

Teufelskralle, Krallen, Medizin
Die Teufelskralle ist anders als ihr Name vermuten lässt eine schöne bunte Pflanze © Adobe Stock – Christian Pedant

In unseren Breitengraden gedeiht die Pflanze nicht, jedoch können Sie die getrockneten Wurzeln oder Extrakte daraus in der Apotheke beziehen. Verwechseln Sie die Pflanze nicht mit der namensgleichen einheimischen Teufelskralle (Phyteuma spicatum).

Die Einheimischen in Südafrika schätzten die Teufelskralle schon früher als bitteres Tonikum bei Verdauungsstörungen, als Fiebermittel, Schmerzmittel sowie als Mittel gegen Migräne. Ein deutscher Schutztruppensoldat lüftete 1904 das Geheimnis eines Medizinmannes und führte die Pflanze nach Europa ein

Harpagophytum procumbens – die Teufelskralle als Heilpflanze

Zu medizinischen Zwecken werden die getrockneten Speicherwurzeln der südamerikanischen Teufelskralle verwendet. Sie können daraus entweder einen Tee zubereiten oder Extrakte der Wurzeln in Fertigpräparaten und Salben anwenden.

Teufelskralle Stückchen
Zur Weiterverarbeitung wird die Teufelskralle meistens im ersten Schritt zerkleinert © Adobe Stock – Heike Rau

Die Teufelskralle hemmt auch Entzündungen

Während die afrikanischen Medizinmänner die Teufelskralle schon seit Jahrhunderten nutzen, ist die Heilpflanze in Europa erst seit rund 100 Jahren bekannt. In erster Linie dient sie der Schmerzbekämpfung bei Gelenkleiden und Muskelverspannungen. Kaum beachtet ist ihre verdauungsanregende Wirkung, die auf ihren Bitterstoffgehalt zurückgeht.

So wirkt die Teufelskralle:

  • Sie stillt Schmerzen.
  • Sie bremst Entzündungen, besonders in den Gelenken.
  • Sie fördert die Sekretion der Verdauungssäfte.
  • Sie regt den Appetit an.

Schon 1958 wurden die Inhaltsstoffe Harpagosid und Harpagid als schmerzstillende, entzündungshemmende Wirkstoffe identifiziert. Doch auch weitere Stoffe reihen sich hier ein:

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Teufelskralle sind:

  • Glykoside, v. a. Harpagosid, Harpagid
  • Phytosterine
  • Zuckerstoffe
  • Flavone
  • Bitterstoffe

Über die Inhaltsstoffe der Blätter, Blüten und Früchte ist bislang noch wenig bekannt.

Bei diesen Beschwerden kann Ihnen die Teufelskralle helfen:

  • Arthrose
  • entzündliches Gelenkrheuma
  • Muskelverspannungen
  • Sehnenschmerzen
  • Verdauungsschwäche
  • Appetitmangel

Die Teufelskralle ist vom früheren Bundesgesundheitsamt offiziell als pflanzliches Heilmittel bei diesen Beschwerden anerkannt. Falls Sie an stärkeren Gelenkschmerzen oder Verdauungsschwäche leiden, empfehlen wir Ihnen den Tee, Tabletten oder die Tinktur.

Haben Sie dagegen nur leichte Muskel- oder Gelenkbeschwerden, können Sie Umschläge mit Teufelskrallen-Tee auflegen oder eine fertige Salbe anwenden.

Bei diesen Vorerkrankungen gilt höchste Vorsicht!

Teufelskralle, Magenbeschwerden, Warnung
Bei Magen- und Darm-Problemen wird dringend von der Einnahme der Teufelskralle abgeraten © Robert Kneschke – Fotolia

Teufelskralle ist bei Magen- und Darmgeschwüren verboten, da ihre Bitterstoffe die Sekretion von Magensäure anregen und die Beschwerden verschlimmern.

Bei Gallensteinen dürfen Sie Teufelskralle nur nach Absprache mit Ihrem Arzt anwenden, da das Mittel den Gallenfluss anregt, was zu einer Gallenkolik führen kann.

Tipps zur vollen Entfaltung der Wirkung

So wenden Sie die Teufelskralle an:

Getrocknete Teufelskrallenwurzeln erhalten Sie in fein geschnittener Form in der Apotheke. Bewahren Sie die getrockneten Pflanzenteile vor Feuchtigkeit geschützt in gut schließenden Behältern auf.

Innere Anwendung als Tee

Wenn Sie den Tee gegen Verdauungsstörungen oder Appetitlosigkeit einsetzen möchten, verwenden Sie für Ihre Tagesration 1,5 g der getrockneten Wurzel. Bei Anwendungen gegen rheumatische Beschwerden werden im Allgemeinen 4,5 g (etwa 1 Teelöffel) der Wurzel eingesetzt.

Nehmen Sie die entsprechende Menge der getrockneten Teufelskrallenwurzel und übergießen Sie sie mit 300 ml kochendem Wasser.

Wichtig: Dieser Aufguss muss vor dem Abseihen 8 Stunden lang bei Raumtemperatur stehen, damit die Inhaltsstoffe bestmöglich freigesetzt werden. Trinken Sie diesen Tee in 3 Portionen über den Tag verteilt.

Äußere Anwendung gegen Gelenkschmerzen

Zur äußeren Anwendung bei Gelenkschmerzen legen Sie mit selbst gebrühtem Tee getränkte Tücher auf die schmerzenden Gelenke, schlagen noch ein trockenes Handtuch darum und lassen diese Umschläge etwa 15 Minuten einwirken. Die Umschläge können Sie dreimal täglich wiederholen.

Fertigpräparate

In der Apotheke erhalten Sie Fertigpräparate in Form von Salben, Tinkturen, Tabletten oder Kapseln.

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