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Stiefmütterchen - die reinigende Kraft der Natur

In Mythen und Legenden steht sie in engster Verbindung mit Herzensangelegenheiten. Man glaubte, dass das Stiefmütterchen (Viola tricolor) Herzen heilen und Liebeskummer lindern könne. Heute weiß man, dass es über reinigende Kräfte verfügt.

Wild wachsendes Stiefmütterchen© Adobe Stock – eyeQ

Stiefmütterchen

Fakten und Historisches rund um das Stiefmütterchen

Wir kennen sie als treuen Begleiter durch Wind, Schnee und Frost. Die Stiefmütterchen werden meist im Herbst gepflanzt und erfreuen uns schon im Winter – sofern sie nicht mit Schnee bedeckt sind – mit ihren leuchtenden Blütenköpfen. Unermüdlich blühen sie dann von Mai bis Oktober.

Stiefmütterchen gehören zur Familie der Veilchen und werden in ihrer wilden Form auch Ackerveilchen genannt. Sie blühen auch heute noch auf Wiesen und an Wegrändern. Ihre Blüten sind wesentlich kleiner als die unserer Gartenpflanzen.

Schon zu den Zeiten Hippokrates’ verwendete man das Stiefmütterchen vom freien Feld als Stärkungsmittel, das die Stimmung heben sowie Herzbeschwerden und einen hohen Blutdruck mildern sollte. Es wurde eine beliebte Zutat für Liebestränke.

Shakespeare sorgte für den Ruhm des Stiefmütterchens, indem er es in „Ein Sommernachtstraum“ wie ein Liebeszaubermittel wirken ließ. In der viktorianischen Blumensprache bedeutete das: „Du bist in meinen Gedanken“. Das englische „pansy“ und das französische „pensees“ deuten noch heute auf diese Verbindung hin.

Medizinische Wirkung der Viola tricolor

Die überzüchteten Stiefmütterchen allerdings, die wir in Herbst oder Frühjahr in den Garten pflanzen, haben leider keine heilenden Wirkungen mehr. Dafür zeigen Ihnen gut wachsende Stiefmütterchen an, dass der Boden in Ihrem Garten eher basisch als sauer ist.

Zu medizinischen Zwecken werden das weißlich-gelbe Acker-Stiefmütterchen und das violett blühende Wiesen-Stiefmütterchen genutzt. Zur Anwendung kommen die getrockneten, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile.

Die getrocknete Pflanze kann innerlich in Form von Tee und homöopathischen Globuli eingenommen oder äußerlich in Salben, Ölen, Umschlägen und Tinkturen aufgetragen werden.

Stiefmütterchen, Viola tricolor, entzündungshemmend© Adobe Stock – STUDIO GRAND OUEST

Ganzheitlich gesund durch vielseitige Wirkung des Stiefmütterchens

So wirkt das Stiefmütterchen:

  • reizlindernd
  • entzündungshemmend
  • juckreizlindernd
  • harntreibend
  • blutreinigend
  • antioxidativ

Als Kräuterheilmittel wirkt das Stiefmütterchen kühlend, reinigend und entzündungshemmend. Es wird bei Ekzemen, Schuppenflechte und Akne eingesetzt, das wurde bereits in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts empfohlen. In der Babypflege findet es Anwendung bei Milchschorf und anderen typischen Hautproblemen des Säuglings.

Das sind die Inhaltsstoffe des Stiefmütterchenkrauts:

  • Flavonoide (u. a. Quercetin, Rutin, Violanthin)
  • Phenolcarbonsäuren (Salicylsäure, Kaffeesäure, Violutosid)
  • Gerb- und Schleimstoffe
  • Hydroxycumarine (Umbelliferon)
  • Vitamin C und E
  • Carotinoide (u. a. Zeaxanthin)
  • Saponine

Die Volksheilkunde schreibt dem Wilden Stiefmütterchen eine den Stoffwechsel aktivierende Wirkung zu und wendet es als Bestandteil von Blutreinigungstees sowie gegen Rheuma, Gicht und Arteriosklerose an. Diesen Indikationen kommt jedoch heute keine nennenswerte Bedeutung mehr zu. Die Homöopathie arbeitet vor allem bei Harnwegsinfekten mit Viola tricolor.

Stiefmütterchenkraut schützt aufgrund seiner Flavonoide die Hautzellen vor freien Radikalen und wirkt einer Austrocknung der Haut entgegen. Untersuchungen haben ergeben, dass durch die äußerliche Anwendung von Stiefmütterchenkraut-Extrakten in Cremes der Gehalt der für das Wasserbindungsvermögen verantwortlichen Hyaluronsäure in der Oberhaut um 23 % zunimmt.

Der Saponingehalt wirkt schleimlösend – vor allem bei Infektionen der Bronchien und der oberen Luftwege. Auch bei Reizhusten tut es seine Wirkung. Das Stiefmütterchen treibt überdies Schweiß und Harn.

Die Salizylate des bescheidenen Ackerblümchens lindern entzündete Gelenke bei Arthritis und Gicht.

Das Rutin stärkt die Blutgefäße, senkt den Blutdruck und mindert Arterienverkalkung. Auch als Homöopathikum wird das Stiefmütterchen gegen die genannten Beschwerden eingesetzt.

Man verwendet es zu dem bei Erwachsenen mit besonders lebhaften oder erotischen Träumen.

Anwendungsgebiete des Stiefmütterchens sind auch:

  • Neurodermitis
  • Ekzeme
  • Kopfschuppen
  • Juckreiz
  • Akne
  • Harnwegsinfekte

Nebenwirkungen bei medizinischer Verwendung?

Risiken und Nebenwirkungen sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht bekannt. Die maximale Tagesdosis beträgt zwei Teelöffel des getrockneten Krauts (zwei Tassen Tee), größere Mengen können zu Erbrechen führen.

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